Chrysler dünnt aus

Der drittgrößte US-Autobauer Chrysler prüft Medienberichten zufolge eine radikale Vereinfachung seiner Modellpalette sowie Einschnitte im Händlernetz.

Künftig könnte die Marke Chrysler allein für Pkw stehen, Dodge für Pickups und Jeep ausschließlich für Sport Utility Vehicles (SUV). Einige Modelle wie der PT Cruiser sollen ganz eingestellt werden, berichtete das "Wall Street Journal" unter Berufung auf mit den Überlegungen vertrauten Händlern in seiner Wochenendausgabe.

Die endgültigen Entscheidungen sollen bis Jahresende fallen. Chrysler erwäge zudem, die Zahl seiner Händler von rund 3.700 auf 2.700 zu verringern, hieß es in weiteren Berichten. Ein Chrysler-Sprecher bestritt dies, räumte allerdings in der Zeitung "Detroit Free Press" ein: "Wir sprechen mit unseren Händlern über eine Reihe von Themen." Bisher gebe es aber weder Entscheidungen noch Zeitpläne.

Eine klarere Modellpalette soll den Wettbewerb unter den eigenen Marken und die für Käufer oft verwirrenden Überschneidungen beenden. So könnten zudem ertragsschwache Händler eher zum Aufgeben bewogen werden, berichtete das "Wall Street Journal" weiter.

Chrysler und die zwei anderen US-Autobauer General Motors und Ford versuchen seit Jahren, ihre Verkaufsnetze zu verkleinern. Zu viele Händler machen sich gegenseitig Konkurrenz und drücken Preise und Profite. Branchenexperten empfehlen, die Netze um gut die Hälfte auszudünnen. Das Problem: Die als Franchise-Firmen organisierten Händler sind nach US-Gesetzen weitgehend unabhängig.

Chrysler steckt in den roten Zahlen und kämpft wie General Motors und Ford unter anderem mit einem sehr schwachen Heimatmarkt. Der Autokonzern Daimler hält noch knapp 20 Prozent an Chrysler, nachdem der andere Teil in diesem Jahr an den Finanzinvestor Cerberus verkauft wurde.

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dpa

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