Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Clubszene 40 Jahre DAVC

"Wir wollen mit den Autos fahren"

Foto: 6 Bilder

Der Deutsche Automobil-Veteranen-Club DAVC feierte im Gründungsort Sindelfingen 40. Geburtstag. Motor Klassik gratuliert und befragt den DAVC-Präsident Heribert Simon über Vergangenheit und Zukunft des Clubs.

28.02.2005 Powered by

Ist der DAVC in den vergangenen 40 Jahren seinen Gründungszielen eigentlich treu geblieben?

Simon: Der DAVC wurde am 30. Januar 1965 von Waldemar Plessmann und seinen Freunden gegründet, um allen interessierten Personen sowie öffentlichen und privaten Institutionen zu helfen, historisches Wissen und technisches Kulturgut zu bewahren. Es galt und gilt, die noch vorhandenen frühen und die von der technischen Entwicklung her interessanten Fahrzeuge kommender Generationen zu erhalten und sie der Öffentlichkeit bei motorsportlichen Veranstaltungen und Ausfahrten zu präsentieren.

Der DAVC vereint heute wie damals auch gleich Gesinnte, die Freude am Restaurieren haben. In erster Linie wollen wir aber mit unseren Oldtimern fahren und auch Motorsport betreiben.

Wie ist der DAVC denn organisiert?

Simon: Der Club hat in Deutschland 15 Landesgruppen, die allen Oldtimerfreunden viele Aktivitäten bieten.

Um welche Aktivitäten geht es im Einzelnen?

Simon: Zum Beispiel gemeinsame Ausfahrten, Rallyes, spezielle Damenrallyes, Stammtische und Restaurierungsseminare. Alle zwei Jahre findet das Deutschlandtreffen aller DAVC-Mitglieder statt. Es gibt auch unsere attraktiven Fernfahrten, sei es die inzwischen bekannte Große Alpenfahrt für Vorkriegsfahrzeuge, die Dolomitenfahrt oder die jetzt anstehende Fernfahrt zum ehemaligen Königsberg. Als markenunabhängiger Veteranenclub bieten wir auch viel Expertenwissen.

Wo steht der Club heute?

Simon: Wir sind in 40 Jahren zum größten markenunabhängigen Automobil Veteranen-Club aufgestiegen. Der Grund liegt vermutlich mit darin, dass wir kein kompliziertes Aufnahmeverfahren haben. Uns ist jeder willkommen, der unser Hobby mit uns teilen möchte.

Wohin marschiert der DAVC künftig?

Simon: Wir wollen noch bekannter werden. Der DAVC muss für jeden Oldtimer-Freund ein Begriff sein. Nachdem wir 2004 in Brandenburg unsere 15. Landesgruppe gegründet haben, wollen wir speziell in den neuen Ländern noch besser bekannt werden und dort auch neue Mitglieder gewinnen. Ich finde es toll, dass wir im Mai 2006 im Rahmen der Landesgartenschau in Rathenow bei Berlin unser Deutschlandtreffen in Brandenburg veranstalten. Außerdem liegt uns sehr der Nachwuchs am Herzen. Wir fördern besonders die Mitgliedschaft junger Leute.

Bei einem Jubiläum schaut man ja gerne mal zurück. Welche Höhepunkte fallen da auf?

Simon: Viele! Unser Gründungsmitglied Wolfgang Meden führte zum Beispiel schon 1969 auf einer DAVC-Rallye die erste Computer-Sofortauswertung bei Oldtimer-Veranstaltungen ein. Das funktionierte damals noch mit Lochkarten. Dazu präsentierte Manfred Stern, ebenfalls Gründungsmitglied, 1969 die erste Lichtschrankenmessung bei einer Oldtimerveranstaltung. Im Jahr 1976 waren der DAVC und weitere Vorstände von Veteranenclubs in Deutschland die Mitbegründer des DEUVET. Auch die FIVA wurde vom DAVC mitbegründet.

Und welche Veranstaltungen verdienen besondere Aufmerksamkeit?

Simon: 1986 führte der damalige DAVC-Präsident Felix Baumann die Große Deutschlandfahrt des DAVC durch. Bis dahin gab es hier zu Lande seit den spektakulären 2000 Kilometern durch Deutschland des Jahres 1936 keine Mammutveranstaltung dieses Kalibers mehr. Wir fuhren rund 1800 Kilometer durch die deutschen Länder, mit 150 Oldtimern. Damit war der DAVC Vorreiter der heute wieder veranstalteten 2000 km durch Deutschland.

Welche Position nimmt denn der Club gegenüber den bisweilen etwas misstrauisch beäugten Youngtimern ein?

Simon: Die Youngtimer sind die Oldtimer der Zukunft. Jeder Oldtimer hat schließlich als Youngtimer angefangen. Als der DAVC 1965 gegründet wurde, fuhren seine Gründer und die ersten Mitglieder Fahrzeuge der Baujahre 1939 bis 1950. Das waren damals klar Youngtimer. Junge Leute träumen heute von den Autos, die sie auf der Straße gesehen haben, als sie zur Schule gingen. Der erste echte Oldtimer im DAVC stammt aus dem Jahr 1928: das Dixi-Austin-Cabrio von Manfred Stern. Toll, dass dieses Gespann jetzt beim 40. Jubiläum immer noch mit dabei ist.

Wie schätzt der DAVC die Lage auf dem Teilemarkt ein?

Simon: Klar abhängig von den Oldtimermarken. Die bekanntesten Fabrikate haben eine gute bis sehr gute Teileversorgung. Die Veterama in Mannheim etwa ist eine hervorragende Fundstelle.

Reduziert sich die Vorkriegs-Oldtimerszene künftig auf Edelmarken wie Mercedes, BMW, Alfa, Bugatti und Bentley?

Simon: Bei uns im DAVC kann ich das nicht erkennen. Da fahren auch Adler, Riley, Chevrolet, Buick, Jaguar, Citroën, Peugeot, MG und Brennabor. Gerade das macht unseren Club ja so reizvoll.

Welche Marken-Experten sind im DAVC?

Simon: In jeder Landesgruppe findet sich für fast jede Marke mindestens ein Experte, der sein Wissen gern an Jüngere und Neueinsteiger weitergibt. Ein Schwerpunkt ist auch das Beraten von Oldtimer-Freunden vor dem Kauf ihres Traumwagens.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
Autokredit berechnen
Anzeige