Chinesen lieben Buick

Am heimischen US-Markt auf der Todesliste der Kostenkiller, am chinesischen Markt ein Verkaufsschlager: Die uramerikanische Marke Buick erlebt derzeit eine merkwürdige Karriere.

Es ist noch nicht viel länger als ein Jahr her, als in US-Medien heftig spekuliert wurde, welche Marken und Modelle des heftig kriselnden Autobauers General Motors die Sanierungssense überstehen würden. Eine Marke tauchte dabei bei allen Experten ganz oben auf der Todesliste auf: Buick.

Mit dem Schwermetall aus der Pionierzeit amerikanischen Autobaus sei überhaupt kein Staat mehr zu machen hieß es allenthalben und auch bei hausinternen Marketingstrategen gingen beim Namen Buick die Daumen nach unten: Ohne Profil, ohne Image und wenn Image, dann ein angestaubtes und hoffnungslos altmodisches. Es gab ernsthaft Empfehlungen aus dem Hause GM, die Produktion der verbliebenen Modelle auslaufen zu lassen und die Marke still und heimlich zu Grabe zu tragen.

Inzwischen hat sich der Blick auf Buick auch hausintern deutlich gewandelt. Zwar geht es mit den Absatzzahlen am US-Markt immer noch steil bergab, aber noch steiler geht es am anderen Ende der Welt, in China, bergauf.

Aus dem zunächst eher halbherzig gestarteten Versuch, mit einer amerikanische Lebensart versprechenden Marke wie Buick den Freiheits-Spirit ins Reich der Mitte zu tragen, hat sich eine regelrechte Buick-Mania entwickelt. Der aktuelle Aufschwung, den GM im Fernen Osten erlebt, geht eng mit der wundersamen Erfolgsgeschichte der in der Heimat fast vergessenen Marke einher. Inzwischen hat Buick in China einen Marktanteil von 4.5 Prozent und das Verkaufsplus in den ersten zehn Monaten liegt bei etwa 30 Prozent.

Buick in China ist eine Erfolgsstory

Mit Folgen: Weil gleichzeitig in den USA der Buick-Absatz um 15 Prozent purzelte, wurden in China deutlich mehr Buick verkauft, als in den USA. Das Verhältnis in Zahlen: 241.63 : 206.589 für China. Die Aussichten für China sehen aber noch besser aus: Mit dem neuen Excelle und dem LaCross glaubt man bei GM an ein Wachstum von 40 Prozent im Jahr 2010.

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Frank Volk

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