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Chrysler

Nur laue Dementis zu möglichem Verkauf

Foto: Daimler-Chrysler

Will Daimler-Chrysler seine amerikanische Tochter nun doch los werden. Nach zweideutigen Aussagen und einem lauen Dementi der Verkaufsabsichten, brodelt die Gerüchteküche.

26.10.2006

Als Konzernsprecher Hartmut Schick am Mittwoch abend (25.10.) die da schon aufgeflammten Gerüchte um eine mögliche Trennung von der amerikanischen Tochter Chrysler mit einem Dementi ("Chrysler steht nicht zum Verkauf") einzufangen versuchte, passierte das prompte Gegenteil. Zu lau kam der Widerspruch, vor allem weil zuvor auch Daimler-Chrysler Chef Dieter Zetsche die Möglichkeit einer klaren Aussage umschifft hatte.

Hochgeschossen waren die Spekulationen, nachdem Konzern-Cheffinanzer Bodo Uebber auf einer Telefonkonferenz trotz mehrfacher Nachfrage keine klare Aussage treffen mochte, davon sprach, dass man sich im Fall der tief in die roten Zahlen gerutschten Chrysler-Sparte "alle Möglichkeiten offen halte." Marktbeobachter glauben in den vagen Aussagen einen Wandel im Denken des Topmanagements ausmachen zu können.

In der Tat: Wenig wahrscheinlich ist, dass Uebber seine Zweideutigkeiten im Falle Chrysler ohne Absprache mit der Konzernspitze getroffen hat. Dabei erinnert das Vorgehen daran, wie Uebbers Vorgänger Manfred Gentz Ende 2004 ebenfalls in einer Telefonkonferenz, wie es schien, ohne Not die Zukunft von der Kleinwagenmarke Smart in Frage stellte. Auch damals gab es halbherzige Dementis, danach kam der Kahlschlag bei Smart.

Nun also Chrysler. Seit dem Zusammengehen 1999 hat die amerikanische Sparte dem Konzern hauptsächlich Kummer beschert, die Wende zum Besseren, die der Autobauer zwischenzeitlich genommen hatte, scheint nur ein Strohfeuer gewesen zu sein. Immer wieder hatte es darob in den vergangenen Jahren Gerüchte gegeben, Daimler wolle den US-Autobauer wieder los werden. Groß war deshalb die Erleichterung auf amerikanischer Seite, als Dieter Zetsche im Herbst 2005 vom Chrysler-Chefsessel kommend die Nachfolge von Jürgen Schrempp als Konzernlenker antrat. Mit ihm, den die Amerikaner schon adoptiert hatten und der wie kein Zweiter im Konzern weiß, wie der amerikanische Markt tickt, könne für Chrysler nichts anbrennen.

Wankt Chrysler-Hoffnungsträger Zetsche?

Diesen Eindruck vermittelte Zetsche bislang auch immer. Wo immer gefragt, stand er fest zu Chrysler. Nachfragen ob nicht vielleicht doch eine Trennung eine Option sein könnte, wurde mit einem kategorischen Nein beschieden.

Davon war bei der Vorlage der Bilanzzahlen für das dritte Quartal, bei dem für Chrysler ein Defizit in Größenordnung von 1,1 Milliarden Euro vermeldet wurde, nichts zu hören. Keine Treueschwüre von Zetsche an die Amerikaner, obwohol dazu in diversen Interviews die Gelegenheit bestanden hätte. Vage auch seine Aussagen zum Sanierungskurs: Man werde sich bis zum Ende des Jahres Zeit nehmen, die Lage gründlich zu analysieren und daraus die entsprechenden Schlüsse ziehen. Die entsprechenden Maßnahmen würden dann früh im Jahr 2007 bekannt gegeben. Ob dabei auch ein Verkauf eine Option sein wird, dazu sagte Zetsche nichts.

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