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Conti-Chef

US-Geschäft weiter schlecht

Foto: dpa

Der Autozulieferer Continental wird es wohl doch nicht schaffen, sein US-Geschäft in diesem Jahr in die schwarzen Zahlen zu bringen. "Wir hätten sicherlich ohne die dramatische Rohstoffpreisentwicklung eine sehr gute Chance gehabt", sagte Conti-Chef Manfred Wennemer dazu der "Wirtschafts-Woche".

30.10.2006

Es sei aber nicht gelungen, die höheren Kosten an die Autoindustrie weitergegeben. Die gestiegenen Preise vor allem für Kautschuk und Energie belasteten das Reifengeschäft in diesem Jahr mit rund 300 Millionen Euro. Continental werde dennoch wie geplant operatives Ergebnis und Umsatz steigern.

Die höheren Kosten seien durch einen besseren Produktmix mit dem Verkauf teurerer Reifen und "nicht zuletzt" Kostensenkungen aufgefangen worden, sagte Wennemer. Für 2007 rechne er mit einer Erhöhung der Conti-Energiekosten um 10 bis 20 Prozent. Das US-Geschäft solle im kommenden Jahr dennoch in die Gewinnzone gebracht werden. Um in Amerika aus den roten Zahlen zu kommen, schloss Continental die Reifenwerke Charlotte und Mayfield und strich rund 1.400 Stellen.

Auch Deutschland ist von Stellenabbau betroffen

Die Pkw-Reifenproduktion in Hannover-Stöcken soll bis Ende 2007 geschlossen werden. Über einen Sozialplan für die rund 370 Mitarbeiter wird noch gestritten. "Manche träumen von einer Abfindung in Höhe von zwei bis drei Monatsgehältern pro Jahr Beschäftigung. Das ist jenseits aller Erfahrungswerte", sagte Wennemer dazu. Die Gewerkschaft IG BCE hatte bei der Ablehnung des Conti-Angebots vorgerechnet, zum Beispiel ein 29-Jähriger sollte nach sechs Jahren Betriebszugehörigkeit 6.000 Euro netto erhalten.

Arbeitnehmervertreter und Politiker hatten Wennemer im Zusammenhang mit der Schließung in Stöcken Profitgier vorgeworfen, da die Pkw-Reifenfertigung profitabel sei und Conti Rekordgewinne mache. "Ich habe aber keine Sonderverantwortung speziell für die Hannoveraner, die Niedersachsen oder die Deutschen, sondern ich trage Verantwortung für alle 85.000 Conti-Mitarbeiter weltweit", verteidigte der Manager die Entscheidung in der "Wirtschafts-Woche". In Westeuropa liege der Lohnanteil in der Reifenfertigung bei rund 30 Prozent, in Rumänien bei drei Prozent.

"Wir Deutschen sollten endlich begreifen, dass wir uns auf ein komplett neues Wettbewerbsumfeld einstellen müssen", sagte Wennemer mit Blick auf die Konkurrenz aus Asien, die in Europa bereits rund ein Fünftel des Marktes halte. Auch bei technologisch komplexen Autokomponenten wie Antiblockiersystemen "werden die Chinesen mittelfristig aufholen. Und sobald sie vergleichbare Standards haben, läuft alles über den Preis."

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