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Conti-Übernahme

Conti pocht auf vereinbarte Schutzregeln

Foto: dpa

Der Autozulieferer Conti pocht nach der EU-Erlaubnis einer Übernahme für mehr als zehn Milliarden Euro durch Schaeffler auf den vereinbarten Schutz der eigenen Interessen. "Wir weisen ganz klar darauf hin, dass wir mit der Investorenvereinbarung die Grundlage für eine Zusammenarbeit gelegt haben", erklärte ein Conti-Sprecher am Samstag (21.12.).

22.12.2008

In der Vereinbarung, die bereits im August nach harter Übernahmeschlacht getroffen worden war, hatte die fränkische Schaeffler-Gruppe das Zugeständnis gemacht, sich bis August 2012 auf einen Minderheitsanteil von 49,99 Prozent zu beschränken. Zudem wurden umfangreiche Regeln zum Schutz der Conti-Interessen eingeräumt, die frühesten 2014 gekündigt werden können, dies gilt auch für den bisherigen Markt- und Markenauftritt.


EU erlaubt Übernahme

Laut der "Süddeutschen Zeitung" wird diese Vereinbarung von den Banken der Schaeffler-Gruppe zunehmend als Ballast gesehen. Angesichts der Krisensituation der Autobranche sehen die Gläubiger eine zügige Komplettübernahme als das Richtige an. Schaeffler handelte für die Übernahme milliardenschwere Kredite aus. Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder ist Garant für die Einhaltung der Verpflichtungen in der Investorenvereinbarung und könnte in dem Streit noch eine wichtige Rolle spielen.

Die EU-Kommission hatte am Freitagabend entschieden, dass der Wälzlagerhersteller Schaeffler den wesentlich größeren Hannoveraner Autozulieferer ohne Auflagen für mehr als zehn Milliarden Euro übernehmen darf. Schaeffler kündigte daraufhin an, das Angebot zügig zu vollziehen. Voraussichtlich am 8. Januar sollen Conti-Aktionäre, die ihre Papiere Schaeffler angeboten hatten, 75 Euro je Anteilsschein erhalten. Das ist weit über dem aktuellen, stark gebeutelten Kurs und eine schwere Last für Schaeffler, da Angebote über mehr als 80 Prozent des Aktienkapitals vorliegen, die auch bezahlt werden müssen. Insgesamt könnte sich der Betrag auf rund acht Milliarden Euro belaufen.

Schaeffler: Wir wollen an die Weltspitze

Wegen der Verpflichtung, sich auf 49,9 Prozent zu beschränken, müssen die restlichen Anteile wohl zunächst bei Banken geparkt werden und ein Co-Investor gesucht werden. Die Börse feierte: Conti-Aktien kletterten am Freitag um fast 20 Prozent auf 44,35 Euro.

Beide Konzerne beschäftigten nach früheren Angaben zusammen weltweit rund 213.000 Mitarbeiter. Schaeffler-Chef Jürgen Geißinger hat ehrgeizige Pläne: "Unser Ziel ist, ganz vorne in der Weltspitze zu liegen."

"Gerade die aktuell schwierige Marktsituation zeigt, wie richtig unsere Entscheidung ist, zwei international führende Automobilzulieferer zusammenzubringen", sagte Geißinger. "Angesichts
der massiven Veränderungen unseres Umfelds ist es notwendig, die Stärken beider Unternehmen im Automotive- Bereich jetzt schnell zusammenzuführen und die Synergien aus neuen Produkten, Prozessen sowie im Einkauf zügig zu realisieren."

Im Bemühen die jüngsten Streitigkeiten mit den Hannoveranern zu glätten, sagte Geißinger: "Machtkämpfe machen jetzt keinen Sinn. Wir sollten jetzt an die Arbeit gehen."

Conti beklagt Einmischung

Zwischen den beiden Unternehmen gibt es seit längerem Streit. Angeblich soll Conti-Aufsichtsratschef Hubertus von Grünberg aus dem Amt gedrängt werden. Die Schaeffler-Gruppe hatte sich im Sommer eine Übernahmeschlacht mit dem Conti-Management geliefert. Wegen der
Finanzkrise wird an den Märkten darüber spekuliert, dass die Franken Finanzierungsprobleme bekommen könnten. Schaeffler wies dies bisher stets zurück. Continental hatte unlängst zudem kritisiert, Schaeffler mische sich in Geschäftsverhandlungen von Conti ein. Hintergrund sind
Neu-Verhandlungen mit Banken über die milliardenschweren Kredite für die Übernahme der früheren Siemens-Tochter VDO durch Conti.

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