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Chrysler

Gürtel enger schnallen

Foto: Daimler-Chrysler

Daimler-Chrysler US-Pkw-Sparte Chrysler steht möglicherweise vor einer neuen drastischen Sparoperation. Dazu gehöre die Möglichkeit von Stellenstreichungen, berichtete das "Wall Street Journal" am Montag (8.9.) in seiner Onlineausgabe.

08.09.2003

Die "Detroit News" schrieb in ihrer Online-Ausgabe unter Berufung auf Chrysler-Kreise, dass davon vor allem die Angestellten des Autobauers betroffen sein könnten. Eine Entscheidung über wichtige Maßnahmen dürfte jedoch nicht vor Monatsende fallen. Bis dahin habe der Konzern ein klareres Bild über das Abschneiden der Chrysler-Sparte, hieß es im "Wall Street Journal".

Chrysler hatte vor allem wegen der hohen Rabatte und sinkender Absatzzahlen im zweiten Quartal überraschend einen Verlust von rund einer Milliarde Dollar gemacht. Dennoch hatte Chrysler-Chef Dieter Zetsche erklärt, er rechnen in gesamten Jahr 2003 mit einem kleinen Profit. Ursprünglich waren rund zwei Milliarden Dollar operativer Gewinn anvisiert worden. Zetsche hatte in den vergangenen drei Jahren bereits sechs Fabriken geschlossen und rund 26.000 Stellen gestrichen. Chrysler zahlt wie die beiden anderen US-Autobauer GM und Ford bis zu 4.000 Dollar Rabatt pro Fahrzeug - und dies auch für neue Modelle, wie US-Medien berichteten.

Alle Optionen offen halten

Nach den Berichten könnte Zetsche auf einer regulären Vorstandssitzung kurz vor der IAA in Frankfurt am Montag seine neue Strategie zu Bewältigung der Krise vorstellen. Allerdings waren Konzernchef Jürgen Schrempp, Nutzfahrzeugvorstand Eckhard Cordes und vor allem Chefstratege Rüdiger Grube noch in China. Aus Konzernkreisen hieß es, es sei deshalb unwahrscheinlich, dass dann über das Thema Chrysler gesprochen werde.

Chrysler-Sprecher Ken Levy lehnte nach Angaben der US-Medien einen Kommentar dazu ab, welche Aktionen bei Chrysler in Detroit diskutiert würden. Chrysler schaue sich verschiedene Möglichkeiten an. "Wir ziehen eine Menge Dinge in Erwägung, die unser Unternehmen verbessern", erklärte er. Eine Entscheidung, welche Maßnahmen durchgeführt würden, hänge davon ab, wie Chrysler während des Sommers in dem Preiskrieg abgeschnitten habe, hieß es.

Chrysler habe beschleunigte Kostensenkungsmaßnahmen und für die kommenden sechs Monate eine Reduzierung der Stellen um zwei Prozent durch die Nichtbesetzung frei werdender Stellen versprochen, hieß es in den US-Medien. Der US-Absatz von Chrysler sei aber im August um sechs Prozent auf 190.388 Autos gefallen. Hierdurch sei der Marktanteil auf 11,8 Prozent geschrumpft, den niedrigsten Stand seit 15 Jahren. Das Unternehmen sei auch von Toyota im US-Markt als drittgrößter Autohersteller hinter GM und Ford abgelöst worden.

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