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Central-Garage Bad Homburg

Enthusiasten machen Museum

Brütsch Mopetta Foto: Kai Klauder 49 Bilder

Die Central-Garage in Bad Homburg ist ein herausragendes Beispiel für das Hobby Oldtimer. Hier wurde in kürzester Zeit ein Museum geschaffen, das mit wechselnden Ausstellungen und historisch wertvollen Exponaten überzeugt - und mit enthusiastischen Museumsmachern.

09.11.2010 Kai Klauder Powered by

Schon von außen macht die Central-Garage den Vorbeifahrenden klar, dass hier nicht mehr das Opel-Autohaus, sondern ein Automobilmuseum zu finden ist. Historische Motive wurden auf großformatige Planen gedruckt und locken Besucher an. Und spätestens wenn man von dem HB-Männchen und der Ausstellung " Vespen, Tiger, Spatz & Co: Kreaturen des Wirtschaftswunders" begrüßt wird, geht die Oldtimer-Sonne auf.

In kürzester Zeit entstand die Central-Garage

Die Central-Garage befindet sich in einem ehemaligen Georg von Opel-Autohaus, einst der weltgrößte Opel-Händler mit 26 Filialen, die 2006 abgewickelt wurde. Als das Autohaus im Jahr 2006 zum Kauf angeboten wurde, dachte sich Dieter Dressel "Da könnte man doch was draus machen". Sagte es und machte sich mit ein paar Mitarbeitern ans Werk.

Schon im Sommer 2007 war das ehemalige Autohaus soweit umgebaut, dass die erste Ausstellung auf den rund 670 Quadratmetern eröffnet werden konnte. Seither verfolgt Dieter Dressel mit seiner Central-Garage ein Wechselausstellungskonzept mit zwei Themen pro Jahr. Die erste Ausstellung widmete sich dem Thema 100 Jahre Kaiserpreisrennen. Es folgten Ausstellungen "Die legendären Horex-Motorräder aus Bad Homburg", "Adler - einst Frankfurts ganzer Stolz", "50 Jahre im Zweitakt mit DKW", "Vom Grantura bis zum Sagaris - die Kraftpakete aus der TVR-Schmiede" und "Porsche - vom Volkswagen zum Traumwagen".

Unikat -Maikäfer von Josef Ganz

Die aktuelle Ausstellung "Vespen, Tiger, Spatz & Co: Kreaturen des Wirtschaftswunders", die noch bis zum 17. April 2011 läuft, präsentiert die beliebten Autos der Nachkriegszeit. "Die Kleinwagen sind einfach Sympathieträger. Sie ziehen die Leute an, am letzten Wochenende waren 150 Besucher hier.", freut sich Dressel, der sich mit der Central Garage einen Traum erfüllte und ein echter Autonarr ist. Und Zweiräder gehören auch zu seiner Leidenschaft, so wird gerade sein erstes Mofa restauriert und das erste Motorrad seines Vaters, eine DKW NZ 250 von 1938 fand über Umwege auch den Weg in die Central-Garage.

Die Zusammenstellung der Ausstellung mit Messerschmitt Kabinenroller, Lloyd Alexander Ghia Aigle Coupé, Kleinschnittger, BMW Isetta, Goggomobil samt Piccolo-Wohnanhänger, dem "Schwänchen" genannten NSU Sport Prinz kann sich sehen lassen. Eines der Highlights ist der Maikäfer, ein 1931 von dem Ingenieur und damaligen Chefredakteur der Motor-Kritik Josef ganz entwickeltes Automobil. Den Auftrag für die Entwicklung gab die Frankfurter Firma Adler. Interessant an dem Fahrzeug sind viele konstruktive Details, die bei anderen Herstellern erst Jahre und Jahrzehnte später in die Fertigung einflossen. Auch der Käfer kam erst Jahre später mit einem Zentralrohrrahmen und Heckmotor - der Maikäfer hatte sie schon 1931. Das Unikat war das letzte Stück der Autosammlung von Michael Graf Wolff Metternich und steht nun in der Central-Garage in Bad Homburg - allein dieses Auto ist einen Besuch wert.

Leukoplastbomber und das Minimalmobil

Der Lloyd LP 300 ist so ein niedliches Auto. Und warum er den Spitznamen "Leukoplastbomber" bekommen hat, ist auf den ersten Blick klar. Seine Karosserie besteht aus Gewebe. "Eigentlich ist das wie Pappe, die man auf einen Holzrahmen nagelt, erklärt Richard Graf, der im nächsten Moment den "Klodeckel" öffnet. Unter der rund 40x50 cm großen Haube steckt der Zweizylinder-Zweitakter mit 10 PS, der für den Antrieb des unrestaurierten Lloyd LP 300 zuständig ist. "Wer die Karosserie reparieren musste, nahm einfach die Tasche des Kundendienstheftes, die aus dem gleichen Material bestand wie die Karosserie, schnitt ein passenden Stück zurecht und flickte damit sein Auto." meint Central-Mitarbeiter Karl Ludwig Eisner.

Das ideale Gefährt für die heute überfüllten Innenstädte steht mit der Brütsch Mopetta in der Ausstellung, die zudem eine besondere Verbindung zu dem Museum hat. Denn der Frankfurter Opelhändler Georg von Opel wollte das Mini-Mobil von Horex (Bad Homburg) in Lizenz fertigen lassen. Nur 14 Exemplare der Brütsch Mopetta sollen gebaut worden sein, weniger als ein Hand voll hat überlebt.

Im Obergeschoss erwartet den Besucher eine Sammlung von 30 historischen Vespa-Rollern. Auch Modelle der Lizenznehmer Hoffmann, A.C.M.A, Douglas und Messerschmitt sind zu sehen.

Enthusiasten machen Museum

"Es ist die verlorene Zeit, die man hier wieder erleben kann", sagt Norbert Jäger, Leiter einer Ministranten-Gruppe aus Bad Homburg. Gerade ist ein ASC-Freund mit seinem Messerschmitt Kabinenroller angekommen und hat sich spontan bereit erklärt, mit allen Ministranten eine Runde zu drehen. Genau das ist auch das Besondere an der Central-Garage, hier machen Enthusiasten Museum, Dieter Dressel und seine Mitarbeiter und Clubfreunde leben ihr Hobby und begeistern damit andere für die Oldtimerei.

So wie die Messdiener, die mit dem Messerschmitt nach ihrer Proberunde wiederkommen. Einer der beiden Kirchendiener, die sich gerade von dem hinteren Sitz des Schneewittchensargs schälen sagt mit glänzenden Augen: "Krass, da sitzt man auf dem Präsentiertablett - und angegossen wie 'ne Wurst."

Modellautos nach Maß

In der Central-Garage können auch Modellfreunde glücklich werden, denn Peter Herbold hat hier sein kleines Modellautoreich. Der studierte Architekt beschäftigt sich schon seit mehr als 35 Jahren mit dem Modellbau und stellt auf Wunsch individualisierte Modelle her. "Viele Kunden wollen ihr Modellauto genau so, wie ihr originales Auto vor Jahrzehnten war. So zerlege ich die Serienmodelle und sandstrahle die Karosserien und baue sie dann mit Alu- oder Drahtspeichenfelgen neu auf. Wer will, bekommt bei mir auch ein komplett aus dem Vollen geschnitztes Modellauto", sagt Herbold.

Die Central-Garage in Bad Homburg zeichnet die Nähe zur Szene aus, sie bietet interessierten Clubs die Möglichkeit, eigene Ausstellungen zu realisieren und unterstützt sie dabei bei Organisation und der Präsentation. Clubs als Ausstellungsmacher


Öffnungszeiten der Central-Garage

Mittwoch bis Sonntag, jeweils 12:00 bis 16:30 Uhr.
Die Ausstellung “Vespen, Tiger, Spatz & Co., Kreaturen des Wirtschaftswunders und der Nachkriegszeit" läuft noch bis zum 17. April 2011.
CENTRAL GARAGE GmbH
Niederstedter Weg 5
61348 Bad Homburg v. d. Höhe
Telefon: +49 (0)6172–5976057
Telefax: +49 (0)6172–5976058
E-Mail: info[at]central-garage.de

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