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Chrysler-Rettung

Chrysler angeblich mit Gläubigern einig

Foto: Chrysler 24 Bilder

Kurz vor Ablauf eines Ultimatums der US-Regierung gibt es für den Autobauer Chrysler neue Hoffnung auf eine Rettung vor der Pleite. Die privaten Gläubiger des drittgrößten US-Herstellers
stimmten im Streit um Milliardenschulden laut Medien überraschend einer Einigung zu.

28.04.2009

Bei der Opel-Mutter General Motors (GM) zeigten sich die Kreditgeber dagegen am Dienstag (28.4.) vorerst weiter stur.

Finanzministerium verhandelt erfolgreich mit Gläubigern

Der vom Finanzministerium erzielte Kompromiss könne Chrysler womöglich im letzten Moment vor einer Insolvenz bewahren, berichtete die "Washington Post" im Internet unter Berufung auf Insider. Für Chrysler läuft in der Nacht zum Freitag eine Galgenfrist der Regierung für einen erfolgreichen Sanierungsplan ab.

Chryslers Gläubiger würden ihre Forderungen dem Bericht zufolge von fast sieben auf zwei Milliarden Dollar reduzieren. Was sie für den Schuldenverzicht genau bekommen, war zunächst unklar. Bislang hatte ihnen die Regierung einen kleinen Anteil an Chrysler von weit unter zehn Prozent angeboten, sie selbst wollten aber 40 Prozent.

Keine Gläubiger-Übereinkunft bei GM in Sicht

Bei GM blocken die Kreditgeber angesichts eines Schuldenbergs von rund 27 Milliarden Dollar (21 Mrd Euro) dagegen weiter ab. Sie sehen sich wie bisher die Chrysler-Gläubiger gegenüber dem Staat und der Automobilarbeiter-Gewerkschaft UAW benachteiligt. Regierung und Arbeitnehmer sollen für ihren Schuldenverzicht jeweils die große Mehrheit an GM und Chrysler bekommen, die GM-Gläubiger aber nach dem Willen des Konzerns und des Finanzministeriums nur zehn Prozent.

Chrysler will der UAW laut US-Medien einen Anteil von 55 Prozent geben im Tausch gegen Milliardenansprüche für den Gesundheitsfonds von Betriebsrentnern. Zunächst 20 und später womöglich 35 Prozent soll der italienische Fiat-Konzern bekommen, über dessen Einstieg noch verhandelt wird.

GM-Insolvenz immer wahrscheinlicher

GM bietet dem Staat in seinem neuen Rettungsplan mindestens 50 Prozent an, der Gewerkschaft weitere knapp 40 Prozent. Eine große GM-Gläubigergruppe wies die Offerte von lediglich zehn Prozent für ihre Forderungen als "weder annehmbar noch angemessen" zurück.

GM hat von US-Präsident Barack Obama für seinen Sanierungsplan bis Ende Mai Zeit bekommen - einen Monat länger als Chrysler. GM-Chef Henderson bezeichnete eine Insolvenz aber erst am Montag auch wegen des Widerstands der Kreditgeber als nun "noch wahrscheinlicher".

Fiat an Chrysler und Opel interessiert

Den Fiat-Einstieg bei Chrysler hat Obama zur Bedingung für weitere sechs Milliarden Dollar an Hilfen gemacht, vier Milliarden Dollar flossen schon. Die Italiener sind grundsätzlich auch am deutschen Autobauer Opel interessiert. Chrysler gehört derzeit noch dem US-Finanzinvestor Cerberus. Der deutsche Daimler-Konzern vereinbarte gerade den endgültigen Ausstieg aus seiner Restbeteiligung.

Die Beteiligung Fiats könne zur Not auch im Insolvenzverfahren zu Ende verhandelt werden, hieß es in US-Medien. Das Unternehmen werde dann entweder mit dem Partner eine Sanierung unter Gläubigerschutz versuchen oder endgültig abgewickelt. Fiat will allerdings kein Geld bezahlen, sondern die von Chrysler dringend benötigten kleinen und spritsparenden Modelle einbringen.

GM will seinem am Montag vorgelegten Rettungskonzept zufolge vorerst nochmals 11,6 Milliarden Dollar an Staatshilfen. Dies wären zunächst rund drei Milliarden Dollar weniger als früher gefordert. Bislang bekam der Autobauer bereits 15,4 Milliarden Dollar. Der Konzern will sich gesundschrumpfen und plant noch massivere Einschnitte als bisher bei Jobs, Werken, Marken und im Händlernetz.

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