Daimler-Chef: Absatzkrise 2010 noch nicht überwunden

Dieter Zetsche

Die weltweite Absatzkrise bei den Autobauern wird nach Ansicht von Daimler-Chef Dieter Zetsche 2010 weiter andauern.

"Die Krise wird nächstes Jahr noch nicht überwunden sein", sagte der Manager der "Bild"-Zeitung. Jedoch werde Daimler 2010 "besser abschneiden als in diesem Jahr".

Trotz der schwierigen Lage plane der Konzern derzeit keine Stellenstreichungen. "Wir haben uns an die schwachen Märkte gerade auch dank Kurzarbeit gut anpassen können, planen derzeit kein Personalabbau-Programm."

Daimler-Sparziel 2009 wird übererfüllt
 
Obwohl der Konzern in diesem Jahr deutlich mehr als die geplanten vier Milliarden Euro einsparen werde, dürfe man in den Anstrengungen, weiter Kosten zu sparen und Ausgaben zu senken, nicht nachlassen. Die Hälfte der geplanten Sparsumme sollen geringere Personalkosten beisteuern. Neben Kurzarbeit in den Werken, arbeiten auch die Beschäftigten in der Verwaltung weniger und müssen entsprechende Lohneinbußen hinnehmen.
 
In den deutschen Pkw-Werken werden bis zum Jahresende mehrere tausend Mitarbeiter kurz arbeiten, wie am Donnerstag bekannt wurde. Auch in den drei Lastwagen-Werken Kassel, Gaggenau und Wörth ist bereits vereinbart worden, dass die Kurzarbeit bis Jahresende verlängert werden kann. Momentan sind bei Daimler 41.000 der rund 160.000 Mitarbeiter in den deutschen Auto-, Nutzfahrzeug- und Komponentenwerken in Kurzarbeit.

Zetsche bleibt, die Formel 1 auch
 
Von der Abwrackprämie habe der Stuttgarter Konzern nur wenig profitiert, räumte der Manager erneut ein. Damit werde Daimler aber auch vom Negativeffekt nach dem Auslaufen des Programms weniger getroffen, erklärte Zetsche. Das Steuer bei Daimler will der 56-Jährige auch nach 2010 in der Hand behalten. Er wolle seinen Vertrag verlängern, bekräftigte Zetsche. Auch bekannte er sich, trotz des Ausstiegs des Münchener Konkurrenten BMW erneut zur Formel 1. Allerdings sollten auch dort künftig Kosten gespart werden.
 
Neben der schleppenden Nachfrage nach Mercedes-Limousinen krankt der Stuttgarter Konzern auch am massiven Einbruch des Lastwagenmarkts. Nach sechs Monaten in diesem Jahr war konzernweit bereits ein Verlust von 2,35 Milliarden Euro aufgelaufen. Für das Gesamtjahr rechnet das Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr mit deutlichen Rückgängen bei Absatz und Umsatz.

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dpa/uba

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