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Conti-Werksschließungen

Minister fordert Kurzarbeit statt Kündigungen

Niedersachsens Wirtschaftsminister Phillip Rösler (FDP) hat den Conti-Vorstand aufgefordert, vor der Teilschließung des Standorts Hannover Kurzarbeit zu prüfen.

27.03.2009

Mit dem Betriebsrat müsse eine Rettung des Lkw-Reifenwerkes untersucht werden, forderte Rösler am Donnerstag (26.3.) bei einer Demonstration von mehr als 1.000 Beschäftigten in Hannover.

Deister: "...dann geht Deutschland unter"

Gewerkschaft und Betriebsrat riefen das Unternehmen zu sozialer Verantwortung und zum Prüfen von Alternativen auf. Am Freitag befasst sich der Aufsichtsrat von Continental in einer Sondersitzung mit der Schließung in Hannover-Stöcken, die rund 780 Beschäftigte trifft. Conti will zudem ein Pkw-Reifenwerk in Frankreich mit 1.120 Mitarbeitern dichtmachen.

"Wenn alle deutschen Unternehmen jetzt so handeln wie Conti, dann geht Deutschland unter, wir dürfen nicht aufgeben in der Krise", sagte Conti-Betriebsrat Michael Deister. Die Arbeitslosenzahl schnelle sonst bald auf sechs Millionen in die Höhe. Der kommissarische Aufsichtsratschef Werner Bischoff von der Gewerkschaft IG BCE warf Conti Verantwortungslosigkeit vor. "Insbesondere der Reifen aus Stöcken hat zu astronomischen Gewinnen beigetragen. Das war die Arbeit der Kollegen, die nun auf die Straße geschickt werden sollen." Conti wolle die Krise nutzen, um die Reifenproduktion ins billige Ausland zu verlagern, sagte Bischoff.

Schließungspläne prüfen

Auf der Sondersitzung könne der Aufsichtsrat dem Vorstand empfehlen, die Schließungspläne rückgängig zu machen, hatte Bischoff gesagt. Auch Vertreter der Kapitalseite seien "stinksauer". Auf der Sitzung soll nach einigem Hin und Her auch ein neuer Aufsichtsratschef gewählt werden - der Schaeffler-Berater Rolf Koerfer. Conti hatte vor zwei Wochen überraschend angekündigt, wegen massiver Einbrüche im Reifengeschäft zwei Werke schließen zu wollen. Betriebsrat Deister sprach von einer "perfiden Verlagerungsstrategie" in Billiglohnländer. Conti habe zudem eine Vereinbarung von Januar gebrochen, in der die Firma den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen zugesichert hatte.

Konzern-Zukunft derzeit ungewiss

Die Zukunft des gesamten Continental-Konzerns ist derzeit ungewiss. Großaktionär Schaeffler ist wegen der auf Pump finanzierten Conti-Übernahme hoch verschuldet, hat einen Milliarden-Kapitalbedarf und bittet um Staatshilfen. Auch Conti ist wegen der Übernahme der früheren Siemens-Tochter VDO hoch verschuldet. Schaeffler und Conti sprechen über eine Zusammenlegung der Automobil-Sparten, die Conti-Reifensparte soll ausgegliedert werden.

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