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Croatia Trophy 2008

Schlamm drüber

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In den Bergwäldern südlich Zagrebs treffen sich ­alljährlich Teams aus ganz Europa zu einem beinharten Wettbewerb im Schlamm. Da ist Sportgeist gefragt - denn so manche Winde kommt noch tief in der Nacht zum Einsatz.

11.08.2008 Powered by

Unter dem Toyota von Fritz Becker scheint die Sonne durch, als er am Rande des Abgrunds auf das Startzeichen wartet. Die Unimog-Portalachsen schaffen für eine grandiose Bodenfreiheit, doch im Augenblick hilft das nicht. Fast senkrecht geht es etwa zehn Meter hinunter in eine Schlucht. Die ganze Tour durch diese Hügellandschaft ist nur sechzig Meter lang, erfordert aber eine perfekte Zusammenarbeit von Fahrer und Beifahrer. Wo brauche ich die Winde, wo komme ich mit Gas weiter? Hier geht es um Sekunden Vorsprung, die dann einen guten Platz beim Start am nächsten Morgen sichern sollen. Die Lehmbrocken fliegen, als Fritz Becker und Burkhard Eggemann ihre Toyo-Mogs durch den Sumpf jagen, der breiter ist als eine sechsspurige Autobahn und Platz für viele Ehrenrunden bietet. Burkhard und Fritz kreisen auf der sumpfigen Wiese, suchen den Weg. Eine Überraschung kommt von Harald Seyfried. Angemeldet ist er mit dem blauen Puch vom Vorjahr, doch tritt er an mit einem roten Jeep – in wenigen Wochen zusammengeschweißt. Wie er schaut auch Mario Eckhardt in enormer Höhe aus seinem Jeep. Denn die schweren Portalachsen des Unimog und die leichteren Exemplare von Volvo geistern durch die Baupläne eines jeden Trophy-Teilnehmers. Doch nicht jeder kann sie sich leisten. So fühlt sich das junge Paar Thomas Schuker/Jasmin Moll mit dem fast serienmäßigen Mercedes 230 GE ein wenig im Nachteil. In den ersten Tagen fahren zwar die hoch aufgerüsteten Fahrzeuge einen Vorsprung heraus, doch schon bald rücken Schuker/Jasmin Moll vor. Zur 5. Etappe starten immerhin noch 23 Geländewagen von 29. Die Sonne scheint durch die zarten Blätter der Buchen in eine weite Schlucht, an deren Grund ein kleines Rinnsal fließt. Sieht völlig harmlos aus, ist es aber nicht. Der wochenlange Regen vor der Trophy hat den Boden mit Wasser gesättigt, und wo der Lehm Wackelpudding glich, wird er von den ersten Fahrzeugen zu weichem Brei verrührt, aus dem man ohne Winde nicht mehr rauskommt. Schon die paar Schritte zum nächsten Baum werden für die Beifahrer zum Kraftakt, sie waten durch knietiefen Matsch, der ihnen die Stiefel aus¬zieht. So manche Winde gibt hier ihren Geist auf, die Teams helfen sich gegenseitig beim Bergen, um die Fahrrinne wieder frei zu machen. Die Streckenplaner Andelko Cvek und Igor Bozikovic hatten sich das eigentlich anders gedacht und streichen jetzt den letzten Teil der Etappe. Trotzdem geistern die letzten Teams noch in der Dunkelheit durch den Wald. Fünfzehn finden erst sehr spät ins Camp zurück. Unter ihnen ein paar Neueinsteiger, die sich wacker geschlagen haben: Lissow/Nikolai und Risse/Niemann, beide Teams auf seriennahen Land Rover. Bei der 7. Etappe fährt James Marsden einen großen Vorsprung heraus und durchquert als Erster den breiten Bach mit den steilen Ufern. Hier gibt es genug Bäume, an denen man ein Windenseil anschlagen kann, doch das braucht Thomas Schuker nicht. Beim ersten Versuch kommt er zwar noch nicht aus dem Bach raus. Doch dann setzt er einmal kurz zurück, gibt gefühlvoll Gas – und der G schießt über die rutschige Böschung und steht auf dem Trockenen. „Datt wird auch immer schlimmer mitti Gs!“ meint der Fahrer des ruhiggestellten gelben Toyo-Mog. Gelassen zu sein zahlt sich jetzt für Thomas aus. Bei der letzten Etappe kann ihm keiner mehr den Sieg streitig machen, und Jasmin meint bescheiden: „Ein bisschen Glück war auch dabei.“ Sportsgeist haben viele Teams gezeigt, haben einan¬der geholfen. Das galt besonders für Christian Poprask und Christoph Krammer, die für Fair Play ausgezeichnet wurden und den Preis, eine Ramsey-Winde, freudig hochstemmten.   

Weitere Infos sowie nächster Croatia Trophy-Termin unter: www.croatia-trophy.eu

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