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Classic Days Schloss Dyck

Gulf-Porsche 917 bei den Classic Days 2013

Foto: Archiv 13 Bilder

Der legendärste Porsche 917 des Gulf Wyer Teams ist Star-Gast bei den Classic Days 2013 auf Schloss Dyck. Es handelt sich um einen 600 PS starken Original-Werkswagen aus dem Baujahr 1969, einen der erfolgreichsten Porsche 917.

12.07.2013 Michael Rassinger Powered by

Wer einen in den Gulf-Farben Blau und Orange lackierten Porsche 917 auch nur aus dem Augenwinkel erblickt, denkt unwillkürlich an den Steve McQueen-Filmklassiker "Le Mans". Als ein Meilenstein des Motorsportfilms  beschreibt das Epos die Rivalität zweier Rennfahrer beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans. Während ein Teil der Dreharbeiten beim echten Rennen von 1970 stattfand, ist das Duell der Autos der Hauptdarsteller dagegen historisch nicht korrekt: Der Porsche 917 trat tatsächlich ab 1969 in Le Mans an, zu einem ernstzunehmenden Schlagabtausch mit dem im Film gezeigten Ferrari 512S kam es in Wirklichkeit dort aber nicht.

Porsche 917 überrascht Ferrari in Genf

Der Grund ist simpel: Ferrari wurde vom 1969 auf dem Genfer Automobilsalon vorgestellten Porsche 917 völlig überrascht. Ein Jahr vorher hatte die FIA den Hubraum für Sport-Prototypen auf drei Liter und für Sportwagen auf fünf Liter begrenzt. Auf diese neue Regelung reagierte Porsche mit einem neuen Sportwagen, um das neue Hubraumlimit mit Blick auf Gesamtsiege voll ausnutzen zu können. Die Konstruktion und den Bau des neuen Sportwagens sollte in vertretbarem Rahmen erfolgen, denn die für die Rennzulassung erforderliche Mindeststückzahl wurde von 50 auf 25 gesenkt. Die Zuffenhausener Sportwagenschmiede ging trotzdem ein großes Risiko ein, denn die Entwicklungskosten waren hoch und die Abnahme der hochwertigen Autos durch Rennteams und Privatkunden nicht garantiert. Der damalige Entwicklungsleiter Ferdinand Piëch bezeichnete den 917 daher auch als "das riskanteste Auto seines Lebens", wurde es doch direkt vom Reißbrett und unter großem Zeitdruck gebaut.

Im Video ein kurzer Abriß über den Porsche 917 mit historischem Bildmaterial:

Ferrari musste nun schleunigst nachziehen und baute den 512S, der aber beim Rennen 1970 dem damals schon ein Jahr in Erprobung stehenden Porsche 917 unterlegen war. Außerdem musste der italienische Rennstall in Le Mans 1970 zahlreiche Verluste hinnehmen: Drei Ferrari 512S waren in einen Crash verwickelt. Zu ihnen gesellte sich ein vierter 512S, der zwar dem Unfall-Trio ausweichen konnte, dabei aber den Motor überdrehte. Nachts kam ein fünfter Ferrari hinzu, als Jacky Ickx, der bis dahin an zweiter Stelle lag, einen schweren Unfall hatte. Es war also zweifellos eine Pechsträhne für Ferrari, weshalb sich der rot-weiße von Porsche Salzburg ins Rennen geschickte 917 ungehindert an die Spitze setzen konnte und mit den Fahrern Hans Herrmann und Richard Attwood gewann: Der erste von insgesamt 16 Gesamtsiegen für Porsche beim berühmtesten Langstreckenrennen der Welt.

Gulf Racing Team mit charakteristischer Lackierung

Das Gulf Wyer Team - finanziert  durch Gulf Oil, eine der größten Ölfirmen im 20. Jahrhundert - lackierte seine Rennfahrzeuge in hellblau und orange, was bis heute zu den wohl populärsten Renn-Farben gehört und bei zahlreichen von Gulf gesponserten Rennteams zu sehen ist. Die Bekanntheit dieser Farbgebung wurde nicht zuletzt durch Steve McQueen alias Michael Delaney gesteigert, als er im "Le Mans"-Spielfilm für das Gulf Team im Porsche 917 startet.

Auch der bei den Classic Days vorgeführte Porsche 917 war bei den Dreharbeiten zum Film von Steve McQueen im Einsatz. Im Jahr darauf gewannen Porsche-Werksfahrer in diesem Auto drei Weltmeisterschaftsläufe, darunter das 24-Stunden-Rennen von Daytona mit dem Mexikaner Pedro Rodriguez und dem Engländer Jackie Oliver. Es ist zugleich das Auto, das für den letzten Erfolg eines Gulf-Porsche 917 sorgte: Derek Bell und Gijs van Lennep gewannen mit Chassis 917-013 das 1.000-Kilometer-Rennen von Paris im Oktober 1971.

Der aktuelle Besitzer wird den originalen Gulf-Porsche von 1970 auf dem Rundkurs um Schloss Dyck pilotieren. Jeder Motorsport-Fan darf sich also bei den Classic Days 2013 auf eine echte Rennlegende freuen, wenn der luftgekühlte Zwölfzylinder des Porsche 917 weithin vernehmbar zu brüllen beginnt.

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