Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Daimler-Chrysler

Keine Vorteile aus Frührente

Daimler-Chrysler hat den Vorwurf zurückgewiesen, beim Frühpensionierungsprogramm die eigene Kasse zu Lasten der Steuerzahler zu schonen. Personalvorstand Günther Fleig sagte am Mittwoch (30.11.) in Stuttgart, dies sei nicht der Beweggrund für das Vorziehen des Programms.

01.12.2005

Die Bundesagentur für Arbeit hatte errechnet, dass der Konzern bei Frühpensionierungen vor dem 1. Februar 2006 deutlich geringerer Abfindungen zahlen müsse.

Insgesamt laufe der freiwillige Abbau von 8.500 Stellen bei der Mercedes Car Group wie geplant, betonte der Manager. "Es gibt keinen Hinweis darauf, dass die Aktion nicht erfolgreich sein wird", widersprach Fleig Berichten, wonach die Stellenreduzierung unerwartet schleppend verläuft. Wie viele Mitarbeiter bereits unterschrieben haben, wollte er nicht sagen. Die Tendenz sei aber täglich steigend. Immerhin müsse man insgesamt mit 80.000 Mitarbeitern Gespräche
führen.

Das Frühpensionierungsprogramm war vom 1. Februar 2006 auf den 1. Dezember vorgezogen worden - weil die Nachfrage so stark sei, wie es begründet wurde. Fleig sagte, Daimler-Chrysler spare dabei schon deshalb nicht, weil die meisten Frühpensionäre erst nach dem 1. Februar 2006 das Unternehmen verlassen würden. Zu diesem Zeitpunkt verkürzt sich die Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes I (ALG I) für die vom Programm betroffenen Jahrgänge 1951bis 1953 von bis zu 26 Monaten auf zwölf Monate. Dies bedeutet, dass der Autobauer bei Ausscheiden vor dem 1. Februar erheblich geringere Abfindungen zahlen müsste. Betroffen seien nur 800 Mitarbeiter, für die bislang eine Frühpensionierung vorgesehen sei. Fleig sagte, entscheidend sei nicht der Zeitpunkt der Unterschrift, sondern der des Ausscheidens. Weil Daimler-Chrysler nach der Unterschrift noch drei Monate volles Gehalt zahlt, würden die meisten Betroffenen ohnehin nach dem 1. Februar ausscheiden.

Fiskus verdient an Abfindungen gut

Daimler-Chrysler will wegen der schleppenden Autonachfrage in der Mercedes Gruppe 8.500 Stellen streichen und hat dafür 950 Millionen Euro zurückgestellt. In der Automobilproduktion arbeiten rund 85.000 Mitarbeiter, insgesamt sind in der Mercedes Car Group (Mercedes-Benz, Smart, Maybach) rund 93.000 Menschen beschäftigt. Fleig sagte, rund 350 Millionen Euro der Abfindungssumme würden als Steuern in die Staatskasse fließen - "ein gutes Geschäft für den Fiskus." Weil bis 2012 Kündigungen ausgeschlossen sind, geschieht der Abbau auf freiwilliger Basis. Maximal kann je nach Alter und Betriebszugehörigkeit eine Abfindungssumme von 275.000 Euro erreicht werden.

Im Streit um den geplanten Lehrstellenabbau in der Mercedes Car Group sagte Fleig, er hoffe auf eine Einigung mit dem Betriebsrat, wonach zwar die Einstellung der Azubis unverändert bleibe, die anschließende Übernahmequote aber reduziert werde. Bislang müssen laut Vertrag alle Azubis übernommen werden. Wird die Übernahmequote nicht reduziert, will der Vorstand im Ausbildungsjahr 2006 rund 200 weniger Lehrlinge (20 Prozent) einstellen.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden