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Conti

Neuer Streit um Stellenabbau am Stammsitz

Foto: Foto: Frank Herzog

Ein halbes Jahr nach der grundsätzlichen Einigung beim Autozulieferer Continental über den Stellenabbau am Stammsitz Hannover gibt es neuen Streit. Verhandlungen zwischen Conti sowie Gewerkschaft und Betriebsrat über einen Sozialplan für rund 370 Beschäftigte der Pkw-Reifenproduktion in Hannover, die geschlossen wird, sind gescheitert.

24.08.2006

Das sagten Sprecher beider Seiten am Donnerstag (24.8.). Sie bestätigten damit Medienberichte. Nun soll eine Einigungsstelle entscheiden. Die Arbeitnehmerseite sprach von einem "Billig-Sozialplan". Conti wies dies zurück. Die Pkw-Reifenproduktion in Hannover-Stöcken soll bis Ende 2007 geschlossen werden.

Ein Sprecher der Gewerkschaft Industrie, Bergbau, Chemie (IG BCE) sagte, Conti habe ein unzureichendes Angebot vorgelegt. Die vom Unternehmen vorgeschlagene Höhe der Abfindungen liege deutlich unter den Abfindungen etwa bei AEG. So solle ein 29-Jähriger nach sechs Jahren Betriebszugehörigkeit 6.000 Euro netto erhalten. Davon solle er zudem nur 60 Prozent bekommen, falls er in die geplante Qualifizierungsgesellschaft wechsle.

Conti: "Ein gutes und faires Angebot."

Ein Conti-Sprecher dagegen sagte, das Unternehmen habe ein "gutes und faires" Angebot vorgelegt. Die Forderungen des Betriebsrats seien "überzogen". Einzelheiten, etwa zu den Abfindungssummen, nannte der Sprecher nicht. Er betonte, es handle sich um ein "Gesamtpaket", das nicht nur die Abfindungen umfasse. Vorrangiges Ziel von Conti sei es, den betroffenen Mitarbeitern dabei zu helfen, eine Weiterbeschäftigung zu bekommen. Wege dazu seien interne Versetzungen oder die Qualifizierungsgesellschaft.

Im Winter hatte der Konflikt über die Schließung der Pkw-Reifenproduktion in Hannover-Stöcken wochenlang für Aufregung gesorgt. Nach harten Verhandlungen hatten sich beide Seiten im Februar auf den Stellenabbau geeinigt. Im Gegenzug soll es keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Außerdem soll eine Qualifizierungsgesellschaft gegründet werden. Zudem soll der gesamte Conti-Standort Stöcken mit mehr als 3.000 Beschäftigten für den Abbau der Beschäftigung in der Pkw-Reifenfertigung entschädigt werden.

Vorstandschef Manfred Wennemer hatte die ursprünglich für Ende 2006 geplante Stilllegung damit begründet, dass das Wachstum in der Reifensparte geringer ausgefallen sei als erwartet. Stöcken sei der kleinste und teuerste Standort. Arbeitnehmervertreter sowie Politiker aller Parteien hatten Wennemer Profitgier vorgeworfen. Die Pkw- Reifenfertigung sei profitabel. Zudem mache Conti Rekordgewinne.

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