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Chrysler

Gewerkschaft gegen Verkauf

Foto: Daimler-Chrysler

Die US-Autogewerkschaft UAW ist gegen einen Verkauf des angeschlagenen Autobauers Chrysler. Vieles spreche für einen Verbleib von Chrysler bei der Mutter Daimler-Chrysler, sagte UAW-Chef Ron Gettelfinger vor Journalisten in Auburn Hills.

19.04.2007

"Ich denke, es macht Sinn, gerade jetzt an Chrysler festzuhalten, da sich durchaus Synergien ergeben", sagte der Gewerkschafter am Mittwochabend (18.4.). Diesen Standpunkt werde er auch im Aufsichtsrat von Daimler-Chrysler vertreten. Nach Informationen aus Konzernkreisen findet am kommenden Donnerstag eine seit längerem geplante reguläre Aufsichtsratssitzung statt. Beschlüsse über die Zukunft von Chrysler seien nicht zu erwarten, hieß es.

Gettelfinger hatte sich in der Vergangenheit bereits gegen einen Verkauf von Chrysler an Finanzinvestoren ausgesprochen. Die Gewerkschaften befürchten im Falle einer solchen Übernahme harte Einschnitte zu Lasten der Arbeitnehmer.

Neue Investitionen

Ungeachtet seiner ungewissen Zukunft kündigte Chrysler unterdessen milliardenschwere Investitionen in den USA an. Insgesamt sollten als Teil des Restrukturierungsplans insgesamt 1,78 Milliarden Dollar (1,3 Mrd Euro) im US-Bundesstaat Michigan investiert werden, kündigte Chrysler-Chef Tom LaSorda an. Chrysler will unter anderem bis 2009 ein neues Motorenwerk für 730 Millionen Dollar bauen. Für 700 Millionen Dollar entsteht ein Achsenwerk, das die Option erhält, auch Achsen für Mercedes-Benz zu produzieren, wie eine Chrysler-Sprecherin in Stuttgart sagte.

Der Bieterwettlauf um Chrysler könnte nach einem Bericht des "Wall Street Journal Europe" bereits in der kommenden Woche in die zweite Runde gehen. Interessenten könnten dann ein zweites Gebot abgeben, danach werde die Stuttgarter Mutter den Kreis der Kandidaten auf ein bis zwei Unternehmen eingrenzen, schrieb die Zeitung unter Berufung auf mit der Verhandlung vertraute Kreise.

Bieter scheuen Gesundheitsvorsorgekosten

Im Rennen seien derzeit die Finanzinvestoren Cerberus und Blackstone sowie der kanadische Autozulieferer Magna. Alle drei wollten auch die Gewerkschaft UAW an der Übernahme beteiligen. Das "manager magazin" berichtet in seiner neuen Ausgabe, dass keiner der Interessenten die hohen Kosten für die Gesundheitsvorsorge und die Pensionen übernehmen wolle. Diese werden auf 14 Milliarden Dollar geschätzt. Müsste Daimler dieses Loch stopfen, würde sich der Milliardenzufluss aus einem möglichen Verkauf schnell als Verlustgeschäft erweisen. Ein Sprecher des Konzerns wollte dies nicht kommentieren.

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