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Classic Days 2014

Camping am Schloss Dyck

CD 2014 Camping
Foto: Schneider 18 Bilder

Im Rahmen der Classic Days auf Schloss Dyck haben sich auf etliche klassiche Wohnmobile und -gespanne eingefunden. So etwa einer der ersten Vans, der Lloyd 600 "Theodor" mit seinem Eigentümer Uwe Beier.

03.08.2014 Bérénice Schneider Powered by

Die 50er Jahre. Konrad Adenauer regierte seit 1949 in Bonn die junge deutsche Bundesrepublik, der VW Käfer wurde 1955 zum einmillionesten Mal ausgeliefert, der Begriff "Wirtschaftswunder" ging im selben Jahr in den allgemeinen Sprachgebrauch über. Deutschland ging es gut. Die Wirtschaft florierte und die Deutschen gingen auf Reisen. Zunächst noch mit Zelt und Luftmatratze, bald mit den langsam aufkommenden Campingwagen wie der Austermann Knospe, Dethleffs Tourist oder dem Hymer Eriba Puck. Intelligente Wägelchen, die sich wie die Knospe in der Gesamtbreite von 1,50 m auf 2,10 m oder wie der Tourist von 1,82 m auf 2,35 m in der Höhe vergrößern ließen.

Aber wozu sein Häuschen hinter sich her ziehen, wenn es doch zugleich das Fortbewegungsmittel selbst sein kann? Das Wohnauto kam als Konsequenz dieser Überlegung und der zunehmenden Reiselust der Deutschen Ende der 1950er auf den Markt. Der 1957er Lloyd 600 "Theodor" von Uwe Beier ist ein solches Wohnauto. Der sechssitzige Bus kann neben dem Fiat 600 Multipla als einer der ersten Vans angesehen werden.

Beier hat eine Schwäche für deutsche Kleinwagen der Nachkriegszeit. Als er vor einem Jahr die Anzeige für den Lloyd 600 "Theodor" sah, war ihm sofort klar: Den wollte er haben. Er rief den Eigentümer an und erkundigte sich nach dem Fahrzeug. Aber er kam fast zu spät: Zwei andere hatten bereits Besichtigungstermine vereinbart - wenn der kleine Bus dann noch da wäre, könne Beier ihn sich ansehen, sagte der Eigentümer. Beier verbrachte eine schlaflose Nacht und rief am nächsten Tag wieder an. "Ich sagte: 'Ich zahle 2000 Euro mehr als die anderen. Ich kaufe ihn unbesehen und beschwere mich später nicht." So kam es dann.

Ein halbes Jahr hat Beier den Lloyd restauriert - keine Komplettrestaurierung. Die Motorhaube und die Seiten brauchten neuen Lack, das Faltschiebedach, eine Sonderanfertigung für den Erstbesitzer, musste erneuert werden, ebenso die Bremsen. Den Motor hat Beier erneuert, die Radkappen ausgebeult und die Schrift mit einem dünnen Pinsel nachgemalt. Beim Sattler um die Ecke bekam der Theodor die Sitze neu gepolstert und bezogen, sowie passende Gardienen.

"Es gibt nicht mehr viele 600 Theodors", erzählt Beier und erklärt den Grund. Da die Karosserie einen Holzrahmen habe, sei das Holz vielfach über die Jahre verrottet, der Bus irgendwann als reines Transportmittel für Bauuntensilien missbraucht worden, ehe er den Weg zum Schrottplatz fand.

Nun, wo er fertig ist, soll er noch einen Anhänger bekommen. 400 Kilo Anhängelast hat er - da kann Beier künftig noch einen seinen anderen Kleinwagen transportieren.

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