Die über 400 Betriebsräte aus allen Werken der Daimler AG forderten die politischen Parteien auf, in dieser Frage die Rechte der Betriebsräte zu stärken. Gesetzliche Änderungen sollten sicherstellen, dass Leiharbeit wieder allein der Flexibilisierung der Arbeitszeit in den Betrieben diene und nicht die Stammbeschäftigung ersetze, heißt es in der Resolution. Nach Angaben des Betriebsrates stand in der Diskussion mit dem Vorstand die angespannte Personalsituation aufgrund des Personalabbaus in den Daimler-Werken im Vordergrund.
Nicht genug Stammpersonal an Bord
So müssten derzeit in den Pkw-Werken Sindelfingen, Untertürkheim und Rastatt zusätzliche Leiharbeiter beschäftigt werden, um die Besetzung der Arbeitsplätze in der Produktion sicher zu stellen. Kritisiert wurde zudem das dauerhafte Überschreiten der in der Zukunftssicherung 2012 vereinbarten Quoten für Leiharbeit. Die Betriebsräte machten deutlich, dass eine Öffnung der Vereinbarung nur dann in Frage käme, wenn gleichzeitig eine Übernahme der Auszubildenden gewährleistet und den Leiharbeitern bei Schichtzuschlägen die gleiche Entlohnung wie den Stammbeschäftigten garantiert werde.
Für die Daimler AG haben die Betriebsräte schon bei früheren Verhandlungen erreicht, dass bei Leiharbeit "eine mengenmäßige Beschränkung auf vier Prozent der direkten Arbeistkräfte im Betrieb, maximal 2.500 gewerbliche Zeitarbeitnehmer" festgelegt worden sei. Erich Klemm, der Gesamtbetriebsratsvorsitzende im Daimler-Konzern sagte: "Solange dauerhaft Leiharbeiter im Unternehmen beschäftigt sind, ist klar, wir haben nicht genug Stammpersonal an Bord." In dieser Situation sei es unumgänglich, dass alle Auszubildenden fest übernommen werden.




