Die 11,4 Milliarden Euro teure Übernahme im Sommer 2007 hatte Conti zum größten Teil fremdfinanziert und sich dadurch hoch verschuldet. Zum Ende des ersten Quartals 2008 lagen die Nettofinanzschulden bei rund 11,2 Milliarden Euro.
Rückläufige Verschuldung
Zum Jahresende rechnet Conti aber mit einer deutlich rückläufigen Verschuldung. Der Schuldenabbau hat oberste Priorität. Mit VDO stärkte das 1871 gegründete Unternehmen mit Sitz in Hannover vor allem den Bereich Autoelektronik, der als Wachstumsmarkt gilt. Im Zuge der VDO-Integration ordnete Conti-Chef Manfred Wennemer den Konzern neu, der nun sechs Bereiche hat: Chassis & Safety, Powertrain, Interior, Pkw-Reifen, Nutzfahrzeugreifen und ContiTech. Zu den Produkten zählen Bremssysteme, Systeme und Komponenten für Antrieb und Fahrwerk, Infotainment-Lösungen, Fahrzeugelektronik und Reifen.
Conti-Boss Wennemer: Harter Kostenmanager
Der Konzern beschäftigt derzeit rund 150.000 Mitarbeiter an nahezu 200 Standorten in 36 Ländern. Seitdem Manfred Wennemer im September 2001 den Posten als Vorstandschef bei dem damals kriselnden Reifenproduzenten übernahm, ging es mit dem Geschäft stetig bergauf. Im Herbst 2003 kehrte Conti nach sieben Jahren in den größten deutschen Aktienindex DAX zurück. Wennemer gilt als harter Kostenmanager und Vorreiter bei der Verlagerung von Produktion in Billiglohnländer. Wennemer baute Conti durch Übernahmen deutlich aus, der Konzern ist heute ein Komplettanbieter rund ums Auto. 2007 erzielte Conti, größtenteils noch ohne VDO, einen Umsatz von rund 16,6 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern lag bei rund 1,67 Milliarden Euro, der Überschuss bei rund einer Milliarde Euro.
Im laufenden Jahr strebt Conti mit VDO einen Umsatz von mehr als 26,4 Milliarden Euro und nach bisherigen Ankündigungen eine Bestmarke beim Ergebnis an. Die hohen Rohstoffpreise drücken derzeit aber vor allem auf die Ertragslage im Reifengeschäft. Im Zuge der VDO-Integration will Conti mehrere tausend Stellen streichen und prüft auch Werksschließungen.

