Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Classic Days Schloss Dyck - Klassische Motorräder

Windgesichter - auf zwei Rädern ums Schloss

Classic Days Schloss Dyck, Motorräder Foto: Frank Herzog 6 Bilder

Piloten mit ausgesuchten Motorradveteranen der Baujahre 1920 bis 1945 und Gespannen bis 1965 werden auf dem 2,8 Kilometer langen Rundkurs der Classic Days Schloss Dyck (31.7. und 1.8.) das Publikum mit akrobatischen Einlagen in Verzückung versetzen.

24.07.2010 Powered by

Harry Hacker ist nicht nur bayerisches Urgestein. Der 51 Jahre alte Kaufmann aus Gröbenzell beschäftigt sich bereits seit 1978 mit der Marke Harley-Davidson und ist in der Szene bekannt wie ein bunter Hund. Er restauriert und beschafft weltweit selbst die rarsten Ersatzteile "seiner" Marke. Besonders die frühen 750er Modelle liegen ihm am Herzen. An Wochenenden jedoch gehen die Pferde mit ihm durch. Dann dreht er auf namenhaften Oldtimerveranstaltungen heftig am Gasgriff seiner Harleys, vornehmlich seines 1.000er 8-Valve Gespanns.

"Nicht gerade die Nordschleife, aber fahrbar"

So auch bei den 5. Classic Days, die das Schloss Dyck vom 31. Juli bis 1. August 2010 in den Ausnahmezustand versetzen. Überall dort, wo er mit seinem Renngespann in der Öffentlichkeit auftritt, zieht er mit seiner spektakulären wie atemraubender Fahrweise und der Leichtigkeit, wie er die alte Technik beherrscht, die Zuschauer in seinen Bann. Unter martialischem Getöse bringt es das betagte Vorkriegsgerät aus dem Jahre 1928 auf rund 64 PS - am Hinterrad, versteht sich. Es ist geradezu eine Show, den Bayern mit seinem 8-Valve-Gespann um den 2,8 Kilometer langen Dreieckskurs bei Schloss Dyck durch Schikanen tänzeln und um Kurven driften zu sehen. "Nicht gerade die Nordschleife, aber fahrbar", kommentiert Harry Hacker die Streckencharakteristik und freut sich mal wieder, seiner Harley so richtig die Sporen geben und das Publikum begeistern zu können.

Mit ihm geben sich noch weitere 22 ausgesuchte Zwei- und Dreiradraritäten ein Stelldichein der frühen Motorradgeschichte. Neben weiteren Harleys, wie etwa dem Pea-Shooter-Racer, einer 350er Einzylinder-Rennmaschine von Willy Wolf, die ihren Namen wegen ihres aparten Auspuffsounds trägt und einer schnellen JD 1200 Racer, deren harley-typischer V-Zweizylinder von zwei Nockenwellen zur Ventilsteuerung betätigt und von Peter Maeder um den Kurs gejagt wird, geben sich noch weitere Rennmotorräder der 20er Jahre die Ehre, um alte Rivalitäten wieder aufleben zu lassen. Zum Beispiel die Indian Daytona 101 Racer von Kurt Krüger.

Ältestes Motorrad am Start: Henderson von 1922

Neben weiteren sportlichen Einzylindern, die so berühmte Namen wie Velocette, Norton oder Moto Guzzi tragen, beleben aber auch großvolumige Tourensportmotorräder wie eine Henderson de Luxe, Jahrgang 1922, übrigens das älteste Motorrad im Feld, mit längsliegendem Reihenvierzylinder und 1.305 Kubikzentimeter Hubraum, eine JAP KT 1000 und Indian Scout den Rundkurs. Sogar ein schweres BSA G14-Gespann mit Handschaltung und Trittbrettern und Morgan Threewheeler mischen sich unters fahrende Volk. Zwischen all den Preziosen dürfen natürlich weder eine BMW R 66 noch Vincent Shadow fehlen.

Die Bayerin galt 1938 als die schnellste und auch teuerste Serienmaschine ihrer Zeit. Aber auch die Shadow, ein Augenschmaus für Technik-Verliebte, rannte 1939 bereits über 180 km/h. Nun wird es auf Schloss Dyck wohl nicht zu Geschwindigkeits-Exzessen kommen. Denn bei den jeweils zwei Wertungs-Läufen à fünf Runden am Samstag und Sonntag entscheiden gleichmäßige, auf hundertstel Sekunden genau gefahrene Rundenzeiten über Sieg und Niederlage. Zwischen den Läufen können die Motorräder im Fahrerlager, dem Park des Schlosses, aus direkter Nähe betrachtet werden. Darunter auch Modelle von AWD, dem ehemaligen rheinländischen Motorradkonfektionär August Wurring Düsseldorf. Ein bisschen Heimatkunde muss sein.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk