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Conti-Werksschließungen

Zweite Chance für Reifenwerk Hannover

Foto: Continental

Bei den Verhandlungen zur Zukunft des von der Schließung bedrohten Reifenwerks von Continental am Stammsitz Hannover stehen Vorstand und Betriebsrat vor einem Kompromiss. Demnach soll das Werk zunächst nicht wie geplant Ende des Jahres dichtgemacht werden.

18.05.2009

Stattdessen solle die Kurzarbeit ausgeweitet werden. Im nächsten Jahr solle es dann mit Blick auf die Marktlage erneut Beratungen zur Zukunft des Werks geben. Das Ergebnis der Verhandlungen solle am Dienstag (19.5.) bekanntgegeben werden. Unterdessen gingen in Frankreich die Proteste gegen das geplante Aus für das Conti-Reifenwerk in Clairoix weiter.
 

Keine Stellungnahme von Conti

Sprecher von Conti und der Gewerkschaft IG BCE wollten keine Stellungnahme zu den Verhandlungen über das Werk in Hannover abgeben. Continental hatte Mitte März angekündigt, die Lkw-Reifenproduktion in Hannover-Stöcken mit 780 Beschäftigten zum Jahresende einzustellen. Außerdem soll im nordfranzösischen Werk Clairoix die Herstellung von Pkw-Reifen eingestellt werden, allerdings nicht vor Ende März 2010. Dort sind 1.120 Mitarbeiter betroffen. Conti hatte die Schließungen mit den dramatischen Einbrüchen im Reifenmarkt begründet. Die Pläne hatten massive Proteste bei Gewerkschaften, Betriebsräten und Politik ausgelöst.

In den Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern war der Conti-Vorstand nun doch zu einem Kompromiss in Sachen Lkw-Reifenwerk in Hannover bereit, wie es hieß. Unklar ist die Zukunft des Werks in Clairoix.

Conti-Zukunft ist ungewiss

Die Zukunft des Continental-Konzerns ist derzeit ungewiss. Sowohl Conti als auch Großaktionär Schaeffler sind hoch verschuldet, die Branchenkrise hat die beiden Autozulieferer voll erwischt. Continental stürzte im ersten Quartal 2009 nach einem drastischen Umsatzrückgang in die roten Zahlen. Conti-Vorstandschef Karl-Thomas Neumann hatte auf der Hauptversammlung Ende April angekündigt, innerhalb von maximal 100 Tagen ein tragfähiges Zukunftskonzept vorlegen zu wollen. Neumann hatte auf dem Aktionärstreffen zudem bekräftigt, die Werksschließungen in Hannover und Clairoix seien wirtschaftlich alternativlos. „Unser Haus ist zu groß. Wir müssen unsere Kapazitäten an den tatsächlichen Bedarf der kommenden Jahre anpassen.“

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