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Daimler-Chef Zetsche

Premium wird florieren

Foto: Daimler 53 Bilder

Der Autohersteller Daimler hofft nach dem Ende der Abwrackprämie auf eine Wiederbelebung des Premiummarktes und setzt zugleich auf eine Ausweitung seiner Absatzmärkte. Dabei hofft Konzernchef Dieter Zetsche auch auf zusätzliche Geschäfte durch seinen neuen Großaktionär, den Staatsfonds des Emirats Abu Dhabi.

09.09.2009 Bernd Ostmann, Birgit Priemer, Harald Hamprecht

"Das vergangene dreiviertel Jahr war geprägt von der Abwrackprämie. Der landläufige Eindruck - Premium stagniert, Volumen floriert - wird in einem halben Jahr ganz anders aussehen", sagte Zetsche auto motor und sport. "Wir glauben fest daran, dass es auch zukünftig ein erfolgreiches Geschäftsmodell geben wird, das Premium als Kerngeschäft definiert."

An dem Ziel der Strategie "GO for 10", eine Umsatzrendite von zehn Prozent zu erreichen, hält Daimler fest: "Im laufenden Jahr gibt es - aufgrund der weltweiten Wirtschaftskrise - wenig Unternehmen, die ihre strategischen Zielrenditen fahren. Wir zählen auch nicht dazu", so Zetsche. "Dennoch glauben wir, dass es durchaus wieder möglich ist, sich in einer Größenordnung von zehn Prozent Umsatzrendite zu bewegen. Grundvoraussetzung dafür ist eine funktionierende Weltwirtschaft."

Kein weiterer Stellenabbau bei Daimler

Trotz der Absatzprobleme und Umsatzrückgänge sieht Zetsche keine Notwendigkeit für einen weiteren Personalabbau. "Der Standortsicherungsvertrag hat immer Ausstiegsklauseln, die wir seit einem dreiviertel Jahr hätten nutzen können, wenn wir betriebsbedingte Kündigungen hätten aussprechen wollen. Wir haben andere Instrumente genutzt. Und wir haben heute keinerlei Pläne für größere Personalprogramme." Allerdings seien weitere Kostensenkungen notwendig. "Wir glauben, dass wir beispielsweise im Vertrieb noch Potenzial haben - nicht mehr in erster Linie bei Marketingaufwendungen, sondern vor allem bei der Effizienz der Vertriebsprozesse. Wir werden zudem über unsere Modulstrategie noch signifikante Vorteile bei variablen Kosten generieren können. Daneben gibt es sicher auch noch Einsparpotenzial bei den Verwaltungskosten. Und wir werden in der Fertigung weitere Produktivitätsfortschritte erzielen." Die Größenordnung von zehn Prozent, die Daimler in den vergangenen Jahren erzielt habe, sei aber nicht mehr möglich.

Daimler setzt auf Abu Dhabi

Neue Absatzpotenziale erhofft sich Zetsche durch Abu Dhabi. "Wir haben zu Abu Dhabi einen häufigeren Kontakt als zu früheren Großaktionären, was uns freut. Das zeigt zum Beispiel auch die gemeinsame Beteiligung an Tesla. Ich sehe hier nur Optionen und Chancen für neue Projekte, keine Vorgaben oder Beeinflussung unserer Strategie." Dabei könnte Daimler offenbar konkret neue Techniken für die Stadt Masdar liefern, die im Emirat Abu Dhabi liegt. "Wir sprechen beispielsweise auch über die CO2-freie Stadt Masdar. Und könnten einiges beitragen - unter anderem auf dem Gebiet des Leichtbaus oder bei alternativen Antrieben."

Kooperation mit Toyota möglich

Um Kosten zu sparen, hält Zetsche eine Kooperation mit Toyota für sinnvoll. "Es ist sicher möglich, dass wir bei einzelnen Themen mit Toyota zusammenarbeiten könnten, wenn es zum Wohle beider Unternehmen wäre. Denkbar ist das theoretisch beispielsweise im Brennstoffzellenbereich, wo heute noch viele Kosten für Grundsatzarbeiten anfallen, die wir uns teilen könnten. Konkrete Verhandlungen führen wir hier aber noch nicht."

Dagegen kooperiere Daimler bereits enger als bekannt mit dem Konkurrenten BMW. "Die Gespräche mit BMW laufen in guter Atmosphäre. Vor allem ist uns wichtig, dass wir konkret in der praktischen Umsetzung, etwa im Einkauf, schon viel mehr tun, als wir nach außen kommunizieren. Wir müssen aber auch immer die Balance halten zwischen den Risiken für die Markenstärke und den Chancen bei den Kosten." Bestätigt hat Zetsche, dass die nächste Generation des Smart zusammen mit einem anderen Hersteller entwickelt werden könnte. "Es kann durchaus sinnfällig sein, in einem solchen Segment zu kooperieren. Und da gibt es Überlegungen, aber keine Entscheidungen." Informationen von auto motor und sport, dass Renault der Wunschpartner ist, wollte Zetsche nicht kommentieren.

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