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China streicht Förderungen

Autoabsatz in China geht zurück

Skoda Autohaus in China Foto: Skoda

Nach dem Boom der vergangenen Jahre müssen sich die Autobauer auch in China auf härtere Zeiten einstellen. Der Absatz auf dem größten Automarkt der Welt wächst spürbar langsamer. Auch verschlechtert sich das Investitionsumfeld.

09.01.2012 dpa

Die obersten Wirtschaftslenker in Peking wollen internationale Autohersteller künftig nicht mehr so fördern wie in der Vergangenheit. Die mächtige Entwicklungs- und Reformkommission (NDRC) strich den Autosektor von der Liste der Industrien, in denen solche Investitionen "ermutigt" werden, auch wenn sie künftig weiter "gebilligt" werden sollen.
 
Der Vorstoß aus Peking und die Perspektiven für den chinesischen Markt dürften auf der Auto Show in Detroit, die am Montag beginnt, ein wichtiges Thema sein - denn China war in den vergangenen Jahren das Zugpferd Nummer eins der weltweiten Autokonjunktur. Für viele Autobauer wie etwa VW ist der Boom-Markt längst der wichtigste Absatzmarkt weltweit.

China will heimische Autobauer schützen

Peking aber will nun mit der Korrektur heimische Autobauer besser in Schutz nehmen. Sie haben mit ihren oft billigen und technologisch weniger fortschrittlichen Modellen besonders unter dem Abschwung zu leiden. Es sei auch eine Reaktion auf den exzessiven Ausbau von Kapazitäten und die große Zahl der Autounternehmen, erläuterte ein NDRC-Vertreter der Nachrichtenagentur Xinhua. Er sprach von einer "normalen Anpassung": "Es gibt keine Verschärfung, auch wird es den Betrieb bestehender Gemeinschaftsunternehmen nicht beeinträchtigen."
 
Unbeirrt setzt auch Volkswagen seine Investitionen im Reich der Mitte fort. Am Freitag verkündete Europas größter Autobauer den Bau eines weiteren Autowerkes in Ningbo in Ostchina. Bis 2016 will das Unternehmen 14 Milliarden Euro in China investieren. Volkswagen kann mit seinen beiden Gemeinschaftsunternehmen in Shanghai und Changchun bisher gar nicht so schnell Autos bauen wie verkaufen. Während ausländische Hersteller wie Volkswagen und besonders Oberklasse-Marken wie Audi, BMW oder Mercedes weiter gute Geschäfte in China machen, müssen chinesische Hersteller aber schon kämpfen.
 
"Weil heimische Marken in den Kerntechnologien wie Motoren, Getriebe und Karosserien weit hinter den großen Automächten herhinken, ist es schwer für sie, das Vertrauen der Verbraucher zu gewinnen", sagte laut Xinhua der chinesische Experte Cheng Zhao. Das schnelle Wachstum 2009 und 2010 - angefacht durch staatliche Kaufanreize - habe die tiefer liegenden Probleme nur verdeckt. Nach Zuwächsen von 30 und 50 Prozent in den Vorjahren stieg der Autoabsatz in China im abgelaufenen Jahr nur noch um zwei bis drei Prozent. Der Verkauf heimischer Marken fiel sogar um zwei Prozent.
 
Mit einem Einbruch bei der Nachfrage nach teuren Luxusfahrzeugen aus Deutschland rechnet das auf China spezialisierte Prognose- und Beratungsunternehmen JSC. Erwartet wird ein Rückgang der Importe von 15 Prozent. "Dies wird sich vor allem auf die Gewinne der internationalen Hersteller auswirken, selbst wenn sie im Gesamtabsatz in China zulegen", sagte JSC-Experte Jochen Siebert der Branchenzeitung "Automobilwoche".
 
Damit seine Autoindustrie aufholen kann, sucht die Regierung in Peking jetzt mehr Technologietransfer. "Die chinesische Seite demonstriert schon länger ihr großes Interesse, neue Technologien zu entwickeln", sagt ein ausländischer Branchenkenner in Peking zu den neuen Leitlinien für Investitionen. Der Wind für ausländische Autobauer wehe aber schon länger "schärfer". Vor allem bei der Entwicklung der Elektroautos versuchten die Aufsichtsbehörden, wichtige Technologien nach China zu holen.
 
So sollen die Urheberrechte für mindestens eine der drei Hauptkomponenten wie Motor, Batterie und Elektronik bei dem chinesischen Gemeinschaftsunternehmen liegen. Selbst Zulieferer für Elektroautos müssen Joint Ventures mit chinesischen Partnern eingehen. Große ausländische Autokonzerne sehen darin nur neue Hürden, die die Entwicklung der Elektromobilität insgesamt bremsen, müssen sich aber den neuen Zwangsauflagen beugen.

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