CO2-Vorschlag: Frankreich will Strafen verschärfen

Wie Deutschland wettert Frankreich gegen die Brüsseler Pläne, Autos mit hohem CO2-Ausstoß spürbar zu verteuern. Dennoch ist Präsident Nicolas Sarkozy in diesem harten Streit mit Kommissionspräsident José Manuel Barroso kein Verbündeter von Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Im Gegenteil: Frankreich will große Autos, wie sie von Mercedes und BMW angeboten werden, noch stärker belasten und dafür kleinere Modelle wie die Massenprodukte von Renault und PSA Peugeot-Citroën eher verschonen. Barroso hat mit seinem Kompromiss aus unterschiedlichen Gründen beide großen Autoländer der EU gegen sich aufgebracht.

Nach Barrosos Plänen müsste PSA den CO2-Ausstoß seiner Flotte um 14 Gramm senken, Daimler sogar um 43 Gramm. Dennoch sieht Frankreich seine Industrie benachteiligt, weil die Abgasnormen nach Gewichtsklassen gestaffelt werden. "Schwere  Luftverpester werden im Vergleich zu kleinen Autos, die die Umwelt wenig belasten, belohnt", empört sich Umweltminister Jean-Louis Borloo. "Das ist das Gegenteil des Verursacherprinzips. Und es widerspricht der sozialen Gleichheit, denn die Käufer von Kleinwagen, die normalerweise die geringsten Einkommen haben, werden bestraft." Auch PSA-Chef Christian Streiff lehnt den EU-Vorschlag als "Benachteiligung der Massenhersteller" ab.

In einem Brief an Barroso hatte Sarkozy zuvor schon die gewünschte Richtung festgelegt: "Kein Grund kann es rechtfertigen, dem Käufer eines schwereren Autos das Recht einzuräumen, die Umwelt mehr zu belasten als ein anderer", schrieb Sarkozy. Im Klartext: Für eine schwere Limousine oder einen Geländewagen müssten dieselben Grenzwerte gelten wie für einen kleinen City-Flitzer.

Wie eine Reform nach französischer Ansicht aussehen sollte, hat Paris schon klargemacht: mit einer eigenen Reform. Ab Januar 2008 fördert Frankreich den Kauf von Autos mit geringem CO2-Ausstoß mit gestaffelten Zuschüssen. Wer einen "Luftverpester" kauft, wird dagegen zusätzlich zur Kasse gebeten.  Die Grenzwerte gelten
unabhängig von Gewicht und Klasse. Liegt der Ausstoß unter 100 Gramm, gibt der Staat 1.000 Euro dazu. Die Strafsteuer beginnt mit 200 Euro für Autos mit mehr als 160 Gramm CO2-Ausstoß und steigt bis auf 2.600 Euro für Fahrzeuge mit mehr als 250 Gramm CO2-Emission.

Das bringt Anreize zum Kauf der Massenmodelle von Renault, Peugeot und Citroën. Und es verteuert die Passats, S-Klassen und Touaregs aus deutscher Produktion. Entsprechend zufrieden zeigten sich die französischen Autokonzerne.

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dpa

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Frankreich fördert ab Januar 2008 den Kauf von Autos mit geringem CO2-Ausstoß mit bis zu 1.000 Euro. Wer einen "Luftverpester" kauft, wird dagegen künftig mit bis zu 2.600 Euro zusätzlich zur Kasse gebeten.


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