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Classic Days Schloss Dyck - Schönheitswettbewerb

Jewels in the park - Concour d'Elegance

Jewels in the Park, Classic Days Schloss Dyck Foto: Archiv Classic Days 14 Bilder

Bei Jewels in the Park treffen sich rund 40 automobile Juwelen auf der Orangerie-Halbinsel von Schloss Dyck zum FIVA-A-Concours d‘Elegance. Die Fahrzeuge werden am 31. Juli und 01. August von der Jury vorgestellt. Siegerehrung ist am Sonntag, 01.08., um 14.45 Uhr.

23.07.2010 Powered by

Die Schauplätze für einen Concors d’Elegance sind meist ungewöhnlich, landschaftlich ausdrucksstark und haben eine Historie in der Ausrichtung von Top-Fahrzeug- Präsentationen im Bereich des Coachbuilding und der Prototypen-Schau: Mal ist es ein weltberühmter Golfplatz an der Pazifikküste wie in Pebble Beach, mal ist es das Grand Hotel am Comer See. Bei den Classic Days auf Schloss Dyck bilden der zwischen 1820 und 1840 angelegte englische Park mit fast 80 Hektar und das Schloss selbst eine eindrucksvolle Kulisse für die automobilen Schönheiten.

Hochglanzrestaurierung, authentischer Erhaltungszustand und Prototypen

Mehr als 35 ausgefallene Karosserien der Coachbuilding-Ära und Prototypen waren im Jahr 2009 im FIVA-A-Concours auf der Orangerie-Halbinsel des Schlosses ausgestellt. Dabei gab es bereits zum dritten Mal auch eine Wertung für das Siegerfahrzeug im Originalzustand. "Best preserved and most original" ist der authentische Zustand, den die FIVA seit 2008 als besondere Kategorie auslobt. Auf Schloss Dyck stehen die unrestaurierten Teile des Schlosses und die restaurierten Gebäude in einer reizvollen Spannung mit den perfekt restaurierten Teilnehmerfahrzeugen aus aller Welt in den FIVA Kategorien A-E einerseits und zum anderen den Wagen in bemerkenswertem Originalzustand in einem eigenen Wertungsbereich. Dazu scharen sich Prototypen und Studien um die angelegten Blumenbeete auf der Orangerie - sie sollen dem Betrachter eine Idee vom automobilen Übermorgen vermitteln. Der Bugatti Typ 64, kurz vor Jean Bugattis Tod vor dem Zweiten Weltkrieg entwickelt, vereinte 2009 gleich zwei Kategorien bei den Classic Days: Prototypenbau und unrestauriertes Einzelstück. Er gewann seine Klassen.

Charme & Style - in zeitgenössischer Kleidung zum Picknick

Zu Zeiten, als man stilvoll und mit entsprechender Brieftasche einen Wagen als rollendes Chassis beim Hersteller bestellte und dann bei einem Blechschneider und Carossier geschmackvoll mit einem Aufbau versehen ließ, entstanden jene seltenen Einzelstücke, die die Classic Days dem Publikum und der internationalen Jury zeigen wollen: Das Zeitalter des Couchbuilding ist Hauptaugenmerk bei den Jewels in the Park, dem FIVA-Concours. Dennoch gibt es neben dem sehr ernsten Thema der Sammler und Connaisseure im Park auch einen stimmungsvollen und mit viel Liebe und Detailgenauigkeit inszenierten Auftritt im Bereich Charme & Style. Dabei zeigen die Besitzer zeitgenössische Kleidung, Zubehör und Accessoires und pflegen ein authentisches Picknick inmitten der Fahrzeuge auf der Schwarznusswiese. Die Jewels in the Park dagegen verstehen sich als Treffpunkt der Sammler und Fachleute für individuelle Karosserien und als internationale Plattform zur Vorstellung von Sammlungs-Höhepunkten. Aus einer Bewerberzahl im fast dreistelligen Bereich wählt die Kommission bei den Classic Days im Vorfeld 35 bis 40 Concours-Teilnehmer.

Top-Concours mit Einzelstücken

Zusätzlich sind Mitglieder des Veranstalter-Vereins im In- und Ausland mit Sammlern im Gespräch und bewegen so manchen von ihnen, den roten Teppich in der Sammlung für zwei Tage gegen Schlossrasen und Terrakotta-Platten auf der Orangerie-Insel hinter der kleinen Barockbrücke zu tauschen. Lancia mit Kleidern von Michelotti und Vignale sind zu sehen, ein Austin-Healey, der am ersten Produktionstag noch von Hand mit Aluminium-Karosserie versehen wurde oder ein Bentley von 1937 mit Vesters & Neirinck-Aufbau, den sich ein niederländischer Industrieller hatte fertigen lassen. Die Liste der Preziosen setzt sich fort mit einem Rolls-Royce als Landaulette by Flewitt, einem Skiff Torpedo Labourdette Rolls, der mit seinem Bootsheck und dem typischen Skiff-Holz-Aufbau wie eine viel zu frühe Schönheit eines Riva-Aquarama anmutet.

Es versammeln sich Autenrieth-BMW, Mercedes-Benz 540 K, Bugatti 57C Aravis Cabriolet und gleich zwei von der Schweizer Werkstatt Graber karossierte Fahrzeuge: ein Bentley S1 als Drophead Coupe von 1955 und ein Delahaye 135M, Baujahr 1948. Coachbuilding-Fertigkeiten hatten sich die bekannten Karosseriespezialisten teilweise bis in die fünfziger Jahre bewahrt.

Viele Einzelstücke, "one-off" genannt, entstanden. Worblaufen, Graber, Pinin Farina, Erdmann & Rossi, Chapron, Pennock, Letourneur & Marchand sind nur einige der klangvollen Namen auf der Orangerie-Insel. Allesamt sind es keine Hersteller, sondern Fachleute des feinen Blechs. Im Jahr 2009 errang der Belgier Albert Lemaire mit seinem one-off Bugatti 57C Aravis Letourneur & Marchand Cabriolet den begehrten Best of Show-Gesamtsieg. Publikumsnah werden zudem die spannenden Geschichten der Sonderkarosserien erzählt, und Besitzer wie Fahrzeuge erfahren gleich eine vielfältige Wertschätzung. "Einen Top-Concours mit Einzelstücken zu organisieren, sensibel ausgewählt und hochwertig zurückhaltend präsentiert, und dann noch vor so vielen Menschen, denen wir Automobilgeschichte erzählen können - das ist famos", schwärmt Bernhard Jaeggy, Sammler aus dem Elsass. Er führt Jahr für Jahr andere bedeutungsvolle Schmuckstücke auf Schloss Dyck vor. In der Tat lockt die Attraktivität einer Rundstrecke mit den Racing Legends eine große Anzahl Zuschauer.

Hochkarätig besetzte Jury

All jene mit Automobil-Affinität und Sachverstand mischen sich mit motorsportlich Interessierten und sind das Publikum im Concours. Die Jury des 2010er FIVA-A-Concours Jewels in the Park listet denn auch klangvolle Namen in der Jurorenschaft: Caroline Bugatti, Jutta Benz, Simeon Graf Metternich werden streng bewerten. Klaus Kleophas, Norbert Schröder, Manfred Gotta, Fotograf Werner Eisele, Designer Wolfgang Seidl und Professor Paolo Tuminelli verstärken die Jury. Birgit Priemer, stellvertretende Chefredakteurin von auto motor und sport, ergänzt die Damenriege. Jeweils am Samstag und am Sonntag wird die Jury die Fahrzeuge in Augenschein nehmen, die finale Bewertung erfolgt dann am Sonntag um 12 Uhr vor den dicht gefüllten Rängen der Tribünen am Juryzelt auf den Schlosswiesen.

Sondershow  - 45 Jahre Opel GT

Dass ein Concours d’Elegance nicht nur mehr kann als passende Fahrzeug-Fahrer-Pärchen zeigen und den Geschmack der guten alten Zeit bewahren, beweisen die Classic Days nicht nur bei den Jewels in the Park mit Coachbuilding höchster Güte, sondern auch mit einer kleinen Sondershow zum Thema 45 Jahre Opel GT: Auf der IAA 1965 wurde ein Prototyp unter der Bezeichnung Opel GT Experimental zum ersten Mal einem überraschten Publikum gezeigt, das einen solchen GT kaum aus Rüsselsheim erwartet hätte. Mit seinen patentierten Schlafaugen-Lampen und einer Coke-Bottle-Form wurde der Opel GT begeistert aufgenommen, insgesamt wurden 103 463 Autos gebaut. Die Classic Days zeigen eine umfangreiche Reihe von Modellen der GT-Geschichte mit dem Experimental, dem Diesel-Weltrekord-Wagen, einem GT mit Elektro-Antrieb, aber auch den Aero als Cabrio und den Conreiro als besonders sportliche Variante.

Erstmals in Deutschlannd: Skoda präsentiert Prototyp von 1936

Auf der Orangerie-Insel findet sich ein großes Sonderzelt mit dieser Fahrzeugpräsentation, und die Organisatoren erhoffen sich Begeisterung weiterer Automobilmarken für solche Sonderthemen. Eine engagiert sich bereits in diesem Sommer: Skoda Deutschland holt den Sagitta von 1936, einen nur sieben Mal gebauten Prototyp, aus dem Werksmuseum in Mladá Boleslav. In dieser restaurierten Form ist das Auto erstmals in Deutschland zu sehen. Dazu kommt der Vorläufer des ersten Superb auf die Orangeninsel, ein sechssitziger Typ 645 von 1930, der im vergangenen Jahr bei einem anderen Concours bereits den zweiten Platz einheimste. Somit tut sich eine spannende Anzahl verschiedener Themen im Park auf, unter denen sich jeder Besucher die persönlichen Juwelen aussuchen kann.

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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