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Chinesen auf Deutschlandtour

Besuch aus China

Allianz Arena, Reisegruppe, Chinesen Foto: Dino Eisele 8 Bilder

Andere Länder, andere Sitten: 23 chinesische auto motor und sport-Leser erkundeten vier Tage lang im Fünfer-BMW Deutschland. Wir trafen sie in München.

29.05.2014 René Olma

Wenn Autofans aus Fernost mit BMW-Fünfer-Modellen Deutschland erkunden, muss man kein Prophet sein, um zu ahnen, was die Reisenden am meisten beeindruckt: "No speed limit", grinsen die Besucher aus China und lassen durchblicken, dass sie vom heimischen Tempolimit 120 nicht allzu viel halten. Die 23 chinesischen Leser der dortigen auto motor und sport-Ausgabe, die am letzten Abend ihrer Reise in München im Hofbräuhaus einkehren, haben zu diesem Zeitpunkt schon einiges erlebt.

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Reportage Chinesen auf Deutschlandtour
auto motor und sport 08/2014
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Breitere Straßen erwartet

So waren sie in Stuttgart auf einer Besichtigungstour im Porsche-Werk und -Museum sowie anschließend im Mercedes-Museum. Dann ging es über die Autobahn in die Schweiz, um in Interlaken beim Paragliding abzuheben, und zum Abschluss in die bayerische Hauptstadt. Nicht nur um das Hofbräuhaus zu besuchen, sondern auch zum ausgiebigen Shoppen auf der Maximilianstraße.

Vier Tage im Eiltempo mit einer Fülle neuer Eindrücke. Die sprudeln im Hofbräuhaus bei einigen Maß Bier und bayerischen Gaumenfreuden aus den asiatischen Autofans heraus. In die Begeisterung über das fehlende generelle Tempolimit mischt sich aber auch höflich verpackte Kritik: "In Deutschland haben Autobahnen ja nur vier Spuren, in China sind es acht", stellt Xiao Ling Zhang fest, "ich hatte mir das Straßennetz besser ausgebaut vorgestellt."

Allerdings, so der Besitzer einer Fabrik für Autopflege-Produkte, "kann man in Deutschland sicherer schnell fahren, auch mal 100 Kilometer am Stück. Die Deutschen halten sich einfach besser an Regeln als die Autofahrer in China. Das gefällt mir."

Exotik ist eine Frage der Perspektive

Einen gewissen Kulturschock erleben die Touristen im Hofbräuhaus angesichts der deutschen Essgewohnheiten: "Gibt es so etwas wirklich jeden Tag?", möchte eine Teilnehmerin angesichts von Haxen, Kraut, Knödeln und Schnitzel-Bergen wissen. So richtig nach dem Geschmack der Gäste scheint die deftige Kost jedenfalls nicht zu sein: Von den meisten Gerichten kosten sie lediglich ein wenig. Dafür knipsen sie mit den Handys reichlich Beweisfotos. Exotik ist eine Frage der Perspektive. Immerhin mundet den Asiaten das bayerische Bier.

Einhellige Begeisterung kommt jedoch immer dann auf, wenn es um die Autos geht. Dass sich vier Reisende einen BMW Fünfer teilen müssen, können sie verschmerzen, auch dass die Reiseleitung im Mercedes Viano das Tempo vorgibt – schließlich soll hier niemand in puncto Geschwindigkeit zu sehr über die Stränge schlagen.

Paradies für Autofans

Der Umgang mit starken Premium-Modellen gehört für die chinesischen auto motor und sport-Leser zum Alltag: Zu Hause parken in ihren Garagen unter anderem Maserati Quattroporte, Range Rover Supercharged, Jaguar XF, Porsche Panamera Turbo und eben auch BMW Fünfer. Allerdings leiden ihre Besitzer in der Heimat unter dem alltäglichen Verkehrschaos. Da erscheinen die Verhältnisse bei uns – allen Mäkeleien der einheimischen Deutschen zum Trotz – beinahe paradiesisch.

Wie auch die Perspektiven links und rechts der einhellig gerühmten deutschen Autobahnen: Als "magisch und wunderschön" empfindet etwa Lisha Zhang, im Hauptberuf DJane, die Landschaft. Und Si Ma Yi Qu preist gar den blauen Himmel und die Traditionspflege.

Wirkt da noch der Eindruck des Hofbräuhaus-Besuchs am Vorabend nach? Keineswegs: Der Rundgang durch das Mercedes- Museum in Stuttgart hat bei ihm den nachhaltigsten Eindruck auf dieser Deutschlandreise hinterlassen. Man merkt: Die Chinesen haben reichlich Benzin im Blut.

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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