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Conti-Übernahme

Schaeffler sichert sich Aktien-Optionen

Foto: dpa

Die fränkische Schaeffler-Gruppe steht übereinstimmenden Medienberichten zufolge unmittelbar vor der Übernahme von Continental. Wie mehrere Zeitungen in ihren Dienstagausgaben (15.7.) berichten, hat sich das Familienunternehmen über Optionen den Zugriff auf ein großes Conti-Aktienpaket gesichert.

15.07.2008

Dem "Handelsblatt" zufolge könne Schaeffler so auf 36 Prozent der Continental-Anteile zugreifen. Auch die "Financial Times Deutschland" und die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" berichten über den Aktienerwerb über mehrere Banken. Diesen beiden Zeitungen zufolge hat Schaeffler Zugriff auf etwa 30 Prozent der Conti-Papiere.

Als Quelle nennen die Blätter Finanzkreise. Die Franken seien von verschiedenen Kreditinstituten, darunter die Royal Bank of Scotland, Dresdner Bank, Deutsche Bank und Merrill Lynch unterstützt worden.

Abwehrtaktik von Conti

Man habe sich "durch die Hintertür angeschlichen", zitiert das "Handelsblatt" aus den Kreisen. Durch die Verteilung auf verschiedene Banken und die Verwendung von Optionen werde die gesetzliche Meldepflicht umgangen. Das sei das Modell Porsche, hieß es mit Verweis auf das Vorgehen der Stuttgarter bei der Übernahme von VW. Laut Wertpapierhandelsgesetz müssen Aktionäre mitteilen, wenn ihr Besitz die Schwellen von drei, fünf, zehn oder 25 Prozent des Aktienkapitals überschreitet.

Für Conti sei das eine schwierige Situation. Als Abwehr denkbar sei unter anderem der rechtliche Weg, weil Schaeffler sich offenbar den Einfluss auf Continental gesichert habe, ohne ein Angebot an die freien Aktionäre abzugeben. Das könnte ein Fall für die Finanzaufsicht BaFin sein, heißt es in dem "Handelsblatt"-Bericht. Als nahezu aussichtslos dürfte sich angesichts der Größe des Aktienpakets die Suche nach einem sogenannten weißen Ritter erweisen.

Direkte Gespräche

Die Schaeffler-Gruppe setze den DAX-Konzern unter enormen Druck, schreibt die "FTD". Sollte sie alle Optionen ziehen, sei sie der mit Abstand mächtigste Aktionär und könnte eine Mehrheit auf der nächsten Hauptversammlung erreichen. Nach Informationen der Zeitung wollen sich Manager der beiden Unternehmen in Kürze zu einem weiteren Gespräch treffen.

Conti stellt sich laut "Handelsblatt" auf die Abwehr des feindlichen Übernahmeversuchs ein. Vorstandschef Manfred Wennemer und sein Finanzchef Alan Hippe bereiteten entsprechende Maßnahmen vor, hieß es in Aufsichtsratskreisen. Die Kontrolleure wollen in den nächsten Tagen über die Abwehrstrategie beraten.

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