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China

Sattes Plus für deutsche Hersteller

Foto: dpa / GIW

Die deutschen Autobauer sind optimistisch über ihre Chancen auf dem chinesischen Wachstumsmarkt. Marktführer Volkswagen hat die Kurve gekriegt und macht wieder Gewinne bei stark steigendem Absatz. Satte Zuwächse von 50 oder mehr Prozent meldeten Audi, BMW und Mercedes in der Oberklasse.

22.11.2006

Zum Auftakt der internationalen Autoausstellung in Peking präsentierten die Autokonzerne der Welt und die aufstrebenden chinesischen Hersteller ihre neuen Modelle für den heiß umkämpften Markt. Mit einem Wachstum um 25 Prozent wird China in diesem Jahr zum zweitgrößten Markt der Welt nach den USA aufsteigen.

Durch neue Modelle konnte VW seinen Absatz in diesem Jahr bis Oktober um 28 Prozent steigern. "Volkswagen wird in China wieder stark sein", sagte Markenchef Wolfgang Bernhard. "Wir waren in der Lage, den Abwärtstrend zu stoppen, und haben sogar eine Kehrtwende gemacht." Nirgendwo änderten sich die Bedingungen so schnell wie in China. "Wir haben aus unseren Fehlern gelernt", sagte Bernhard. Früher hielt VW einen Marktanteil von 50 Prozent, war dann aber eingebrochen, als die Konkurrenz zunahm. Auf der zehntägigen Ausstellung, die heute zu den fünf größten Automessen der Welt zählt, stellen chinesische Hersteller schon ein Drittel der neuen Modelle.

Positiver Trend

Volkswagen präsentierte das chinesische Passat-Modell Magotan und das erste in China entwickelte Konzeptauto Neeza. VW-China-Chef Winfried Vahland berichtete, das Verkaufsziel von 600.000 Autos für das ganze Jahr sei schon vergangene Woche erreicht worden. Nach den Verlusten im Vorjahr rechnet Vahland jetzt unter anderem wegen einer Kostensenkung um 20 Prozent gegenüber 2005 mit einem operativen Gewinn von 75 Millionen Euro. Der Marktanteil habe sich bei 17 Prozent stabilisiert. Nach Deutschland sei China der zweitwichtigste Markt für Volkswagen. VW-Tochter Skoda stellte sich auf der Messe erstmals in China als Marke vor und präsentierte den Octavia, der künftig im VW-Joint-Venture in Schanghai gebaut wird.

Gute Ergebnisse meldete die VW-Tochter Audi, deren Absatz in China in den ersten zehn Monaten um 60 Prozent auf 65.950 Audis zulegte. Im ganzen Jahr sollen es 80.000 werden. BMW berichtete einen Zuwachs von 53 Prozent auf 28.000 Autos. Die Münchner sind zuversichtlich, dass der positive Trend anhalten wird. In Peking wurde eine Langversion der 5er-Reihe vorgestellt, die 14 Zentimeter länger ist und in Shenyang gebaut wird. Erfreut zeigte sich auch Daimler-Chrysler, dass der Absatz von Mercedes-Benz bis Oktober um 49 Prozent auf 15.000 Fahrzeuge stieg. Konzernchef Dieter Zetsche erwartet, dass sich der Markt in China für Premium-Autos in drei Jahren verdreifachen wird.

Starke Konkurrenz aus Japan

Die deutschen Autobauer müssen sich auf dem wachstumsstärksten Automarkt der Welt aber besonders gegen amerikanische und japanische Konkurrenz wappnen. Die Japaner haben schon zusammen 27 Prozent Marktanteil erobert. Besonders stark wuchs Toyota, die erst lange nach VW auf den Markt gekommen waren. Der zweitgrößte Autohersteller der Welt aus Japan rechnet dieses Jahr mit einem Zuwachs um sogar 64 Prozent auf 300.000 Autos. Vizepräsident Yoshini Inaba kündigte an, nächstes Jahr 400.000 Autos oder 33 Prozent mehr verkaufen zu wollen.

Die Vorhersage ist deutlich höher als die von Volkswagen oder General Motors, die nächstes Jahr ähnlich wie der Markt mit voraussichtlich zehn bis 15 Prozent oder etwas schneller wachsen wollen. General Motors verkaufte in den ersten zehn Monaten dieses Jahres 326.000 Autos und legte um 37 Prozent zu - deutlich schneller als VW. Auch die Konkurrenz aus Südkorea drängt vor. Hyundai konnte seinen Absatz in den ersten neun Monaten um 23 Prozent auf 210.900 Autos ausweiten. Hyundai baut in Peking ein zweites Werk, um seine Kapazität bis 2008 auf 600.000 zu verdoppeln.

Um für treibstoffsparende und umweltschonende Dieselmotoren in China zu werben, lud die deutsche Automobilindustrie 100 hochrangige Politiker und Medienvertreter für Montag zu einer Probefahrt auf einer Rennstrecke mit Modellen von Audi, BMW, Mercedes und Volkswagen ein. Sauberer Diesel habe für China ein erhebliches Absatzpotenzial und ökologisch große Vorteile, sagte VDA-Präsident Bernd Gottschalk. Chinas Einsparziele beim Energieverbrauch seien nur mit Diesel zu schaffen. Experten wiesen aber darauf hin, dass es China noch an dem dafür nötigen Dieselkraftstoff mit niedrigem Schwefelgehalt fehle.

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