Chrysler: Gewerkschaftsabfuhr

Die amerikanische Automobilgewerkschaft UAW (United Auto Workers) will der Chrysler Group nicht die gleichen Zugeständnisse im Krankenversicherungsbereich machen wie den US-Konkurrenten General Motors (GM) und Ford.

Die Gewerkschaft habe die Chrysler-Finanzen untersucht. Die Gesellschaft befinde sich in einer anderen Situation als GM und Ford, betonte UAW-Präsident Ron Gettelfinger am Donnerstag (7.9.) nach einer Rede vor Journalisten in Detroit.

Chrysler hatte im vergangenen Jahr nach einer erfolgreichen Restrukturierung unter seinem ehemaligen Spitzenmanager und heutigen Daimler-Chrysler-Chef Dieter Zetsche sehr gut verdient und hatte auch in den ersten sechs Monaten dieses Jahres noch schwarze Zahlen geschrieben. Allerdings erwarten Autoexperten bei Chrysler im zweiten Halbjahr 2006 angesichts brutaler Preiskämpfe, überhöhter Lagerbestände und Produktionskürzungen rote Zahlen.

Konzessionen an Chrysler wären nach Darstellung von Gettelfinger nicht im besten Interesse der Gewerkschaft. Chrysler ist die amerikanische Autosparte von Daimler-Chrysler. Einem Sprecher der US-Tochter Chrysler zufolge dauern die Verhandlungen mit der UAW allerdings noch an.

Chrysler hat nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr 2,2 Milliarden Dollar für die Gesundheitsvorsorge seiner Mitarbeiter ausgegeben. 2006 dürfte dieser Betrag auf vermutlich 2,3 Milliarden Dollar steigen. Damit hätten sich die Gesundheitskosten seit dem Jahr 2000 verdoppelt. Chrysler zufolge erschweren diese steigenden Ausgaben den Wettbewerb mit den US-Rivalen.

Die UAW hatte angesichts der prekären Finanzlage bei GM und Ford Zusatzzahlungen und Konzessionen bei den betrieblichen Krankenversicherungen der dortigen Arbeiter und Betriebsrentner akzeptiert. Sie bedeuten für GM Ersparnisse von einer Milliarde Dollar und bei Ford Einsparungen von 850 Millionen Dollar, berichtete die "New York Times" am Freitag in ihrer Onlineausgabe.

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dpa

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