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Conti

Ab nach Indien

Foto: dpa

Trotz anhaltender Rekordgewinne will der Autozulieferer Continental sein Geschäft in Billiglohnländern ausbauen und prüft dabei auch einen Gang nach Indien.

30.11.2006

Conti-Vorstandschef Manfred Wennemer sagte in einem dpa-Gespräch in Hannover, es gebe keine Alternative dazu, die Kosten weiter zu senken und verstärkt an Niedrigkostenstandorten zu produzieren. "Wenn wir mit diesem Weg aufhören würden, wäre das der Anfang vom Ende." Wennemer kündigte zugleich an, der Konzern habe auch nach der Übernahme der Auto-Elektroniksparte von Motorola nach wie vor drei bis vier Milliarden Euro für Zukäufe zur Verfügung.

Conti verfolgt seit Jahren die - bei Gewerkschaften umstrittene - Strategie, den Anteil der Produktion in Billiglohnländern zu steigern. Dies betreffe künftig auch Forschung und Entwicklung, sagte Wennemer. Speziell in Südosteuropa und Asien würden Produktionskapazitäten ausgebaut.

In China will Conti ein neues Reifenwerk bauen. Eine Standort-Entscheidung gebe es noch nicht. "Wir verhandeln derzeit mit zwei Städten", sagte Wennemer. "Wir brauchen zuverlässige Zusagen über mögliche Investitionsbeihilfen."

Auch auf dem wachsenden Automarkt Indien will Conti künftig mit seinem Kerngeschäft - Bremsen, Elektronik und Reifen - vertreten sein. "Wir sind aber erst in der Analysephase", sagte Wennemer. Möglich seien etwa Kooperationen mit lokalen Partnern, aber auch der Bau eines neuen Werks. Priorität habe aber China.

Conti müsse auf Druck der Autohersteller jedes Jahr drei bis fünf Prozent Kosten sparen. Dazu kämen die gestiegenen Rohstoffpreise vor allem für Erdöl und Naturkautschuk. 2006 betrug die Belastung daraus für Conti nach den Worten Wennemers etwas unter 300 Millionen Euro. Diese Belastung sei aber weitestgehend über Preiserhöhungen und Effizienzsteigerungen kompensiert worden.

Zum Geschäftsverlauf sagte Wennemer, das vierte Quartal sei bisher "sehr ordentlich". Beim Winterreifen-Geschäft verzeichne Conti ein mehr als zweistelliges Plus, vor allem in Deutschland. Conti halte an der Prognose fest, 2006 neue Bestmarken bei Umsatz und Ergebnis zu erreichen. Wennemer stellte den Conti-Aktionären erneut eine kräftige Anhebung der Dividende in Aussicht. Er könne sich vorstellen, dass die Dividende um 25 Prozent oder mehr erhöht werde. Auch eine Sonderausschüttung sei möglich. Für 2005 hatte Conti eine Dividende von 1,00 Euro pro Aktie gezahlt.

Beim Umsatz werde dies wegen der Konsolidierung der Motorola-Sparte nicht schwierig, anders sei dies beim Ergebnis. Conti habe bereits ein hohes Niveau erreicht. "Die Bäume wachsen auch bei der Conti nicht in den Himmel."

Zum Thema Zukäufe sagte der Conti-Chef, der Konzern schaue sich derzeit in allen Geschäftsfeldern um. "Wir führen mit vielen Unternehmen Sondierungsgespräche, es muss aber passen." Es gebe derzeit keine größere Akquisition, die vor dem Abschluss stehe. Möglich gewesen sei ein Kauf der Goodyear-Sparte Engineered Products. Wegen eines Streiks in Goodyear-Werken sei dies aber verhindert worden. Für den Kauf der Auto-Elektroniksparte von Motorola hatte Conti 730 Millionen Euro gezahlt. Beim seit langem verlustreichen US-Pkw-Reifengeschäft sieht Wennemer Licht am Ende des Tunnels. Er rechne damit, dass Conti 2007 "ganz, ganz nahe" an die Ertragswende herankomme. Belastend wirkten sich aber gestiegene Rohstoffkosten sowie die Krise der großen US- Autobauer General Motors, Ford und Chrysler aus.

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