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Classic Days Schloss Dyck: Was bisher geschah

Schloss und Reiter - fünf Jahre Classic Days

Classic Days Schloss Dyck 2009 Foto: Frank Herzog 29 Bilder

Die Classic Days auf Schloss Dyck gehen 2010 (31. Juli und 1. August) erst in die fünfte Runde und zählen doch schon zu den ganz großen Veranstaltungen. Kein Wunder: Die Mischung und die Atmosphäre sind einmalig. Zuschauer und Akteure genießen zwei Tage historischen Motorsport und schöne Autos.

25.07.2010 Hans-Jörg Götzl Powered by

Die Jungs und Mädels vom Verein Classic Days werden den Vergleich nicht gern hören, aber es muss sein, weil der Vergleich nämlich hinkt, und deshalb machen wir es besser gleich: Ja, das Treiben rund um das mehr als 900 Jahre alte Wasserschloss in der Nähe von Neuss erinnert ein wenig an das Festival of Speed des Lord March im südenglischen Goodwood.

Motorsportfestival - Deutsches Goodwood

Hier wie dort gibt es einen Haufen hochkarätiger Klassiker, einen massiven Einsatz an Museumsautos der Fahrzeughersteller, eine Rennstrecke, einen Concours d‘Elegance, Picknick allenthalben, Besucher, die sich im Stil vergangener Epochen kleiden und allerlei Verkaufsstände, an denen man unter anderem die passenden Klamotten erwerben kann.

Dennoch, der Vergleich hinkt. Und das nicht nur, weil Schloss Dyck exakt 593 Jahre älter ist als Goodwood House und es im Rheinland nicht ganz so oft regnet. Zunächst einmal befindet sich Schloss Dyck im Besitz einer Stiftung, und der Veranstalter der Classic Days ist ein gleichnamiger, gemeinnütziger Verein (siehe Seite 10), der jeden erwirtschafteten Cent zur Erhaltung des Anwesens abgibt - ein im Veranstaltungsbereich ziemlich einsamer Vorgang. Dieser Verein hatte 2006 die Idee, die Zufahrtstraße zum Schloss, eine Allee sowie eine Verbindung zwischen Obstwiesen und einem Wohngebiet zu einem Dreieckskurs zu verbinden. Dann fragten die Vereinsmitglieder schüchtern bei einigen Clubs, Museen und Klassik-Besitzern an, ob man nicht darauf fahren wolle. Die Autos könne man ansonsten im Schlosshof abstellen, und für besonders hübsche Exemplare bestünde die Möglichkeit, einen Concours d‘Elegance einzurichten.

Der Erfolg überrascht die Verantwortlichen bis heute. In Windeseile war die Starterliste gut gefüllt, und selbst ein Unwetter, das in der Nacht vor der Premiere alle Zelte zerzauste, konnte nicht verhindern, dass am ersten August-Wochenende 2006 ein Klassiker nach dem anderen auf das Schlossgelände rollte. Darunter reichlich Edelmetall wie AFM, Abarth 1000 TC, AC Ace, Bentley, Bugatti, Ermini, Ferrari Daytona, Lotus 11, Maserati 250 F, 250 S und 300 S, Mercedes SS K, 300 SL und 190 SLS, jede Menge Porsche bis hin zu Donnerbolzen wie einem McLaren M8. In handlichen Gruppen ging es auf den 2,8 Kilometer langen Dreieckskurs zum so genannten Trips Memorial - Gleichmäßigkeitsläufen, die reichlich Raum für Fahrspaß ließen.

Olympischer Gedanke zählt

Und schon damals machten die Fahrer alles richtig: Sie gaben dort Gas, wo es problemlos möglich ist, machten dort Lärm, wo es die Zuschauer freut und hielten sich an Stellen, an denen grober Unfug für die Besucher gefährlich werden könnte, weise zurück. Wer am Sonntagabend einen Pokal mit nach Hause nehmen konnte, freute sich natürlich. Doch mehr als bei vielen anderen Gelegenheiten stand der olympische Gedanke im Vordergrund - und die Freude, möglicherweise bei der Premiere von etwas wirklich Schönem dabeigewesen zu sein. Gleiches gilt für den Concours d‘Elegance auf dem fein gepflegten Rasen hinter der Orangerie, zu dem sich viele Fahrzeugbesitzer nicht weniger in Schale warfen als am Comer See oder in Pebble Beach.

Erstaunliche 22.000 Besucher fanden den Weg zu den ersten Classic Days. Wer mit dem eigenen Old- oder Youngtimer anreiste, durfte direkt neben dem Schloss parken. Zwischen den Autos wurde gepicknickt, die Schlosshöfe wandelten sich zur Flaniermeile, und die gesamte Atmosphäre war mehr als entspannt. Kein Wunder, dass Bernd Langewiesche, ein Szene-Urgestein, am Abend resümierte: "Diese Art Veranstaltung ist genau das, was wir wollen - man trifft nette Leute in netter Atmosphäre, das Fahren und die Wertung treten in den Hintergrund." Ehrensache, dass auch Motor Klassik von Anfang an dabei war - ebenso wie Mercedes-Benz. Im Folgejahr klopften weitere Hersteller, Museen und Sponsoren an die Schlosspforte, auch die Teilnehmerzahl ließ sich nur mühsam im Zaum halten.

Promimagnet: Jochen Berger, Dieter Glemser, Bernd Schneider

Und im Jahr drei der Classic Days- Zeitrechnung ärgert sich ein Hans Herrmann, dass er die beiden ersten Ausgaben verpasst hat: "Diese Autos, das Ambiente, einfach toll. Ich war bereits zu den ersten beiden Classic Days eingeladen - und bedaure es sehr, dass ich nicht da war." Neben Herrmann gehören längst weitere Rennfahrerlegenden zu den regelmäßigen Gästen auf dem Dreieckskurs von Schloss Dyck: Isolde Holderied beispielsweise, Kurt Ahrens, Jochen Berger, Dieter Glemser, Jochen Mass, David Piper, Bernd Schneider, Klaus Peter Thaler oder Jockel Winkelhock. Sie alle spazieren zwischen den Läufen entspannt über das weitläufige Gelände, plaudern mit den Zuschauern und erfüllen Autogrammwünsche - etwas, das bei der Massenveranstaltung Festival of Speed im fernen England kaum noch möglich ist. "Schloss Dyck ist so, wie es in Goodwood früher einmal war", erklärt Jochen Mass dazu.

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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