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Conti streicht 2.500 Jobs

Foto: dpa

Der Autozulieferer Continental will nach der milliardenschweren Übernahme der früheren Siemens-Sparte VDO rund 2.500 Stellen streichen. "Wir müssen wettbewerbsfähig sein, der Nachholbedarf bei Siemens VDO in Deutschland besteht", sagte Conti-Vorstandschef Manfred Wennemer am Donnerstag (21.2.) in Hannover.

21.02.2008

Er schloss betriebsbedingte Kündigungen nicht aus. Dies sei aber die "ultima Ratio", das letzte Mittel. In den nächsten Tagen wolle der Konzern, der am Donnerstag für 2007 zum sechsten Mal in Folge Rekordergebnisse vermeldete, mit den Arbeitnehmervertretern Gespräche aufnehmen. Die IG Metall kündigte "erheblichen Widerstand" an, sollte es zu betriebsbedingten Kündigungen und Standortschließungen kommen.

Personal abbauen

Nach der genauen Prüfung der Konzernbereiche im Zuge der VDO-Integration will Conti rund 1.500 Stellen streichen. Zudem soll der bereits von Siemens geplante Abbau von 500 bis 600 Jobs weiter umgesetzt werden. Außerdem werde im früheren VDO-Standort Wetzlar der Produktionsbereich mit 450 Mitarbeitern wegen fehlender Folgeaufträge "mit großer Wahrscheinlichkeit" geschlossen. Der Bereich Forschung und Entwicklung soll aber fortgeführt werden. Dies hatte bereits VDO geplant. Generell kündigte Wennemer an, Ingenieursstellen sollten  im Zuge der VDO-Integration nicht gestrichen werden.

Conti gab keine Einzelheiten zum Stellenabbau bekannt, zum Beispiel welche Standorte betroffen sein sollen. Es gebe in allen Werken "Rationalisierungspotenziale". Wennemer sagte, bis Ende Januar 2008 seien durch die natürliche Fluktuation weltweit bereits rund 1.800 Stellen eingespart worden. Dies waren Stellen, die seit dem vergangenen Juli frei wurden, aber nicht mehr besetzt wurden.

Niedersachsens IG Metall-Bezirksleiter Hartmut Meine forderte, den Restrukturierungsprozess ohne betriebsbedingte Kündigungen und Standortschließungen zu gestalten. Angesichts der guten Auftragslage und Auslastung der Werke sei ein Abbau von Arbeitsplätzen im Produktionsbereich wirtschaftlich unsinnig. Bayerns IG Metall-Chef Werner Neugebauer hatte befürchtet, bei VDO seien bis zu 7.000 Jobs in Gefahr.

Continental hatte für VDO mit rund 60.000 Beschäftigten weltweit rund 11,4 Milliarden Euro bezahlt und damit vor allem sein Autoelektronik-Geschäft gestärkt. Dies gilt als Wachstumsmarkt.

Continental will VDO nun auf die Conti-übliche Rendite trimmen. Der Konzern sieht zudem die Chance, im Jahr 2010 Einsparungen von mehr als 300 Millionen zu erreichen - etwa durch die Zusammenlegung von Aktivitäten bei Forschung und Entwicklung, im Einkauf und in der Verwaltung sowie durch Verbesserungen in der Produktion. Bislang hatte Conti Synergien in Höhe von 170 Millionen Euro erwartet. 2008 und 2009 rechnet Conti zunächst aber mit Integrations- und Restrukturierungskosten im "unteren dreistelligen Millionenbereich".

VDO-Bereiche verkaufen

Wennemer kündigte zudem an, Conti wolle zwei weitere frühere VDO-Bereiche veräußern. Diese seien aber kleiner als die
Elektromotorensparte mit rund 4.000 Beschäftigten weltweit, die Ende 2007 an den Zulieferer Brose verkauft worden war.

Bei Umsatz und Ergebnis stellte Conti 2007 zum sechsten Mal in Folge Bestmarken auf. Die Erlöse stiegen in der alten Struktur - also ohne die Einbeziehung von VDO - im Vergleich zum Vorjahr um 7,2 Prozent auf 16 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern wuchs um 14,9 Prozent auf rund 1,8 Milliarden Euro. VDO war erst seit Dezember in der Bilanz erfasst worden. Zusammen mit der früheren Siemens-Sparte will Conti 2008 den Umsatz erneut steigern, 2009 ist dann ein Umsatzplus von fünf Prozent geplant. Conti hat nach der VDO-Übernahme derzeit weltweit rund 152.000 Beschäftigte.

Schuldenabbau hat Priorität

Höchste Priorität habe neben der VDO-Integration in den nächsten Jahren der Schuldenabbau, sagte Wennemer. Durch die Übernahme war der Schuldenstand drastisch gestiegen, und zwar von Ende 2006 bis Ende 2007 um rund 9,7 Milliarden Euro auf rund 10,9 Milliarden Euro. Die Dividende für das Geschäftsjahr 2007 soll unverändert 2 Euro pro Aktie betragen. Auch für die Geschäftsjahre 2008 und 2009 sei mit einer Steigerung der Dividende aus heutiger Sicht nicht zu rechnen.

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