Daimler wies die Vorwürfe der Gläubiger als haltlos und völlig unbegründet zurück. Der Konzern will sich "energisch zur Wehr setzen", bekräftigte ein Sprecher auf Anfrage in New York.
Chrysler unterstützt Vorgehen der Gläubiger
Die Klage soll nun bis zum 18. August beim Gericht eingereicht werden. Eine Chrysler-Anwältin sagte laut dem US-Wirtschaftsdienst Bloomberg, das Unternehmen unterstütze das Vorgehen der Gläubiger-Gruppe. Nach Ansicht der Gläubiger seien beim Verkauf der Chrysler-Mehrheit an den US-Finanzinvestor Cerberus im Jahr 2007 Werte von rund neun Milliarden Dollar (heute 6,3 Milliarden Euro) verloren gegangen, so Bloomberg. Damals hatte Daimler nach neun gemeinsamen Jahren 80,1 Prozent der Anteile abgegeben. Im vergangenen Frühjahr trennte sich der Konzern auch vom Rest.
Die Ex-Tochter belastete aber bis zuletzt das Konzernergebnis. Das US-Finanzministerium, das Chrysler mit Milliardenhilfen stützte, verweigert jedoch die Bezahlung der Kosten des Rechtsstreits aus dem Topf für die Abwicklung der Altlasten. Offen ist, wie bei einem Erfolg der Klage mögliche erstrittene Gelder zwischen den Gläubigern, den Chrysler-Banken und der US-Regierung aufgeteilt würden. Chrysler warf gerade in einem Insolvenzverfahren viel Ballast ab und machte einen Neustart mit dem Partner Fiat. Die Altlasten werden derzeit vor Gericht abgewickelt. Im Zuge dieses Verfahrens hatte die Gläubiger-Gruppe nun die Klage auf Entschädigung beantragt. Nach dem Insolvenzverfahren gehört das neue Chrysler-Unternehmen inzwischen der Autogewerkschaft UAW, Fiat, den USA und Kanada sowie den einstigen Gläubigern. Fiat kann seinen Anteil von zunächst 20 Prozent in den nächsten Jahren schrittweise auf eine Kontrollmehrheit aufstocken.




