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Chrysler-Rettung

Kleiner Hoffnungsschimmer für Chrysler

Foto: Chrysler 24 Bilder

In den fieberhaften Bemühungen um die Rettung des schwer angeschlagenen US-Autoherstellers Chrysler gibt es leichte Fortschritte. Ein Durchbruch steht jedoch weiterhin aus, das Schicksal des Unternehmens bleibt unklar.

27.04.2009

Immerhin bringen die Annäherung zwischen Chrysler-Gläubigern und US-Regierung sowie Zugeständnisse der Gewerkschaften den Fiat-Konzern dem angestrebten Einstieg bei dem amerikanischen Autobauer etwas näher. Washington hatte Chrysler Zeit bis Ende April für ein tragfähiges Zukunftskonzept gegeben, danach droht auch ein endgültiges Aus.

Gläubiger verzichten teilweise auf Forderungen

Das "Wall Street Journal" berichtete am Samstag (25.4.), die Chrysler-Gläubiger hätten ihre Forderungen etwas zurückgeschraubt. Chrysler schuldet den rund 45 Banken und Finanzfirmen knapp sieben Milliarden Dollar. Sie seien nun bereit, auf einen größeren Teil der Forderungen zu verzichten und sie auf 3,75 Milliarden Dollar zu drücken. Auch hätten sie ihre Bedingung aufgegeben, dass Fiat eine Milliarde Dollar in Chrysler investiere - etwas, was der italienische Konzern stets kategorisch abgelehnt hatte.

Auch nach diesen Zugeständnissen ist die Kluft zwischen Gläubigern und US-Regierung immer noch riesig. Die Geldgeber fordern nach wie vor einen Anteil von 40 Prozent an einem neuen Chrysler-Konzern, Washington will ihnen nur fünf Prozent zugestehen. Außerdem will die Regierung, dass sie noch mehr Kredite erlassen und die Chrysler-Verschuldung nur noch bei 1,5 Milliarden Dollar liegt. Es sei ein "Wunder" nötig, damit sich die Seiten bis Ende April einigen, zitierte die "Washington Post" einen Beteiligten.

Warten auf den Fiat-Einstieg

Eine Einigung mit dem Gläubigern ist entscheidend für die Frage, ob Chrysler in die Insolvenz muss oder am Ende vielleicht sogar abgewickelt wird, wenn der Einstieg von Fiat scheitert. Für diesen Fall werden schwere Schockwellen für die US-Autobranche befürchtet: Chrysler selbst hat 54.000 Beschäftigte und ist auch wichtig für das Geschäft hunderter Zulieferer. Angesichts der kritischen Lage machten Gewerkschaften Zugeständnisse bei Gesundheits- und Rentenzahlungen.

Laut "Washington Post" sind die Gläubiger jedoch weniger flexibel, weil sie davon ausgingen, bei einer Abwicklung von Chrysler noch 30 bis 50 Prozent ihres Geldes zurückkriegen zu können. Insofern seien sie nicht gewillt, einen deutlich größeren Teil der Schulden zu erlassen. Laut übereinstimmenden Medienberichten der vergangenen Tage könnte Chrysler bereits in den nächsten Tagen Insolvenz anmelden. Bei dem Verfahren nach Kapitel elf des US-Insolvenzrechts wäre das Unternehmen zunächst vor Forderungen der Gläubiger geschützt und könnte Altlasten abwerfen. Fiat würde auch bei einem insolventen Chrysler-Konzern einsteigen.

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