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Cardesign-Campus

Ein Auto für Genf 2020

Foto: Beate Jeske 48 Bilder

Design-Studenten der Hochschule Pforzheim entwerfen Concept Cars für auto motor und sport. Der Fortgang ihrer Arbeiten ist unter www.cardesign-campus.de zu sehen.

21.11.2007 Birgit Priemer

Ganz am Anfang liegt vor jedem der zehn Designstudenten einfach ein weißes Blatt Papier. Und was sie damit machen, ist erst einmal ihre Sache. 

"Jeder soll sich zunächst so viele Varianten wie möglich überlegen, bevor wir gemeinsam entscheiden, welche Idee realisiert werden soll", sagt James Kelly, Chef des Fachbereichs Transportation Design der Hochschule Pforzheim.

Präsentation Genf 2008

Viele Wege, aber ein Ziel, das die zehn Teilnehmer des Masterstudiengangs verfolgen: Bis Abschluss des Semesters soll jeder ein Concept Car für auto motor und sport entwerfen, das für den Genfer Autosalon 2020 gedacht ist - und bereits im nächsten Jahr auf der Messe präsentiert wird. Besonderer Reiz dieses Projektes ist die internationale Mischung. Einziger Deutscher ist Alexander Horn (29), der vorher in Magdeburg Industriedesign studiert hat und sich nun in Pforzheim im Rahmen eines dreisemestrigen Masterstudiums den letzten Schliff als Autodesigner holen will - so wie Hyung Suk Cha (26) aus Korea, Darius Zieba (26) aus Polen, Edgar Chu (29) aus Australien, Tomas Beres (25) aus der Slowakei oder Rafael Gross aus Brasilien. Ihre Chancen auf eine Karriere stehen gut. Die Pforzheimer Universität kann schließlich auf eine ganze Reihe namhafter Absolventen verweisen: Porsche-Designchef Michael Mauer, VW-Studioleiter Thomas Ingenlath, VW Golf-Designer Marc Lichte sowie Ford-Exterieur-Designchef Stefan Lamm kommen auch heute noch regelmäßig zu den Semester-Werkschauen, um nun selbst Nachwuchs für ihre Unternehmen zu entdecken. Zurzeit finden sich auf den Schreibtischen der Nachwuchstalente noch gewagte Modelle von Sportwagenflundern über Beachbuggys, simple Kastenwagen, Zweisitzer mit Dächern, die von koreanischen Häusern inspiriert wurden, bis hin zu einem scharf geschnittenen Sportcoupé mit überdimensionierten Rädern. 

Elegante Brutalität

Das soll, so sein Designer Anthony Clark aus England, "elegante Brutalität" ausstrahlen. Satoshi Nakamura denkt dagegen über einen kleinen Van nach, der den gesunden Lebensstil Japans verkörpern soll.

Alexander Horn fühlt sich da als Deutscher den großen Dichtern und Denkern des Landes verpflichtet, deren Erbe er in eine "elegante, geschwungene Formensprache" umsetzen möchte, auch wenn er sich über das "richtige Karosseriekonzept noch nicht ganz im Klaren" ist. Macht nichts und klingt viel sympathischer, als wenn jemand gleich auf alles eine Antwort hat. Aber, so Kursleiter James Kelly: "Jeder ist ehrgeizig, weil er der beste Botschafter seines Landes sein will."

Cardesign Campus zeigt die Fortschritte

Für das Feintuning der Studien ist noch Zeit - und das Besondere an dem ganzen Projekt: auto motor und sport- Leser und Internet-User können bei jedem einzelnen Studenten verfolgen, wie sich seine Arbeit von der ersten Skizze bis zur Computeranimation weiterentwickelt, und zwar im Designer-Netzwerk www.cardesign-campus.de, einer Unterseite von auto-motor-und-sport.de. Dabei geht es der Redaktion nicht nur ums Gucken und Staunen. Auf cardesign-campus.de kann und soll mitgemacht werden. Die neue Plattform richtet sich an große und kleine Autodesigner, an solche, die es noch werden wollen, ebenso wie an jene, die es vielleicht einmal waren. Jeder hat hier die Chance, seine Zeichnungen oder auch Videos online zu stellen, die verrückten genauso wie die ernsthaften, und seine Meinungen und Ideen im Weblog zu präsentieren. cardesign-campus.de versteht sich als Netzwerk für die Designerwelt, die hier miteinander kommunizieren und sich in der Szene umschauen kann. Hier finden sich auch die Messetermine für 2008 sowie die Adressen aller wichtigen Designhochschulen auf der Welt. Für die zehn Pforzheimer Studenten des Studiengangs Transportation Design bedeutet es, mit ihren Arbeiten von Anfang an im Rampenlicht der Öffentlichkeit zu stehen - aber daran kann sich ein guter Auto-Designer gar nicht früh genug gewöhnen.

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