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Kapitalerhöhung

Continental beschafft sich frisches Geld

Foto: dpa 20 Bilder

Nach einer langen Hängepartie macht der hoch verschuldete Autozulieferer mit einer milliardenschweren Kapitalerhöhung einen wichtigen Schritt nach vorne. Die Ausgabe von 31 Millionen neuen Aktien soll der Conti rund eine Milliarde Euro einbringen.

07.01.2010

Damit will der Autozulieferer Schulden aus der Übernahme von Siemens VDO abbauen. Conti steht derzeit mit rund 9,5 Milliarden Euro in der Kreide. Der Aufsichtsrat billigte die Kapitalerhöhung am Mittwochabend.
 
 

Conti-Aktie mit Höhenflug

An der Börse ging die Conti-Aktie am Donnerstag (7.1.) auf Höhenflug. Das Papier stieg bis zum Nachmittag um fast 14 Prozent auf rund 45,50 Euro. Die Abnahme der neuen Aktien zum Preis von je 35 Euro durch ein Bankenkonsortium ist bereits gesichert. Altaktionäre sollen vom 12 bis 25. Januar ihre Bezugsrechte ausüben können.
 
Die Kapitalerhöhung ist Teil eines Pakets, das die Finanzierung der Conti sichern soll. Dazu gehört auch eine Umschuldung. Das gesamte Paket hat ein Volumen von rund 3,5 Milliarden Euro. Im August 2010 wird eine Kredittranche von 3,5 Milliarden Euro fällig.
 
Der Entscheidung über eine Kapitalerhöhung war ein monatelanger Streit zwischen Conti und Großaktionär Schaeffler vorausgegangen. Schaeffler hatte befürchtet, dass der Anteil an der Conti zu stark verwässert werden könnte. Das Familienunternehmen aus Herzogenaurach behält nun aber auch nach der Kapitalerhöhung die Kontrolle über Conti. Der direkte und indirekte Anteil sinkt zwar von derzeit 90 Prozent auf 75,1 Prozent. Damit kann Schaeffler aber später einen Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag bei der Conti abschließen.
 
Schaeffler hält derzeit knapp die Hälfte an Conti direkt und hat weitere rund 40 Prozent der Anteile bei Banken geparkt. Die Großaktionäre beteiligen sich nicht an der Kapitalerhöhung.
Schaeffler hatte 2008 nach einem langen Machtkampf in einer Investorenvereinbarung zugesagt, das Engagement bei Conti innerhalb der nächsten vier Jahre auf 49,9 Prozent zu beschränken.
 
Schaeffler-Eigentümerin Maria-Elisabeth Schaeffler begrüßte die Kapitalerhöhung: "Damit sind die Weichen für die nächsten Schritte in eine erfolgreiche gemeinsame Zukunft beider Unternehmen gestellt." Schaeffler selbst war wegen des Erwerbs der Mehrheit an Conti in eine finanzielle Schieflage geraten, hatte sich aber im vergangenen Sommer mit den Banken auf ein Finanzierungskonzept für die nächsten Jahre geeinigt.

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