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Chinas Luxusmarke Hongqi

Der Große Sprung

Hongqi Foto: press-inform 20 Bilder

Wer meint, dass Chinesen gemeinhin mit dem Drahtesel unterwegs sind, irrt. Das Reich der Mitte ist in Sachen Automobilbau längst kein Entwicklungsland mehr - und hat mit Hongqi eine eigene Luxusmarke.

03.02.2009

In einem sind sich die weltweiten Autohersteller einig. Wenn es überhaupt noch einen Wachstumsmarkt gibt, dann liegt der in den unendlichen Weiten Chinas. Mit einer Fläche von rund zehn Millionen Quadratkilometern und mehr als 1,3 Milliarden Einwohnern ist die rote Volksrepublik nicht nur wirtschaftlich ein Land der Superlative.

China: ein automobiler Blumenstrauß

Und längst sind die Jünger Maos nicht mehr allein wie in der Nationalhymne besungen, zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs. Die Chinesen lieben Autos. Und weil auch im Reich der Mitte Gleichheit nicht immer wirklich "gleich" bedeutet, gibt es den kompletten automobilen Blumenstrauß von klein bis groß; billig bis edel; mini bis protzig. Volkswagen hat auf dem Massenmarkt als größte Marke die Hosen an. Doch die lokale Traummarke heißt Hongqi

Immer mit Chauffeur, immer schwarz, immer lang

Wer in China etwas auf sich hält, fährt im Chauffeurland Nummer eins eine Luxuslimousine aus europäischer Produktion. Audi A8, Mercedes S-Klasse oder 7er BMW sind nirgends auf der Welt beliebter. Immer mit eigenem Fahrer, immer mit langem Radstand und durchweg in schwarzer Lackierung. Selbst VW Magotan (Passat), 5er BMW , Audi A6 sowie bald die neue Mercedes E-Klasse sind hier als Langversion auf dem Markt.

Das ist bei Chinas Haus-Nobelmarke Hongqi ("Rote Fahne") des chinesischen FAW-Konzerns nicht anders. Denn Parteiobere und Wirtschaftsgrößen können es sich nicht erlauben, sich dem westlichen Kapitalismus zu unterjochen und in einem ausländischen Produkt zur nächsten Sitzung vorzufahren. Das war vor mehr als einem halben Jahrhundert nach der Gründung der Volksrepublik kaum anders als heute. 

Erst VW und Audi-Technik, jetzt Japan-Technologie

Denn spätestens nach dem Aufbruch in ein neues Wirtschaftszeitalters, dem von Mao initiierten "Großen Sprung", brauchte das Land neben Fahrrädern und Eselskarren Automobile, mit denen man sich die oberen tausend sehen lassen konnten. Weil jedoch neben den Produktionsstätten jedoch insbesondere die Erfahrung fehlte, kaufte man sich bei ausländischen Firmen ein, die ihre leicht modifizierten Fahrzeuge unter der Bezeichnung "Rote Fahne" auch in China auf den Markt bringen durften. Eigenimporte ohne Beteiligung von chinesischen Firmen sind bis heute verboten.
 
So zierte die rote Fahne bereits die Motorhauben von Limousinen aus der damaligen Sowjetunion, USA, Europa und Japan. Nachdem unter der rote Finne auf dem Kühlergrill viele Jahre solide Audi- und VW-Technik steckte, setzt Hongqi seit einiger Zeit auf asiatische Kooperationen mit Toyota und Mazda. Davor gab es auch ungewöhnliche Versionen des Audi 100 oder des Lincoln Towncar mit rot illuminierter Kunststofffinne auf der Motorhaube, die zusammen mit einer Standarte die Wichtigkeit des Fondpassagiers unterstrich.

Die aktuellen Luxusmodelle mit den Bezeichnungen HQ 430 und HQ 300 basieren auf dem japanischen Toyota Crown Majesta. Der ist in Japan eine der bekanntesten Luxuslimousinen und steht mit veränderter Front auch in den edlen Außenbezirken von Peking oder Shanghai in so manch langer Häuservorfahrt. Was Design und Luxusausstattung betrifft, müssen die aktuellen Top-Modelle aus dem Hause Hongqi gegenüber A8 und 7er BMW nicht verstecken. Weiche und exzellent klimatisierte Lederstühle, Xenonlicht, dazu DVD-Bildschirme und alle erdenklichen Sicherheitsextras – die dunkel lackierten Hongqi-Luxuslimousinen bieten Fahrer und Fondinsassen auf knapp fünf Metern Länge allen erdenklichen Komfort.

280 PS, 250 km/h, 50.000 Euro
 
Bei der Motorisierung setzt Rote Fahne ebenfalls aus solide Japan-Technik. An das Tempolimit von maximal 100 km/h müssen sich Parteifunktionäre und Obere des Staatsapparates nicht zwangsläufig halten. Da trifft es sich gut, dass bereits der HQ 300 mit einem drei Liter großen V6-Motor mit 231 PS und 300 Nm ausgestattet ist. Das reicht locker für 235 km/h und einen Spurt 0 auf 100 km/h in 8,7 Sekunden. Der Preis liegt umgerechnet bei knapp 50.000 Euro. Zum Vergleich: ein Fahrrad kostet gerade einmal zehn Euro und ist nach wie vor das Fortbewegungsmittel Nummer eins. Die meisten Hongqi werden jedoch mit dem größeren Achtzylinder befeuert. Der 4,3 Liter große Achtzylinder des HQ 430 ist mit 280 PS, 430 Nm Drehmoment sowie 250 km/h Spitze noch souveräner unterwegs. Der Preis von rund 70.000 Euro interessiert kaum mehr als der Durchschnittsverbrauch von 11,3 Litern, der sich auf chinesischen Autobahnen durchaus im Alltag realisieren lässt. Es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, bis die Hongqi-Luxusmodelle auch die westliche Welt entdecken.

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