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Daimler-Chrysler

Betriebsrat kündigt Proteste an

Foto: dpa

Der Daimler-Chrysler-Betriebsrat hat die Beschäftigten an allen Standorten zu Protest-Aktionen gegen das Kostensenkungsprogramm des Vorstands aufgerufen.

08.07.2004

Der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats, Erich Klemm, sagte am Donnerstag (8.7.) in Stuttgart, am 15. Juli werden an allen Pkw- und Nutzfahrzeugstandorten der Daimler-Chrysler AG in Deutschland "sichtbare Aktionen" stattfinden. Die vom Vorstand geforderte Einsparungssumme bezifferte Klemm auf 500 Millionen Euro pro Jahr. Der Betriebsrat sei bereit, beim Entgeltrahmentarifvertrag auf 180 Millionen Euro zu verzichten, fügte er hinzu.

Bis zum 15. Juli wird verhandelt

Seit Wochen verhandelt der Daimler-Chrysler-Vorstand mit dem Betriebsrat über Einsparungen in den Pkw-Werken. Ein Abschluss sei Voraussetzung für den Bau neuer Modelle und die Sicherung von 10.000 Arbeitsplätzen in Deutschland bis zum Jahr 2012, hieß es aus Betriebsratskreisen. "Die Fronten bei den Verhandlungen sind sehr verhärtet", sagte Klemm am Donnerstag. Noch vor dem 15. Juli soll nach Betriebsratsangaben weiterverhandelt werden. In der Pkw- und Nutzfahrzeugproduktion von Daimler-Chrysler sind in der Bundesrepublik 160.000 Mitarbeiter beschäftigt.

Mercedes-Chef Jürgen Hubbert hat in mehreren Gesprächen einige der Tarifregelungen - etwa in Baden-Württemberg - als nicht mehr zeitgemäß bezeichnet. Dazu gehöre etwa die so genannte "Steinkühler-Pause" von fünf Minuten pro Stunde, oder Spätschichtzuschläge schon ab 12:00 Uhr. Nach Angaben des Betriebsrats will das Unternehmen auch das Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie Mehrarbeitszuschläge kürzen. Der Betriebsrat erklärte am Donnerstag, sollten die Pläne des Daimler-Chrysler-Vorstandes Wirklichkeit werden und in der Montage niedrigere Eingruppierungsregeln eingeführt werden, so könne dies für viele Arbeiter eine Einbuße von 700 Euro im Monat bedeuten. Dies würden die IG Metall und der Betriebsrat nicht hinnehmen.

IG Metall: DC-Vorstand fordert 40-Stunden-Woche

Von der IG Metall und dem Betriebsrat verlautete, der Daimler-Chrysler-Vorstand fordere nicht die 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich. Die geplante Streichung von Erholungszeiten laufe aber auch auf eine Arbeitszeitverlängerung hinaus. Der Betriebsrat von Daimler-Chrysler hatte bei der jüngsten Verhandlungsrunde vor wenigen Tagen eigene Sparvorschläge unterbreitet. So seien die Beschäftigten bereit, die Umsetzung des Entgeltrahmen-Tarifvertrages (ERA) als langfristiges Kostensenkungsprogramm zu nutzen. Dies würde 180 Millionen Euro pro Jahr bringen. Streit gibt es auch darüber, was unter Tarifentgelt zu verstehen ist. Das Unternehmen sehe in vielen Vereinbarungen einen übertariflichen Bestandteil, ganz im Gegensatz zum Betriebsrat.


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