Conti/Schaeffler: Verhandlungen unter Zeitdruck

Im Übernahmekampf um den Autozulieferer Continental stehen die Verhandlungen zwischen Conti und der Schaeffler-Gruppe unter Zeitdruck. Die Annahmefrist für das Schaeffler-Übernahmeangebot endet am 27. August um Mitternacht.

Den gesetzlichen Vorgaben zufolge könnte Schaeffler das Angebot bis spätestens einen Tag vor Ablauf der Frist erhöhen - die derzeitige Offerte von 70,12 Euro pro Aktie hatte Conti als nicht angemessen abgelehnt.

Als Knackpunkte in den Verhandlungen gelten der Umgang mit steuerlichen Verlustvorträgen, ein deutlich höherer Preis sowie langfristige Garantien zur Sicherung von Standorten und Jobs, wie es am Donnerstag (14.8.) in Branchenkreisen hieß. Am Mittwoch hatten beide Unternehmen in dem seit Wochen andauernden Übernahmekampf ihre Bereitschaft zu einer friedlichen Einigung signalisiert. Conti-Vorstandschef Manfred Wennemer sagte nach einer Aufsichtsratssitzung in Hannover, Conti strebe kurzfristig weitere Verhandlungen an. "Es ist unser Ziel, möglichst schnell zu einer Lösung im Sinne beider Unternehmen zu kommen." Ähnlich äußerte sich Schaeffler-Geschäftsführer Jürgen Geißinger. Nach einem unbestätigten Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" ist Schaeffler bereit, das Übernahmeangebot für Conti von bisher 70,12 Euro auf 75 Euro pro Aktie zu erhöhen.

Schaeffler-Angebot noch zu niedrig

Branchen-Analysten halten einen Preis zwischen 80 und 100 Euro für gerechtfertigt. Schaeffler hält bereits acht Prozent an Conti und hat nach eigenen Angaben über Finanzgeschäfte Zugriff auf weitere 28 Prozent. Falls die Schaeffler-Gruppe ihr Angebot erhöhen würde, würde sich die Annahmefrist um zwei Wochen verlängern. Die Gewerkschaften fordern langfristige und verbindliche Garantien zum Beispiel über die Sicherung von Standorten und Jobs bei Conti. Es gehe um ein "Gesamtpaket". Schaeffler hatte schriftliche Zusagen angeboten - so werde es keine Zerschlagung der Continental AG geben. Durch die Transaktion werde es nicht zum Verlust von Arbeitsplätzen kommen.

In der Stellungnahme von Conti zum Übernahmeangebot heißt es, die Schaeffler-Gruppe äußere sich nur zu ihren gegenwärtigen Absichten. "Diese können sich kurzfristig und jederzeit ändern." So gebe es keine Garantie, dass es bei Änderungen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen oder aus anderen Gründen nicht auch zu einem Verlust von Arbeitsplätzen kommen könnte. Zudem heißt es, der Vollzug des Angebots könnte zu erheblichen finanziellen Auswirkungen auf Continental führen. So könnte abhängig von der Annahmequote aufgrund des Wegfalls steuerlicher Verlustvorträge ein Nachteil in Höhe eines dreistelligen Millionenbetrages entstehen. Wennemer hatte deutlich gemacht, dass Conti parallel zu den Verhandlungen weiterhin alle Handlungsoptionen prüft, um eine Übernahme möglicherweise doch noch abzuwehren.

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dpa

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