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Chefvolkswirt Walter

Ölpreis geht auf 120 Dollar

Foto: dpa

Norbert Walter, Chefvolkswirt der Deutschen Bank, erwartet in den nächsten Jahren wieder einen leichten Rückgang des Ölpreises, auf Dauer jedoch keine Entspannung an den Ölmärkten.

12.07.2008 Jens Katemann

"Wir werden zwar ein leicht steigendes Angebot, aber gleichzeitig eine kräftig steigende Nachfrage sehen", sagte Walter gegenüber auto motor und sport. Walter prognostiziert, dass der durchschnittliche Ölpreis in den nächsten zwei Jahren bei 120 Dollar liegen wird. Auch bei einem Ausbau der Kapazitäten erwartet Walter kaum stärkere Preisrückgänge. "In die Raffineriekapazitäten muss investiert werden. Ich erwarte daher, dass, wenn der Rohölpreis um 20 Prozent fällt, dies nur zu einem halb so hohen Rückgang der Spritpreise führt."

Langfristig werde der Ölpreis weiter steigen. "Da die Erschließung neuer Ölfelder nicht billiger, die Nachfrage größer und der Umweltschutz nicht von der Agenda verschwinden wird, ist die langfristige Tendenz zu höheren Preisen eindeutig." Dagegen könne auch der Staat auf lange Sicht nichts tun, so Jochen Homann, Staatssekretär im Bundeswirtschafts-ministerium.

"Eine einmalige Senkung der Steuern kann den Trend nicht aufhalten", lehnt Homann die Forderungen nach einer finanziellen Entlastung der Autofahrer etwa durch eine Reduzierung der Mineralölsteuer ab. "Letztlich kann die Politik am besten zur Entlastung der Autofahrer beitragen, indem Sie alles unterstützt, was den Umstieg auf Fahrzeuge mit weniger Spritverbrauch voranbringt. Dazu gehört z. B. die geplante Umstellung der Kfz-Steuer von Hubraum auf CO2-Ausstoß."

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