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Carrera Universal Oldtimer

Slotcar-Schätze vom Trödelmarkt

Carrera Universal Rennbahn Foto: Michael Hudler 28 Bilder

Gut erhaltene Autos der alten Carrera Universal-Rennbahn erzielen hohe Liebhaberpreise. Man sollte also nicht auf manipulierte Modelle hereinfallen. Ein Besuch beim Slotcar-Experten Manfred "Katsche" Appel.

24.01.2015 Franz-Peter Hudek Powered by

Das Reiheneckhaus in Nürnberg gleicht dem Warenlager eines Carrera-Großhändlers aus dem Jahr 1978. Fast alles, was die legendäre Rennbahn-Marke aus Fürth jemals produziert hat, kann man in den Räumen von Manfred Appel entdecken - selbst die kompliziert gebauten Gabelstapler und Lastwagen mit Kipper oder sich drehenden Betontrommeln aus der Transpo-Baureihe. Die Küche ist die einzige Carrera-freie Zone, ansonsten ist in Schränken, Vitrinen und schlichten Regalen - zum Teil für den Besucher unsichtbar - eine fast unüberschaubare Menge der kleinen Renner gelagert. Und im Keller befindet sich eine große Carrera-Teststrecke.

Carrera Universal von 1963 bis 1984

Die Sammlerstücke stehen nach Typ sortiert in einer Reihe im Regal – wie einst die großen Originale auf dem Fabrikhof in Zuffenhausen oder Maranello vor ihrer Auslieferung. Insgesamt sind es wohl über 500 Autos des legendären, von 1963 bis 1984 angebotenen Carrera Universal-Rennbahn-Systems im Maßstab 1:32. Dazu kommen Rohkarosserien, Fahrbahnstücke, Rundenzähler, Trafos, Handregler, Tribünen, Figuren, Felgen, Karosserie- und Technik-Ersatzteile sowie Prospekte, Kataloge und Aufbauanleitungen.

Manfred Appel, oder besser: Katsche, wie ihn die Carrera-Welt und Freunde nennen, sammelt seit 45 Jahren Autos und Zubehör von Carrera Universal. Diese Slotcars sind deshalb echte Oldtimer und haben noch ihren Spielzeugcharakter aus den 60ern und 70ern behalten. Der Detailreichtum lässt oft zu wünschen übrig, was ihren Charme jedoch nur verstärkt. "Außerdem ist die Technik oft sehr komplex“, ergänzt Katsche. "Allein der Schleifer für die Dreileitertechnik besteht aus 14 Teilen.“ Manche Autos, wie die schweren Transpo-Lastwagen mit zwei Motoren, stecken voller komplizierter Feinmechanik.

Begehrte Sondermodelle und Farbvarianten

Seit mehr als 20 Jahren existiert eine rege Carrera-Universal-Sammlerszene, in der vor allem Sondermodelle sehr begehrt sind, da Carrera häufig verschiedene Farbvarianten produzierte. Der Wert dieser Sonderlinge liegt bei einigen Modellen deutlich höher als bei der Standard-Version. Das belegen die Preisangaben im der Szene bekannten Sammlerhandbuch und -Preiskatalog "Carrera 132 Universal & Transpo" von Henry Smits-Bode.

Der rote Ferrari Dino-Mittelmotor-Spider aus den Jahren 1967 bis 1980 ist dafür ein gutes Beispiel: Sein Wert im unbespielten Einser-Zustand mit hellblauem Streifen liegt bei 150 Euro, mit silbernem Streifen bei unglaublichen 800 Euro. "Das verleitet natürlich den einen oder anderen Auto-Besitzer dazu, an der Optik zu manipulieren", verrät Katsche.

Es gibt sogar Replicas von Topautos

Oft werden Autos nachträglich komplettiert, wie zum Beispiel der von 1967 bis 1971 gebaute Cobra Roadster mit seiner dünnen Lexan-Karosserie. Hier fehlen nach wilden Rennduellen fast immer die Sidepipes und der Überollbügel, für die es modernen Ersatz gibt, was den Wert jedoch mindert. Ein originales Komplett-Auto mit leichten Spielspuren kommt auf rund 350 Euro, ein fabrikneues Exemplar auf 750 Euro. Und Achtung: Von diesem Topauto gibt es sogar Replicas!

Seriöse Anbieter würden aber, so berichtet Katsche, den Zustand ihrer Ware genau beschreiben und "bei Ersatzteilen für die Karosserie angeben, ob es sich um Replica- oder Originalteile handelt“. Tatsächlich gibt es noch einst in Fürth produzierte Mini-Stoßstangen, -Scheinwerfer und -Scheibenwischer, die wie im richtigen Oldtimer-Leben höher geschätzt werden als die modernen Nachfertigungen. Mehr über Katsches große, kleine Carrera-Welt erfährt man auf www.katsches.de.

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