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Chronographen

Wem die Stunde schlägt

Foto: Harry Trautmann 8 Bilder

Er verschwindet nicht so einfach unter dem Ärmel. Ein Chronograph will gesehen werden, und man zeigt ihn gerne her. Eine Auswahl von sechs Präzisionsinstrumenten im Portrait.

01.02.2007 Alf Cremers Powered by

Mechanische Meisterwerke

Das einzige seriöse Schmuckstück des Mannes darf das und kann oft gar nicht anders. 40 Millimeter Durchmesser und 15 Millimeter Dicke lassen sich nicht so einfach kaschieren. Die immer noch beliebteste Form der Armbanduhr mit der praktischen Stoppfunktion und den markanten Totalisatoren auf dem Zifferblatt, welche Minuten und Stunden eines Stoppvorgangs addieren, war vor exakt zwanzig Jahren der Auslöser der Mechanik-Renaissance.

Klassische Meisterstücke wie die Omega Speedmaster Professional, der Rolex Cosmograph Daytona oder der Zenith El Primero erwachten damals zu neuem Leben und starteten einen Chronographen-Boom, der immer wieder neue, spannende Kreationen hervorbringt.

Gerade der technikverliebte Autoenthusiast schätzt diese verspielte Uhrenspezies. Er ist stets am Drücker, um sekundengenau die Zeit per Stoppzeiger anzuhalten. Berühmte Namen wie Breitling, TAG Heuer und Hanhart, aber auch Chronoswiss stehen in erster Linie für Chronographen. So schuf Breitling 1952 mit dem Navitimer ein perfekt zu handhabendes Navigationswerkzeug für den Piloten, die zur Fliegeruhr schlechthin avancierte.

Breitling Bentley GT Racing

Seit der 2000 gelebten Symbiose mit der Luxuswagen-Marke Bentley setzt Breitling nicht nur auf die Fliegerei, sondern widmet auch hochkarätigen Automobilen eine eigene Kollektion. Die Breitling Bentley GT Racing interpretiert das Navitimer-Thema mit der drehbaren Rechenschieber-Lünette für einfache mathematische Operationen im stilistischen wie funktionalen Sinne neu. Das Motiv des Bentley Kühlergitters wird zur griffigen Oberfläche des Drehrings, der nun – wirksam abgeschirmt – einem Wasserdruck von fünf Atmosphären standhält.

Die Bentley GT ist eine Uhr, die Schatten wirft – groß, schwer, autoritär. Von ähnlich kompromissloser Qualität wie das Gehäuse zeugt auch das handgenähte, doppelt verstärkte Lederband. Sie ist eine der teuersten Chronographen dieser Gruppe und bietet nicht nur ein perfekt verarbeitetes Edelstahlgehäuse, sondern auch innere Werte. Wo die anderen Kandidaten durch einen Saphirglasboden tief blicken lassen, gibt sich einzig die Breitling Bentley GT bedeckt.

Wie die Sonderedition einer Silbermünze zeigt der massive Schraubboden das Relief eines Bentley Continental GT. Nach dem Öffnen blickt der Uhrmacher auf ein fein dekoriertes automatisches Chronographenkaliber vom Typ ETA-Valjoux 7750 mit Sonnenschliff und Genfer Streifen. Zur strengen Breitling-Doktrin gehört inzwischen auch die offizielle Chronometerprüfung C.O.S.C. Auf diesen Standard-Antrieb unter den Chronographen, der analog zum Automobil wegen seiner vielen guten Eigenschaften noch am ehesten mit dem archetypischen BMW-Vierzylinder M 10 vergleichbar wäre, setzen alle Konkurrenten dieser Gruppe.

TAG Heuer Carrera Racing

Nur TAG Heuer verwendet es bei dem Modell Carrera Racing funktional naturbelassen, aber dekorativ aufgewertet. Die erste Heuer Carrera, ein Chronograph mit dem hochfeinen Handaufzugwerk Valjoux 72, schrieb 1964 Uhrengeschichte. Ihren Namen verdankt sie der legendären Langstrecken-Rallye Carrera Panamericana.

ORIS Williams TT3 Limited

Oris verzichtet beim limitierten Williams TT3 Chrono auf den Feinschliff im Werk und der besseren Ablesbarkeit halber auf die kleine Sekunde auf dem Zifferblatt. Die preisbewussten Uhrmacher liefern aber zum Kampfpreis von 1.980 Euro einen extravagant gestylten Chronographen aus den High-Tech-Materialien Titan und Karbon.

Der Bezug zur Formel 1 ist somit gegeben und wird vom beiliegenden Williams-Formel1-Rennwagen im Maßstab 1:25 noch unterstützt.

Chronoswiss Timemaster

Chronoswiss sucht bei konfektionierten Uhrwerken stets die besondere Herausforderung. Der Timemaster findet sie in Form einer raffinierten kleinen Komplikation, die sich Flyback nennt. Der Stoppzeiger absolviert bei Betätigen des unteren Nullstelldrückers einen sofortigen fliegenden Start. Diese Funktion war früher für Piloten wichtig und ist heute noch bei Oldtimer-Rallyes, wo mit Lichtschranke und Schlauch operiert wird, hilfreich.

Gehäuseverarbeitung und Werkfinish gehören bei Chronoswiss zur Spitzenklasse. Allein das aufwendig produzierte Gehäuse besteht aus über 20 Einzelteilen, die Zulieferer von Chronoswiss sind handverlesen. Bei Dunkelheit kann man die Uhrzeit perfekt ablesen. Die markante, übergroße Zwiebelkrone lässt sich zwar mit Handschuhen leicht bedienen, bleibt aber stilistisch gewöhnungsbedürftig.

Die spektakuläre Timemaster steht für einen neuen, mutigen Chronoswiss-Stil - abseits der gewohnten unaufgeregten Gediegenheit der Münchener Manufaktur.

Hanhart Pioneer Red X

Die Schwarzwälder Uhrenmarke Hanhart wurde einst mit Stoppuhren und Armband-Chronographen weltberühmt. Vor dem Zweiten Weltkrieg schufen die Gütenbacher einen Militär-Chronographen, der als Vorbild für das gesamte Genre diente.

Nach seiner Renaissance 1996 wurde er zum stilistischen Vorbild für die betont schlichtfunktionale neue Hanhart-Kollektion. Das Modell Red X mit Automatikwerk, Glasboden und den historisch überlieferten roten Markierungen auf Drücker und Lünettenindex spielt die Rolle des Flaggschiffs.

Hanhart legte bei der Red X Wert auf das symmetrische Erscheinungsbild eines klassischen Chronographen. Der Minutenzähler des bekannten Valjoux 7750 wanderte von zwölf auf drei Uhr – was ebenso markentypisch ist wie der oben liegende Start-Stopp-Drücker und die Signatur "Hergestellt in Deutschland".

Das Universalgenie ETA-Valjoux 7750 liefert eine hohe Schlagzahl (28.800) für präzisen Gang, ein hohes Aufzugsmoment für den Antrieb weiterer Komplikationen und ein robustes Schwingsystem für lange Wartungsintervalle. Mit ein bisschen Feintuning können ohne konstruktive Maßnahmen chronometertaugliche Werte bei der Gangprüfung erreicht werden. Das bedeutet eine Gangabweichung von maximal plus/minus zehn Sekunden pro Tag. Zwischen den fünf vorgeschriebenen Lagen darf die Abweichung maximal sechs Sekunden betragen.

Chopard Mille Miglia GMT 2005

Jeder Chopard Mille Miglia GMT Chronograph erfüllt diese Kriterien. Die Uhr überzeugt durch ihre massive Statur und ebenso mit spektakulärem, dennoch gefälligem Design. Funktional bietet sie die in Zeiten der Globalisierung immer wichtigere Anzeige einer zweiten Ortszeit, die sich mit einen separaten Stundenzeiger über die Aufzugskrone einstellen lässt.

Der Saphirglasboden gestattet den Blick in ein fein dekoriertes Chronographenwerk. Zwei Details schmeicheln dem Oldtimer-Enthusiasten: Bei Chopard heißt die Skala Tachometer statt Tachymeter, und das so angenehm nach Vanille duftende Kautschukband trägt das authentische Reifenprofil des legendären Dunlop-Racing.

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