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Classic Days Schloss Dyck - Charme & Style

Wirtschaftswunder und die wilden 20er

Classic Days Schloss Dyck - Schild Foto: Kai Klauder 34 Bilder

Bei den Classic Days Schloss Dyck sind Oldtimerfans in zeitgenössischer Klamotte einer der optischen Leckerbissen - mit Knickerbocker, Chiffonkleid, Sonnenschirm und Hut. Der Bereich Charme & Style ist reserviert für die Teilnehmer, die sich passend zu ihrem Fahrzeug in Schale werfen.

05.08.2010 Powered by

Ursula und Gerrit Jung gehören zu dieser Spezies der Oldtimerfans, die ein schlüssiges Gesamtbild abgeben. Sie scheinen geradewegs einer TV-Serie der Sechziger-Jahre entsprungen zu sein. Wie einst Alfred Tetzlaff, mit grauer Anzughose, passender Weste und Cordhut sowie einem zeitgenössisch gemusterten Kleid passen sie wie die berühmte Faust aufs Auge - in diesem Fall ein 1961er Opel P2 Rekord in blau-weißer Zweifarblackierung.

Alles original 60er - vom Campingstuhl bis zum Cordhut

"Und die passenden Campingstühle haben wir auch dabei", freut sich Gerrit Jung. Die Beiden sind schon zum vierten Mal bei den Classic Days dabei. Nach drei Jahren Teilnahme mit einem Tempo-Dreirad bei dem Wirtschaftswunder-Concours haben sie nun ihren Opel Rekord ausgewählt und parken ihn auf der Schwarznußwiese bei der Charme & Style-Gartenparty.

"Ein Dekra-Prüfer hat mich auf das Auto hingewiesen, ich hab mir den Opel angeschaut und gekauft - das ist nun schon 16 Jahre her", erzählt Gerrit Jung. "Doch das Auto war mit 165.000 Kilometer damals ein 'Verbrauchtauto'. Ich habe ihn einmal komplett neu aufgebaut und seither wird der Rekord vor allem zu Treffen und kleinen Ausfahrten genutzt." So sind in 16 Jahren immerhin schon 20.000 Kilometer hinzugekommen. Die Jungs legen Wert auf Originalität. So sorgt im Motorraum die Bosch-6V-Batterie für zuverlässiges Anspringen. "Es ist mittlerweile aber schon die zweite, die erste hat im biblischen Alter von zwölf Jahren ihren Geist aufgegeben", sagt der Düsseldorfer. Und auch die Reifen - originalgetreue Weißwand-Diagonalreifen dürfen natürlich nicht fehlen. "Andere fahren moderne Reifen, aber ich will das Gefühl von damals haben, das geht nur mit den originalen Schlappen."

Ein Austin namens Constance

Gleich mit drei Klassikern ist Hermann Herfurter angereist, einem Doppeldecker-London-Bus, einem Amphicar und einem Austin Seven, zu dem optisch am besten passt. "Als ich vor vier Jahren mit einer Harley die Route 66 fuhr, traf ich einen Austin Seven Club. Und da habe ich beschlossen: So einen muss ich einfach haben." Und 2008 wurde der Neusser auch fündig. Ein Engländer, der einst mit seinem Austin Seven nach Deutschland gezogen war, hatte eine Annonce aufgegeben. "Ich bin dann gleich mit Trailer hingefahren. Der gute Mann hat sich ein bisschen erschreckt, dass es so schnell ging und seine Frau hatte Tränen in den Augen, als ich mit Constance - so hatten sie den Kleinen getauft - auf dem Hänger vom Hof gefahren bin. Heute schickt mir der Vorbesitzer immer noch Teilepakete, wenn er mal wieder was in der Garage findet."

Von Mallorca zu den Classic Days

Ein paar Meter neben dem kleinsten Auto auf der Schwarznußwiese hat Otto Pfeil seinen monumentalen Chrysler Six abgestellt. Vor 20 Jahren hatte er den Vorkriegs-Amerikaner in Belgien für einen Freund gekauft, der das 1925 gebaute Automobil auf Mallorca pilotierte. Nach dessen Tod vor zwei Jahren übernahm Pfeil den Wagen, besucht mit ihm Oldtimerveranstaltungen und fährt Rallyes. "Etwa sechs Veranstaltungen stehen bei mir pro Jahr im Kalender. In diesem Jahr unter anderem die ADAC Deutschlandfahrt, die Trentino Classik und natürlich die Classic Days", sagt der Kölner. Bei den Oldtimerrallyes überzeugt der 3,3-Liter-Sechszylinder im Chrysler Six mit seiner Laufruhe. "Die 68 PS sind absolut ausreichend und dank der hydraulisch unterstützten Vierradbremse kommt die Fuhre auch schnell zum Stehen."

Familienausflug im Rolls-Royce

Thomas Ortelt ist ebenfalls ein Freund des großen Automobil-Kalibers. Er nutzt die Classic Days Schloss Dyck für einen Familienausflug in seinem Rolls-Royce 20/25. "Als ich den Rolls-Royce mit der einzigartigen Hooper-Karosserie auf der Techno Classica 1994 oder 1995 entdeckte, stand der Entschluss fest - den kauf' ich mir.", erzählt Ortelt, der zum damaligen zeitpunkt schon länger nach einem der luxuriösen Briten Ausschau hielt. Rund 2.000 Kilometer legt der Mülheimer mit seinem Luxus-Oldtimer im Jahr zurück. Auch bei ihm sind die Classic Days rot im Kalender markiert: "Das wunderschöne Ambiente und die bunte Zusammenstellung machen die Classic Days einzigartig."

Gekommen, um zu zeigen

Frank Bachhausen aus Düsseldorf fällt mit seinen Knickerbockern im Karomuster schon von weitem auf. Der Düsseldorfer ist schon seit jeher Oldtimerfan und besitzt mittlerweile acht Fahrzeuge. Der ehemalige Bäckereibesitzer besitzt einige Nutzfahrzeuge, mit denen einst auch Backwaren ausgeliefert wurden. Etwa einen seltenen Manderbach, einen Framo-Lizenzbau von 1954, ein Tempo-Dreirad von 1953, einen Pferdebrotwagen und ein Opel LKW von 1927, den er im nächsten Jahr den Classic Days-Besuchern präsentieren will. "Denn schließlich will man die alten Autos nicht nur in der Garage stehen haben, sondern auch zeigen."
 
Genau wie den Adenauer-Mercedes von 1952, einen der ersten Exemplare von dem seit Herbst 1951 gebauten Klassiker. Bachhausen interessiert vor allem auch die Technik, die in seinen Klassikern steckt. "In dem Mercedes 300, dem W186, zum Beispiel steckt im Prinzip ein Vorkriegsmotor drin."

Der erste Ford

Das älteste Auto auf der Schwarznußwiese war in diesem Jahr übrigens ein Quadricycle, das erste von Henry Ford entwickelte Fahrzeug, das zwischen 1896 und 1901 nur dreimal gebaut wurde. Allerdings handelte es sich bei dem Exemplar auf der Picknickwiese um einen Nachbau, den die Ford-Werke Köln 1980 in Auftrag gegeben hatten. Die Quadricycle-IG half bei der Restaurierung, die von 2009 bis 2010 vorgenommen wurde. Auf der Sitzbank hatte Laura Glasmacher Platz genommen, die Frau eines der Restaurierer. Bei dem Demonstrationslauf beobachteten die Besucher ungläubig das Bremsprozedere: "Mit einem seitlich ausgestellten Fuß gegen das laufende Rad drücken" - genau so wurde es allerdings den Besitzern des Quadricycle empfohlen.

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