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Daimler-Chrysler

China-Geschäft forcieren

Foto: Daimler-Chrysler

Daimler-Chrysler will mit neuer Managementstruktur und verschärftem Tempo seine Position auf dem Wachstumsmarkt China ausbauen. Dazu gehöre auch die lokale Produktion neuer Automodelle der Chrysler-Group und ein starker Ausbau der Zahl der Mercedes-Händler von heute 43 auf mehr als 200 in fünf Jahren, sagte der für China zuständige Vorstand Rüdiger Grube in Peking.

18.10.2004

"Wir haben jetzt das neue China Executive Board (CEB) gebildet, das wie ein kleiner Vorstand die Geschäfte in China mit einer einheitlichen Strategie führen soll", erklärte Grube, der am 29. September vom Aufsichtsrat zum verantwortlichen Vorstandsmitglied für China bestellt worden war.

Gleichzeitig widersprach der Manager dem von Branchenbeobachtern genannten Eindruck, mit der Produktion von Mercedes-Benz-Modellen sei man ein Nachzügler auf dem chinesischen Markt. Die Topmarke des Konzerns will im Jahr 2005 mit der Montage von jährlich rund 25.000 C- und E-Klasse Modellen beginnen. "Mercedes-Benz ist ein Hersteller von Premium- und Luxusmodellen, vorher war die Markt dafür noch nicht reif." Der Konzern könne außerdem heute bei neuen Joint-Venture-Verträgen Erfahrungen und bessere gesetzliche Möglichkeiten nutzen - zum Beispiel die Möglichkeit der Mehrheitsübernahme für Ausländer im Vertrieb. Er räumte allerdings ein, dass Daimler-Chrysler in der Vergangenheit vielleicht mit zu vielen Partnern gesprochen habe, bevor man sich auf den langjährigen Partner Beijing Automotive Industry Holding Company Ltd. (BAIC) konzentriert habe.

Asien gehört die Zukunft

Die knapp ein Dutzend Manager des CEB sollen die verschiedenen Pkw- und Nutzfahrzeug-Aktivitäten des Stuttgarter Autokonzerns im Reich der Mitte mit einer einheitlichen Strategie koordinieren und sie ähnlich wie eine fiktive Konzern-Division führen. Dabei bleibt Roman Fischer Präsident von Daimler-Chrysler Ltd. "Wir wollen Asien zum dritten großen Standbein des Konzerns ausbauen. Diesem Teil der Welt gehört die Zukunft", betonte der Daimler-Chrysler-Vorstand.

Mit BAIC ist der Konzern durch Chrysler bereits seit 1983 verbunden. Beobachter in Peking weisen daraufhin, dass die Hauptstadt der Volksrepublik mit großen Anstrengungen seine Stellung als Automobilproduktionsstandort verbessern will. Bislang gibt es dort lediglich ein Werk von Hyundai (Südkorea). BAIC gehört praktisch der Stadt Peking.

Daimler-Chrysler hat bereits mit den Vorbereitungsarbeiten für den Bau zweier neuer Werke kam Stadtrand von Peking begonnen. Auf dem riesigen Gelände sollen später in einem Werk die Mercedes-Benz-Modelle, im anderen Chrysler-Fahrzeuge sowie weiterhin Geländewagen von Mitsubishi gebaut werden. Für das gesamte geplante Pkw- und Nutzfahrzeuggeschäft will Daimler-Chrysler 1,2 Milliarden Euro investieren. Grube kündigte an, dass er künftig etwa ein Drittel seiner monatlichen Arbeitszeit in China verbringen wolle. Er hat bereits eine Wohnung in Peking genommen.

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