Chrysler: Kanadier in Sorge

Die kanadische Automobilarbeitergewerkschaft CAW (Canadian Auto Workers) steht der Übernahme von Chrysler durch die amerikanische Investmentfirma Cerberus Capital skeptisch gegenüber.

Er sei "enorm besorgt", betonte CAW-Präsident Buzz Hargrove am Montag (14.5.) in Toronto. Es sei das erste Mal, dass eine Investmentfirma einen Autohersteller gekauft habe. Die Gewerkschaft habe in der Vergangenheit keine guten Erfahrungen mit Investmentfirmen gemacht. Hargrove verlangte eine schriftliche Erklärung, dass keine Arbeitsplätze von Mitgliedern der CAW bei DaimlerChrysler durch die Übernahme betroffen seien.

Dagegen hatte Ron Gettelfinger, der Präsident der amerikanischen Automobilarbeiter-Gewerkschaft UAW (United Auto Workers), die Übernahme am Montag als im besten Interesse der UAW-Mitgliedschaft, der Chrysler Group und von Daimler-Chrysler bezeichnet. Gettelfinger kündigte in Detroit an, dass die UAW bereit sei, nach Abschluss des Verkaufs mit den neuen Besitzern zu arbeiten. Die Gewerkschaftsführer wollten sich am Dienstag mit Cerberus-Vertretern treffen. Man erwarte von Cerberus die Zusagen, die DaimlerChrysler gegeben habe.

Die Gewerkschaft beginnt im Juli neue Tarifverhandlungen mit den amerikanischen Automobilkonzernen. Dabei dürften General Motors, Ford und Chrysler mit Sicherheit weit reichende Konzessionen von der UAW fordern.

Cerberus übernimmt die Verpflichtungen von 18 Milliarden Dollar für Krankenversicherungen und Pensionen von Chrysler-Mitarbeitern und -Betriebsrentnern. Jeglicher Versuch, sie zu reduzieren - sie kosten Chrysler 1.500 Dollar je Auto - könnte zu Streitigkeiten mit der UAW führen, schrieb die "New York Times" am Dienstag in ihrer Onlineausgabe. Cerberus dürfte aber auch darauf drängen, dass die UAW Chrysler die gleichen Konzessionen im Krankenversicherungsbereich gibt, die GM und Ford bereits im vergangen Jahr erhalten hatten.

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dpa

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