Conti / Schaeffler
Zeichen stehen auf Einigung
Kurz vor der entscheidenden Aufsichtsratssitzung im Machtkampf zwischen Conti und Großaktionär Schaeffler stehen die Zeichen auf Einigung.
Der geplante Kompromiss sei aber noch nicht in trockenen Tüchern, verlautete am Dienstag (11.8.) aus Aufsichtsratskreisen.

Schaeffler · Continental · Neumann · Koerfer · Degenhardt
Koerfer soll mittelfristig seinen Posten aufgeben
Die geplante Einigung sieht vor, dass Conti-Vorstandschef Karl-Thomas Neumann abberufen wird. Zugleich aber soll auch der Schaeffler-Berater Rolf Koerfer mittelfristig seinen Posten als Conti-Aufsichtsratschef abgeben. Außerdem wird an einem Personaltableau für einen erweiterten Conti-Vorstand gearbeitet. Am Mittwoch kommt der Aufsichtsrat in Hannover zusammen.
Elmar Degenhardt soll Neumann beerben
Dabei sollen eine erneute Kampfabstimmung und ein Eklat wie bei der letzten Sitzung Ende Juli verhindert werden, wie es hieß. Am Dienstagnachmittag kommen zunächst die Kapital- und Arbeitnehmerseite im Aufsichtsrat zu Vorbesprechungen zusammen. Die Kompromisslösung solle dann kurz vor Beginn der Aufsichtsratssitzung am Mittwochmittag festgezurrt werden.
Nachfolger Neumanns soll der Schaeffler-Manager Elmar Degenhart werden. Als nahezu sicher gilt dem Vernehmen nach zudem, dass der kommissarische Leiter der Pkw-Reifensparte, Nikolai Setzer, in den Conti-Vorstand aufrückt. Der Conti-Vorstand besteht derzeit nur aus drei Mitgliedern - neben Neumann sind dies Personalchef Heinz-Gerhard Wente und der für die Reifensparten zuständige Hans-Joachim Nikolin.
Koerfer soll einfaches Mitglied des aufsichtsrates bleiben
Als fraglich gilt die Position des Conti-Finanzvorstands. Der Wunsch der Schaeffler-Gruppe, ihren Finanzchef Klaus Rosenfeld zum neuen Conti-Finanzvorstand zu machen, sei umstritten. Auch wer als Nachfolger Koerfers neuer Conti-Aufsichtsratschef wird, ist offen. Koerfer soll als einfaches Mitglied in dem Kontrollgremium bleiben, hieß es.
Der Anwalt steht seit der dramatischen Aufsichtsratssitzung Ende Juli heftig in der Kritik, vor allem wegen der Vorbereitung und Leitung der Sitzung. Schaeffler hatte versucht, Conti-Chef Neumann zu stürzen, war aber am Widerstand der Arbeitnehmerseite gescheitert. Die erforderliche Zweidrittel-Mehrheit für eine Ablösung Neumanns kam nicht zustande.
Schaeffler hält knapp die Hälfte der Conti-Aktien, weitere 40 Prozent sind bei Banken geparkt. Das Familienunternehmen aus Herzogenaurach war wegen des Erwerbs der Mehrheit an Conti in eine finanzielle Schieflage geraten. Continental und Schaeffler verhandeln seit Monaten über die Zukunft der beiden hoch verschuldeten Konzerne.
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