Daimler: Chrysler endgültig Geschichte

Der Daimler-Konzern steht vor der endgültigen Trennung vom ehemaligen Partner Chrysler. Der Finanzinvestor Cerberus werde Daimler wahrscheinlich auch die restlichen 19,9 Prozent an Chrysler abkaufen.

Das berichtet das "manager magazin" unter Berufung auf Konzernkreise. Ein Daimler-Sprecher bestätigte der Deutschen Presse-Agentur dpa in New York die Verhandlungen. "Wir sind mit Cerberus in Gesprächen über die Abgabe der restlichen Anteile an Chrysler", sagte Daimler-Sprecher Han Tjan am Mittwoch (24.9.). Weitere Angaben wollte er zunächst nicht machen. Das Magazin berichtete, die Unternehmen verhandelten nur noch über Details, so dass der Verkauf möglicherweise in wenigen Wochen perfekt sein könne.

Cerberus hatte im vergangenen Jahr bereits 80,1 Prozent an Chrysler erworben. Die Risiken aus der Restbeteiligung hätten allerdings nach Einschätzung von Finanzanalysten den Kurs der Daimler-Aktie belastet. Anders als beim Verkauf der ersten 80,1 Prozent solle Daimler dieses Mal wohl nicht draufzahlen, zitiert das Magazin die Konzerkreise. Mit dem Abschluss sollen auch gegenseitige Leistungen des vergangenen Jahres abgerechnet werden. Daimler fordere unter anderem noch Geld dafür, dass der Konzern Chrysler beim Vertrieb in Europa weiter unterstützt habe.

Weg frei für neue Partner

Der geplante Komplettausstieg des Daimler-Konzerns bei Chrysler soll US-Medien zufolge den Weg für andere Partner oder Käufer des amerikanischen Herstellers freimachen. Branchenanalysten sähen Daimlers Rückzug als Voraussetzung für größere Veränderungen bei Chrysler, berichtete die "New York Times" am Donnerstag.

Es sehe danach aus, dass Cerberus Chrysler für ein Geschäft mit einem Dritten vorbereite, zitierte die Zeitung einen Analysten. Ohne Daimler könne Cerberus den drittgrößten US-Hersteller entweder leichter weiterverkaufen oder über einen anderen Partner finden. Auch über eine Aufspaltung von Chrysler etwa durch den Verkauf einer der drei Konzernmarken (Chrysler, Dodge, Jeep) wird immer wieder spekuliert.


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dpa

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