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Crash 24h-Rennen in Le Mans 2012: So erlebte Davidson seinen Horrorcrash

Anthony Davidson sorgte am Samstagabend für eine gewaltige Schrecksekunde. Der Sturzflug des Briten im Toyota am Ende der Hunaudières-Geraden gehörte zu den wildesten Unfällen, die das 24 Stunden-Rennen in den letzten Jahren erlebte. Davidson zog sich zwei Wirbelbrüche zu und muss voraussichtlich drei Monate lang pausieren, wird glücklicherweise keine dauerhaften Gesundheitsschäden davontragen.

Am Samstagabend, vor acht Uhr, touchierte der Brite mit seinem Toyota den Ferrari 458 Italia von Guiseppe Perazzini. Der Privatfahrer zog ohne Not plötzlich nach rechts, genau in dem Moment, als Davidson mit Tempo 260 zum Überrunden ansetzte. Eine klare Schlafmützigkeit des Italieners. Der rote Ferrari drehte sich und prallte seitlich gegen die Reifenstapel. Der 56-Jährige aus Verona blieb unverletzt.

Toyota verliert Bodenhaftung und steigt in die Luft

Davidsons Toyota TS030 Hybrid kam ebenfalls ins Schleudern. Direkt nach dem Zusammenstoß mit dem Ferrari hatte sich das linke Hinterrad selbständig gemacht. Der weiß-blaue Prototyp drehte sich um 90 Grad. Plötzlich verlor das 900 Kilo schwere Auto die Bodenhaftung und schraubte sich in die Luft. Nach einem Looping krachte der Toyota mit dem Heck voran zu Boden. Wenige Augenblicke später klatschte das Auto mit der linken Seite, dort wo der Fahrer sitzt, gegen die vierfach gestapelten Reifen vor der etwas mehr als ein Meter hohen dreistöckigen Leitplanke. Gerade mal 3,2 Sekunden dauerte der Sturzflug, vom Touchieren der beiden Autos bis zum Einschlag.

Später, im Krankenhaus von Le Mans, erzählte Anthony Davidson seinen Teamkollegen, die allesamt zur Visite kamen, in aller Ausführlichkeit vom wohl schlimmsten Crash seiner Karriere "I thought it's all over now. Ich dachte, das war's jetzt. Ich habe mich gefühlt wie in einem Flugzeug, das außer Kontrolle geraten ist. Ich wusste, wie nah die Leitplanken waren und das man bei diesem Speed blitzartig dort ist."

"Beim Einschlag habe ich mich so gefühlt, als würde ich versteinert werden", berichtete Davidson weiter. "Ich habe einen fürchterlichen Schlag in den Rücken bekommen, als das Auto wieder auf die Räder gekracht ist. Ich hatte meine Augen geschlossen und die Arme verschränkt. Eine halbe Sekunde später kam dann der Einschlag in die Reifenbarriere."

Besondere Vorsichtsmaßnahmen bei Hybrid-Rennwagen

"Ich machte die Augen wieder auf und ich habe realisiert, dass ich noch da bin" sagte der 33-Jährige aus dem englischen Brackley. "Ich hatte Schmerzen. Aber immerhin konnte ich meine Beine bewegen. Ich wusste zwar, dass es nach solchen Unfällen ratsam ist im Auto zu bleiben und auf die Marshalls zu warten, speziell wenn einem der Rücken weh tut. Aber plötzlich bekam ich Panik und Platzangst. Ich wollte nur noch raus aus dem Auto. Ich habe die Tür aufgeschmettert, kroch vorsichtig heraus und habe mich dann auf den Seitenkasten gelegt. Und dann waren die Sanitäter auch schon da."

Hier deckt sich Davidsons Erinnerung nicht ganz mit den Fernsehbildern. Die Streckenmarshalls kamen zwar flugs herbei gesprintet, zögerten aber, das Auto anzufassen. Bei Hybridautos, so war ihnen vor dem Rennen eingeschärft worden, gilt es erst mal sicherzustellen, dass das Auto nicht unter Strom steht.

Rührend mutet es an, dass sich Davidson bei seinem Teammates Sébastien Buemi und Stéphane Sarrazin für den Unfall sogar entschuldigte. "Nein, nein", wehrten der Schweizer und der Franzose ab. "Du kannst ja nun wirklich nichts dafür."

Dritter schwerer Le Mans-Unfall in diesem Jahr

Wieder ist die Sportwagen-Szene ganz knapp an der Katastrophe vorbeigeschrammt. Davidsons Crash war bereits der dritte schwere Unfall mit einem Sportprototypen, bei dem der Fahrer Wirbelverletzungen erlitt. Im März crashte Le Mans-Sieger Timo Bernhard mit seinem Audi R18 bei Testfahrten in Sebring. Der Deutsche war Mitte Juni immer noch nicht wieder einsatzfähig und wurde im Audi-Werksteam durch Marc Gené ersetzt.

Anfang Juni erwischte es bei den Vortests in Le Mans den Guillaume Moreau. Der Franzose entgleiste mit seinem Pescarolo-Prototypen nach den Porsche-Kurven. Im Gegensatz zu Davidson und Bernhard ist es bei Moreau leider nicht gewiss, ob er wieder vollständig gesund wird.

Tobias Grüner

Datum

21. Juni 2012
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