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Cardesign-Campus

Halbzeit an der Hochschule Pforzheim

Foto: ams 52 Bilder

Die Hälfte des Semesters ist vorbei – jetzt müssen die zehn Designstudenten der Hochschule Pforzheim zeigen, dass ihre Träume mehr sind als nur Schäume.

27.11.2007 Birgit Priemer

Konnten sie bisher noch verschiedene Ideen verfolgen, so mussten sie jetzt Studiengangleiter James Kelly ein tragfähiges Konzept vorlegen, das auf dem Genfer Auto-Salon präsentiert werden soll. Auf  cardesign-campus.de bloggen übrigens alle Studenten die Fortschritte ihres Design-Konzepts "Ein Auto für Genf 2020".

Ein deutsches Auto mit Citroen-Anleihen

"Ich möchte eine Businesslimousine für Deutschland entwerfen, in der man sowohl arbeiten als auch relaxen kann, die sportlich wirkt und gleichzeitig sehr statusbewußt ist", trägt Alexander Horn als erster in fließendem englisch vor seinen Kommilitonen und James Kelly vor - und erläutert wie ein kleiner Profi seine Zeichnungen, die schon sehr konkret zeigen, wohin die Reise geht. Aber Moment mal: "Schau Dir noch einmal genau das Gesicht an. Spiegelt es wirklich ein deutsches Auto wider?" fragt Kelly seinen Zögling. Ehrlich gesagt: Nein. Im Gegenteil: Die zwei schmalen Leuchtstreben in den Hauptscheinwerfern wirken, als ob Youngstar Horn bei Citroen-Designchef Jean-Pierre Ploue in die Lehre gegangen wäre. An sich nicht verwerflich, aber diesem Konzept nicht dienlich, und so muss der junge Magdeburger exakt an dieser Stelle in den nächsten Wochen nacharbeiten.

Australien: Ein weißer Fleck

Edgar Chu aus Australien hat es da mit seinem Zweisitzer fürs Outback leichter: Von seinen Mitstreitern war noch keiner auf dem fünften Kontinent, um beurteilen zu können, ob die Idee dorthin passt. Doch auch der ungekrönte Vielzeichner des Semesters, der bereits Hunderte von Skizzen gefertigt hat, bekommt Hausaufgaben: "Der Grill in der Front ist noch zu groß und wirkt sehr retroartig", urteilt Kelly.

Zeichnungen voller Energie

Nächste Station ist die Stellwand von Hyung Suk Cha. Der großgewachsene Koreaner nennt sein Modell "Co-Existent" und will mit einem schwarz-weißen Farbenspiel sowohl die Vergangenheit als auch die Zukunft seines Landes zum Ausdruck bringen. Dabei handelt es sich um ein Familienauto, "weil die meisten in Korea nur ein Auto besitzen", so Cha, der von Kelly einen wichtigen Tipp bekommt: "Die Zeichnungen sind voller Energie. Aber die geht in den ersten Animationen etwas verloren. Denk dran: Du kontrollierst den Computer, nicht er dich."

Sieht aus wie ein Mondauto!

Vorbei geht es an den Interieur-Konzepten von Darius Zieba und Dalim Seo zu Rafael Dias Gross Auto für Brasilien. Es soll mit einer Kombination aus scharfen und weichen Linien zeigen "was man auch in der Natur sieht", so der Nachwuchsdesigner. Doch sein Sportcoupé kann die Kommilitonen noch nicht überzeugen: "Es sieht ein bisschen wie ein Mondauto aus", so die Kritik des Plenums.

Macht nicht, es bleibt ja noch Zeit, etwas zu verbessern. Satoshi Nakamura arbeitet unterdessen an einem wuchtigen Coupé, dessen Gesicht "sehr minimalistisch werden soll" und dessen Gesamtkonzept "von typischen japanischen Elementen wie dem Kimono beeinflusst werden soll".

Smart oder Mini oder ....

Anthony Clark hat für sein Modell Funky erst einmal die englische Autoszene durchleuchtet, und sich statt für Bentley und Rolls-Royce für ein Kleinwagenkonzept entschieden. Schließlich ist England ja heute noch die Heimat des Mini. Doch herausgekommen ist dabei eher ein deutsches Auto: Clarks Modell erinnert die Betrachter viel mehr an den Smart. "Du hattest doch noch andere Zeichnungen", so Kelly. Stimmt, doch die hatte Anthony in der Schublade gelassen. Raus damit und an die Stellwand. Und siehe da: Schon die andere Dachlinie bewirkt, dass der Mini nicht mehr wie ein Smart aussieht, sondern wie ein Auto von Anthony Clark. Weiter so.

Müde Student, perfekte Zeichnung

Der Vortrag von Tomas Beres beginnt müde - weil es der Slowake auch ist: Bis in die tiefe Nacht hat er an seiner Präsentation gearbeitet - mit Erfolg. "Diese Zeichnung habe ich ja noch gar nicht gesehen", merkt Kelly überrascht an. Es ist die Skizze einer Familienlimousine mit hochgesetzter Karosserie und vollkommen eigenständiger Formensprache. "An der Front bis zur A-Säule änderst Du bitte nichts mehr. Das ist perfekt." Ein Lob von höchster Stelle, für das es sich gelohnt hat durchzuarbeiten.

Zuviel Retro

Die kleine Koreanerin Hyo Jin Kim ist da noch nicht ganz so weit. Sie möchte ein traditionelles Sportauto kreieren - und ist dabei nach Ansicht ihrer Mitstudenten etwas zu konservativ geblieben. "Es erinnert mich an alte Retro-Showcars von GM", so Hyung Suk Cha. Immerhin: Die Richtung stimmt.

Und während die Studenten zum Abschluss dieser Präsentation noch den Tipps von James Kelly zuhören, gehen sie bereits wieder ihrer Lieblingsbeschäftigung nach: Sie zeichnen Autos.

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