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Classic Days 2013

Die Grand Dame des Rallyesports

Foto: Michael Rassinger 7 Bilder

Ewy Rosqvist, Gewinnerin der Großen Straßenpreises von Argentinien 1962, plauderte bei den Classic Days auf Schloss Dyck mit Motor Klassik. Auf dem Rundkurs fuhr die Renn-Baronin in einem Mercedes-Benz 220 SEb. Mit einem Auto dieses Typs gewannen sie und Beifahrerin Ursula Wirth in Argentinien.

04.08.2013 Michael Rassinger Powered by

Ewy Rosqvist ist ein Phänomen. Einen Tag nach ihrem 84. Geburtstag sitzt die Rallye-Pilotin, die durch ihre Heirat zur Baronin von Korff wurde, mit perfektem Make-up bei den Classic Days Schloss Dyck auf dem Sofa von Motor Klassik beim Interview. Die Renn-Baronin war zum ersten Mal bei den Classic Days und begeistert von ihrer Überraschungsfeier: "Es gibt keinen schöneren Rahmen, einen Geburtstag zu feiern als hier. Ich war völlig überrascht, dass so viele Leute von meinem Geburtstag wussten und mit mir feierten."

Ewy Rosquvist schnuppert mit 25 Rallye-Luft

So ganz zufällig kam die charmante Schwedin aber nicht zum Rallyesport. Als Tochter einer Landwirtsfamilie in Südschweden war die Veterinärassistentin viel unterwegs und musste überwiegend schlechte Straßen und Wege bewältigen. Als sie dann 1954 bei der Rallye "Mitternachtssonne" als Passagier mitfährt, erwächst der Wunsch, als Fahrerin oder zumindest Beifahrerin bei einer Rallyeveranstaltung mitzumachen. 1956 ist sie tatsächlich dabei, drei Jahre später gewinnt sie  mit einem Volvo erstmals den Damenpokal  in der Rallye-Europameisterschaft.

Im Video sind historische Aufnahmen vom Großen Straßenpreis in Argentinien zu sehen:

Als Werksfahrerin zu Mercedes-Benz

Mercedes-Benz wurde auf die erfolgreiche Fahrerin aufmerksam und verpflichtete sie 1962 für das Werksteam. Noch im Herbst desselben Jahres durfte sie dann beim Großen Straßenpreis von Argentinien teilnehmen. Hoffnung auf den Sieg machte ihr der damalige Mercedes-Rennleiter Karl Kling aber nicht: "Das ist das härteste Rennen, das es überhaupt gibt. Gewinnen wirst du es sicher nicht." Der argentinische Formel-1-Weltmeister  Juan Manuel Fangio dagegen gab sich positiver und prophezeite ihr den Sieg: "Wenn du so fährst, wie du immer gefahren bist, dann gewinnst du. Die Männer sind nämlich alle verrückt."

Fangio prophezeit Rosqvist den Sieg

Fangios Worte sollten sich bewahrheiten: Obwohl Ewy Rosqvist nur den „kleinen“ MB 220 SEb mit 2,2 Litern Hubraum fahren durfte (die Männer im Team hatten eine Dreiliter-Limousine zur Verfügung), nutzte sie ihre Chance. Zusammen mit Ursula Wirth als Beifahrerin wurde das Damenteam zunächst belächelt. Das Mitleid mit den blonden Schwedinnen wandelte sich nach der zweiten gewonnenen Etappe aber in Begeisterung. Als das Duo schließlich nach 4.624 Kilometern auch die letzte von sechs Etappen gewann, herrschte ein Jubel, der zeitweise sogar die das Weltgeschehen dominierende Kuba-Krise in den Hintergrund rückte. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von fast 127 km/h hatten Rosqvist und Wirth beim Großen Straßenpreis von Argentinien den Sieg eingefahren. Die "verrückten Männer" lagen trotz stärker motorisierter Fahrzeuge nämlich allesamt im Graben.

Nach fünf Jahren für Mercedes beendete Rosqvist ihre Karriere als Motorsportlerin ist seitdem  als Markenbotschafterin für den Stuttgarter Autobauer unterwegs. Bei den Classic Days auf Schloss Dyck fuhr die Schwedin den Heckflossen-Mercedes, mit dem sie auch in Argentinien siegreich war. 2014 gibt es dann noch mehr zu feiern: Ewy Rosqvist wird 85.

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